Angst vor Industrie 4.0 hemmt deutsche Unternehmen

illu cc0 geralt do not enterDie Industrie 4.0 kann für Deutschland zur großen Erfolgsgeschichte werden, wenn es gelingt die noch bestehenden Hürden zu überwinden. »Wenn die Probleme klar benannt werden, können Maßnahmen entwickelt werden, um die Ängste und Befürchtungen abzubauen«, betont Dr. Bettina Horster, Direktorin Mobile im eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. und Vorstand der VIVAI Software AG.

So verhindert beispielsweise die Angst vor Diebstahl des geistigen Eigentums durch die Wettbewerber in vielen Fällen den Einsatz von Industrie 4.0-Lösungen. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Report »Mobile Trends 2015« von eco. Neben dieser Befürchtung, die von 61 Prozent der befragten IT-Experten bestätigt wird, gibt es noch weitere wichtige Hürden für M2M: Diese sind laut Untersuchung fehlendes Vertrauen (16 Prozent), zu hohe Komplexität (9 Prozent) und Schwierigkeiten, lohnende Businessmodelle zu entwickeln (18 Prozent).

Große Bedenken vor allem im Mittelstand

»Unkenntnis und teilweise unbegründete Befürchtungen führen in puncto M2M bei vielen, vor allem auch mittelständischen Unternehmen zu großen Unsicherheiten. Viele Betriebe sind bei der Industrie 4.0, auch aufgrund von Sicherheits-und Spionagebedenken, bewusst zurückhaltend. Dadurch verpassen sie jedoch ihre Chancen, im internationalen Wettbewerb die Nase vorne zu behalten oder an Boden gut zu machen«, betont Dr. Bettina Horster. Auch der Bereich Datensicherheit und Datenschutz wird von 18 Prozent der Experten als wichtige Hürde für die Industrie 4.0 wahrgenommen. Dies hat zur Folge, dass viele Projekte an überholten Datenschutzkonzepten im B2B-Bereich scheitern – 43 Prozent der Befragten gehen davon aus.

Neue Datenschutzkonzepte und detaillierte Informationen über die Möglichkeiten und Auswirkungen von M2M sind laut Horster daher wichtige Schritte in die richtige Richtung: »Dies würde vielen Unternehmen mehr Sicherheit im Umgang mit der Industrie 4.0 geben und gleichzeitig das Vertrauen in die neue Technologie massiv stärken. Wenn Unternehmen die Gefahren besser kennen, werden sich viele ihrer Befürchtungen zudem als unbegründet erweisen.«

eco Veranstaltung beschäftigt sich mit Industrie 4.0 in Deutschland

Die Ergebnisse des eco Reports werfen die Frage auf, »ob Deutschland den Sprung zur Nummer Eins bei den Industrie 4.0 Wirtschaftsstandorten schaffen kann oder – im schlimmsten Fall – gar eine Deindustrialisierung droht«, betont Horster.

»Grundsätzlich ist Deutschland für den digitalen Wandel zur Industrie 4.0 gut aufgestellt: Wir sind in der klassischen Industrie stark und können darauf aufbauen«, so die Mobile-Expertin von eco. Was getan werden muss, damit Deutschland als Industrienation nicht den Anschluss an die technologische Entwicklung verpasst, wird Kernthema einer halbtägigen Veranstaltung sein.

Mit diesem Thema beschäftigt sich die eco Veranstaltung »M2M Future Trends 2015«, welche am 12. November 2015 ab 12:30 Uhr im Filmforum NRW e. V. in Köln stattfindet. Mit von der Partie werden unter anderem auch namhafte Persönlichkeiten wie der NRW Wirtschaftsminister Garrelt Duin und Prof. Dr.-Ing. Dieter Wegener, Sprecher ZVEI-Führungskreis Industrie 4.0, sein.
eco (www.eco.de) ist mit mehr als 800 Mitgliedsunternehmen der größte Verband der Internetwirtschaft in Europa. Seit 1995 gestaltet der eco Verband maßgeblich die Entwicklung des Internets in Deutschland, fördert neue Technologien, Infrastrukturen und Märkte, formt Rahmenbedingungen und vertritt die Interessen der Mitglieder gegenüber der Politik und in internationalen Gremien. In den eco Kompetenzgruppen sind alle wichtigen Experten und Entscheidungsträger der Internetwirtschaft vertreten und treiben aktuelle und zukünftige Internetthemen voran.

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