Analytics-Ratgeber – Wenn Unternehmen ihre Daten nicht in die Cloud legen wollen

Die Erhebung und Analyse von Daten ist für viele Unternehmen nicht mehr wegzudenken; egal ob in Marketing, Vertrieb oder der internen Kommunikation. Immer mehr Anbieter von Digital Analytics speichern die Daten dieser Unternehmen in der Cloud. Das Angebot an Web-analyse On-Premises, der Datenspeicherung vor Ort, wird geringer. Dabei gibt es viele Unternehmen, die aus Compliance- oder Strategiegründen ihre Daten auf eigenen Servern hosten wollen. Worauf müssen diese Unternehmen achten?

Die Nutzung der Cloud wird immer populärer. Auf On-Premises-Lösungen (auch »Inhouse-Lösungen«) greifen vor allem noch Unternehmen zurück, denen Datenschutz am Herzen liegt. Das könnten in Zukunft wieder deutlich mehr werden, denn die meisten Webanalyse-Anbieter sind US-Unternehmen und ihre Datenschutzlage äußerst undurchsichtig. Viel entscheidender ist aber: Die Vorstellung, Inhouse-Webanalyse sei nur ein Kompromiss zugunsten des Datenschutzes, ist nicht richtig. Denn wenn Unternehmen auf einige Punkte achten, dann sind Inhouse-Lösungen effektiv, bedeuten geringen Aufwand und können gemeinsam mit schon bestehenden Systemen eine ganzheitliche, intelligente Datenanalyse leisten. Wir stellen fünf Punkte vor, auf die Unternehmen bei der Auswahl ihrer Inhouse-Analytics achten sollten:

#1 | Smart Data aus Big Data machen
Unternehmen sollten Analysedaten aus Webseiten oder Apps mit anderen Datensätzen ihres Unternehmens verzahnen, beispielsweise mit Kampagnenmanagement-Tools, CRM (Customer Relationship Management) und ERP (Enterprise Resource Planning). Werden diese Daten gemeinsam interpretiert, können die verschiedenen Abteilungen im Unternehmen an einem Strang ziehen. Wer für jede Kundenschnittstelle getrennt Daten erhebt und sie einzeln auswertet, der verliert sich in Insellösungen. Achten Sie bei ihrem Anbieter deswegen auf Systemverzahnung (Interoperabilität).

#2 | Exakte Daten, keine Näherungswerte
Was viele nicht wissen: Herkömmliche Digital-Analytics-Lösungen geben keine exakten Daten an, sondern nur Näherungswerte, denn sie basieren auf Pixel-Tracking. Beim Pixel-Tracking registrieren grafisch eingebaute Zählpixel die Klicks auf die Links einer Webseite. Viele User nutzen inzwischen Tracking-Blocker, die speziell Zählpixel blockieren. Zudem werden die Zählpixel bei langsamen Verbindungen oder besonders schnell weiterklickenden Nutzern gar nicht geladen. Für exakte Daten benötigen Unternehmen Reverse-Proxy-Tracking oder Hybrid-Tracking.

#3 | Den technischen Aufwand gering halten
Anbieter von Cloud-Lösungen versprechen geringen Aufwand für Unternehmen: der Anbieter kümmert sich um alles Technische, die IT-Abteilung benötigt keine zusätzlichen Kapazitäten. Zweifelsohne ein großer Vorteil. Doch diesen Service gibt es mit der richtigen Inhouse-Lösung genauso: Ein externer Dienstleister installiert seine Analytics-Software im Unternehmen und übernimmt auf Wunsch danach auch den Betrieb der gesamten Lösung. Die Entscheider der Firma müssen nur noch die richtigen Maßnahmen einleiten.

#4 | Web, App, Desktop, Intranet: Nicht alles über einen Kamm scheren
Web, App, Intranet oder Softwareanwendungen müssen auf verschiedene Weise analysiert werden – allgemeine Kennzahlen für alle Anwendungen sind nicht zielführend. Unternehmen sollten darauf achten, dass sie für jede Plattform eine speziell dafür entwickelte Analytics-Lösung nutzen.

#5 | Immer die Wahl zwischen Cloud oder Inhouse behalten
Egal ob Cloud, Inhouse-Lösung oder ein Hybrid aus beiden: Grundgedanke einer langfristigen Datenstrategie ist es auch, jederzeit umsteigen zu können. Unternehmen sollten sich deswegen einen Anbieter suchen, der beide Optionen anbietet und sie flexibel beim Erreichen ihrer Ziele unterstützt.


Götz Aikele,
Marketing Manager,
Mindlab Solutions GmbH
www.mindlab.de/web-analytics-on-premises
Illustration: © Konceptum

 

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