Big Data und intelligente Plattformen – (Daten)wissen ist Macht

Big Data und intelligente Plattformen – (Daten)wissen ist Macht

Big Data interpretiert jedes Unternehmen für sich anders. Grundlage hierfür ist aber immer ein fundiertes Datenmanagement mit sauberen, sicheren und vernetzten Daten. Es bedarf zudem neuer Ansätze für die Verwaltung der Daten damit Organisa-tionen zu datenzentrierten Unternehmen werden. »manage it« sprach mit Dirk Häußermann, Geschäftsführer EMEA Central bei Informatica, über den Mehrwert von Big Data, dem Potenzial der Daten, veraltete Ansätze und neue Plattformen.

Gartner behauptet, dass für Big Data nun das »Tal der Enttäuschungen« beginnt. Warum glauben Sie, dass das Interesse in Big Data immer noch ungebrochen ist?

Big Data berührt jeden Aspekt unseres Lebens. Wir werden heute von Dingen überflutet, die alle irgendwie mit dem Internet verbunden sind und wahlweise Daten nutzen und/oder generieren. Das hat man ja unter anderem auf der IFA gesehen: Connected Home, Smart Car, Smart TV oder auch Wearables. Und im Businessbereich ist es beispielsweise das gesamte M2M-Thema. In all diesen Daten steckt Wissen, das darum bettelt genutzt zu werden. Aber genau daran hakt es oft noch. Und das ist einer der Gründe, dass Gartner denkt, wir sind im Tal der Tränen angekommen. Was man da aber bedenken muss ist, dass es nach einem Hype wie dem um Big Data natürlich ist, dass ein wenig Ernüchterung einkehrt. Das heißt aber gerade bei Big Data nicht, dass das Thema abflaut oder nicht relevant ist. Denn alle Unternehmen setzen sich momentan damit auseinander, wie sie die Möglichkeiten, die Big Data für das Unternehmen bietet, nutzen können. Fest steht: (Daten)wissen ist Macht, das Unternehmen zu ihrem Vorteil nutzen können.

Wie gehen Unternehmen mit Big Data um?

Momentan versuchen die Unternehmen immer noch zu verstehen, was Big Data eigentlich für ihr Unternehmen bedeutet. Das interpretiert jedes Unter-nehmen für sich anders. In der Regel sind sie noch in einer Art Test- oder Planungsphase, um festzulegen, wie sie am besten damit umgehen und wie sie am meisten davon profitieren können. In dem Zusammenhang versuchen sie oft einen Business Case zu entwickeln, um den Einsatz von Technologien für Big Data und den daraus resultierenden Wert für das Unternehmen zu definieren.

Grundlage hierfür ist ein fundiertes Datenmanagement. Es muss vorher klar definiert sein, welche Daten wie gesammelt, verwaltet und genutzt werden. Auch das Thema Sicherheit darf hier nicht zu kurz kommen. Am Ende sind saubere, sichere und vernetzte Daten das Ziel und die Grundlage für Big-Data-Projekte.

Verstehen Unternehmen wirklich das Wertversprechen von Big Data?

Viele Unternehmen haben das Wertversprechen von Big Data für ihr Geschäft in der Theorie verstanden. Deshalb haben sie Big-Data-Projekte in Planung oder setzen diese bereits um. Und dabei hadern sie manchmal noch ein wenig an den praktischen Aspekten des Wertversprechens. Wichtig ist, dass der Mehrwert von Big Data für das Unternehmen aber auch für Abteilungen klar und messbar definiert ist. Nur dann gibt es für solche Projekte auch die Akzeptanz im Unternehmen.

Was würden Sie einem CIO raten, der dem Management Big-Data-Technologien schmackhaft machen möchte?

Ich rate, beim Geschäftsproblem anzusetzen. Finden sie heraus, was für ihr Unternehmen wichtig ist. Was wollen sie erreichen? Ist die Segmentierung ihres Markts oder beispielsweise die Erhöhung der Marketing-Effizienz die Priorität Nummer eins? Wenn sie wissen, was sie lösen wollen, finden sie auch die richtige Technologie. Wichtig ist es nur, darauf zu achten, dass Kriterien, wie etwa Cloud-Komptabilität, etc. erfüllt werden. Sich jedoch zuerst auf eine Technologie festzulegen und diese an das Problem anzupassen, ist kein effizienter Ansatz.

Wie sieht das neue datenzentrierte Unternehmen aus?

Daten sind Teil einer jeden Geschäftsaktion. Das macht Daten nicht länger zu einem Nebenprodukt des Geschäfts, sie werden zum Geschäft. Jedoch wird das Potenzial der Daten oftmals noch durch veraltete Ansätze für die Verwendung der Daten beschränkt. Diese Ansätze können oftmals mit der Entwicklung von Applikationen, dem Informationsbedürfnis der Verbraucher und intelligenter Geräte nicht mithalten. Informatica stellt sich hierfür eine Plattform vor, die Daten selbst organisiert und dem Nutzer intelligente Vorschläge für die Nutzung der Daten gibt. Diese Plattform stellt den Grundstein für datengetriebene Applikationen und Geräte dar, in dem sie die richtigen Daten den richtigen Anwendern auf die richtige Weise bereitstellt und gleichzeitig sicher stellt, dass die Daten während des gesamten Lebenszyklus effektiv geschützt und verwaltet werden. Zurzeit gibt es immer noch unzählige »vergrabene« Daten in den Unternehmen, die darauf warten entdeckt und genutzt zu werden. Es ist also Zeit für eine neue »Datengräber-Stimmung« und neue Ansätze für die Verwaltung von Daten, damit Unternehmen wirklich zu datenzentrierten Unternehmen werden. Und damit die Grundlage für ihren Erfolg legen.


Illustration: © Leon Lin und Vivian Lu