2018: Wer hat schon ein Marketing-Konzept für Daten – und die Technik zum Vertrieb?

Sie können den Spruch »Daten sind das Öl des 21. Jahrhunderts« nicht mehr hören? Zu Recht. Wir von ISG auch nicht. Daten sind mehr, sie sind eine Ressource, die aktiv in die Zukunftsplanung einbezogen werden muss.

Stehen Ihre Lösungen für Big Data und Analytics im richtigen Kontext? Verknüpfen Sie die Technologien mit einer vielversprechenden Zukunft oder mit einem konkreten Wert? Schon im nächsten Jahr werden einige Big-Data-Technologien das Niveau der Produktivität erreicht haben. Sind Sie darauf vorbereitet?

Wir sagen es seit langem. Inzwischen wurden wir auch von anderen Marktbeobachtern bestätigt: Einer der wichtigsten IT-Trends für 2018 wird die Vermarktung von Daten aus den Anwenderunternehmen sein. Daten sind eine Ressource, die wie ein natürlicher Rohstoff abgebaut, gelagert und veredelt werden kann. Die Technik für das Sammeln, Lagern und Veredeln von Daten wurde in den letzten Jahren weiterentwickelt. Eine der wichtigen Aufgaben für IT-Leiter und die Verantwortlichen für die Digitale Transformation im kommenden Jahr 2018 wird es deshalb sein, die Vermarktung der eigenen Daten aufs Gleis zu setzen, und zwar auf das richtige. Das haben jetzt auch andere Marktbeobacher bestätigt. Sie bestätigen unsere Auffassung, dass in den nächsten Jahren die Kapitalisierung von Daten zu einem bedeutenden Geschäftsbereich von Anwenderunternehmen werden wird.

Neben der Technik (in erster Linie Storage-Systeme) und der Software (in erster Linie die Hadoop-Lösungen, proprietäre Lösungen für Data Lakes und Data Warehouses sowie Analytics-Lösungen) sind einige weitere Elemente für die Kapitalisierung von Daten notwendig: Menschen, Fähigkeiten, Code und Plattformen.

Menschen

Menschen für die Wertschöpfung aus Daten sind vor allem Experten in den Unternehmen, die über die Daten im Unternehmen Bescheid wissen. Das können Mitarbeiter aus der Buchhaltung ebenso sein wie ein Kollege aus der Wareneingangskontrolle. Vielfach steckt in den Köpfen ein enormes Know-how, das für die Entwicklung der Lösungen zur Vermarktung der Daten wichtig ist. Schon etwas länger zurück liegt ein Projekt für die Umstellung des Warenwirtschaftssystems. Damals hing das Know-how an einer einzigen Person, der Lagerarbeiterin. Diese hatte die Lagerstände für rund 5.000 Artikel im Kopf (eine sagenhafte Gedächtnisleistung und schon damals ein enormes Risiko für das Unternehmen). Dieses Know-how muss identifiziert werden. Solche Mitarbeiter haben das wirklich wichtige Wissen für die Gewinnung von Informationen aus den Unternehmensdaten, die für andere Unternehmen wertvoll sein könnten. Gemeinsam mit den Programmierern, die dann die von uns bewerteten Big-Data-Tools (siehe auch ISG Provider Lens Data Analytics und frühere Big Data Vendor Benchmarks) nutzen, können diese Know-how-Träger Daten zu Geld machen.

Daten kapitalisieren

Die Fähigkeit von Unternehmen, Daten zu kapitalisieren, wird in den nächsten Jahren auch von den Börsianern immer häufiger in die Berechnung des Marktwerts eines Unternehmens einbezogen werden. Unternehmen, die nicht (auch) aus Daten Gewinne generieren, werden künftig an der Börse und in anderen Rankings niedriger bewertet werden. Auch wenn hier der Verdacht nahe liegt, dass Börsianer gerne auch virtuelle Werte hoch schätzen. Man sieht das an den Unternehmen, die heute sehr hoch bewertet werden, obwohl die Unternehmenswerte vorwiegend virtuell sind und die Substanz gering ist. Daten werden hingegen zu einer realen Ware und deshalb wird die Kapitalisierung von Daten auch zu einem messbaren, realen Asset eines Unternehmens.

2018 wird also ein spannendes Jahr für die IT-Anwender. Für uns wird es spannend zu beobachten, welche Unternehmen in Deutschland aus ihren Daten Werte schöpfen.

 

Holm Landrock, ISG, www.isg-one.de

 


 

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