Brexit – Was Unternehmen tun können, um die Auswirkungen zu mildern

Die britische Bevölkerung hat für einen Austritt aus der EU gestimmt. Wie können Unternehmen die »neue Realität« nutzen, um die Wirtschaft und Gesellschaft im Land positiv zu verändern?

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Seit Freitagmorgen müssen sich Großbritannien, Europa und die Welt einer neuen Realität stellen. Die Mehrheit der britischen Bevölkerung hat sich für den EU-Austritt ausgesprochen und Großbritannien begibt sich damit auf den Weg in die Trennung von der Europäischen Union.

Während das britische Pfund auf seinen niedrigsten Wert seit 31 Jahren und Aktienkurse erheblich gefallen sind, fragt man sich, was die Zukunft bringen wird. Welche Auswirkungen wird der Brexit auf Unternehmen und Märkte haben? Was kann unternommen werden, um eventuelle Folgen, die der Brexit unmittelbar bringen wird, zu verhindern? Noch wichtiger ist jedoch die Frage, wie sich Unternehmen auf die bevorstehenden bedeutenden Veränderungen vorbereiten und neue Geschäftsmöglichkeiten ermitteln können.

Schon jetzt arbeitet Frost & Sullivan mit seinen Kunden an der Einschätzung, Überprüfung und strategischen Planung der Zukunft, um positive Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft zu ermöglichen.

Der tatsächliche Austritt aus der EU wird, wie allgemein bekannt, zumindest zwei Jahre andauern, bis er letztendliche Realität sein wird, und mit einer offiziellen Mitteilung in Bezug auf Artikel 50 des Lissabon-Vertrags in Gang gesetzt. Sobald Großbritannien eine Austrittserklärung einreicht, werden die Verhandlungen zum Ausscheiden zwischen dem Vereinigten Königreich und den EU-Mitgliedsstaaten beginnen. Dabei werden Fragen zu Handelstarifen und dem Um- beziehungsweise Zuzug von britischen und EU-Bürgern neu festgelegt und damit das Fundament für eine neudefinierte Beziehung der beiden Verhandlungspartner gelegt.

Frost & Sullivans Senior Partner und Managing Director für Europa, Sarwant Singh, erläutert: »Es ist wichtig festzuhalten, dass innerhalb dieser Übergangsperiode Großbritannien weiterhin den EU-Verträgen und -Gesetzen unterliegt, von Entscheidungsprozessen jedoch ausgeschlossen ist. Bestehende Gesetze werden daher voraussichtlich weiterhin Gültigkeit haben, bis die Verhandlungen abgeschlossen sein werden.«

»Dennoch besteht Unsicherheit darüber, wie der Weg in die Zukunft aussehen wird,« fügt er hinzu. »Das Geschäftsklima könnte davon negativ beeinflusst werden und zu Verzögerungen bei Direktinvestitionen im Ausland führen. Positiv ist aber zu vermerken, dass der Brexit auch den Weg für Großbritannien ebnen könnte, seine Handelsbeziehungen mit anderen Teilen der Welt, also über die EU hinaus, zu erweitern. Dadurch könnten diejenigen Risiken gemildert werden, die durch eine zu große Abhängigkeit von einem einzigen Handelspartner entstehen.«

Mit Blick auf den britischen Finanzsektor fügt Frost & Sullivan Senior Partner Gary Jeffery hinzu, dass »es zu Risiken für Finanzinstitutionen kommen könnte und zwar hinsichtlich des Verlustes von Passporting-Rechten, die derzeit das Angebot von Dienstleistungen in der gesamten EU ermöglichen, ohne die Zustimmung lokaler Aufsichtsbehörden einholen zu müssen.«

Großbritannien sieht sich zudem damit konfrontiert, dass verschiedene Automobilwerke womöglich ihre Produktion auf der britischen Insel einstellen könnten, sollten die Hersteller nicht mehr von einer EU-Freihandelszone profitieren können. Mittelfristig könnten Währungsschwankungen angesichts der Unsicherheit weiterer zukünftiger Entwicklungen anhalten und sollte die Abwertung das aushalten, könnten Exporte attraktiver werden und sich für in Großbritannien niedergelassene Hersteller positiv auszahlen.

Obwohl das Ergebnis des Referendums einen Grund zur Sorge darstellt, sollten wir uns vor Augen führen, dass es gleichzeitig auch der Beginn eines neuen Kapitels für Großbritannien sein kann, das beeinflusst sein wird von einer starken Regierungspolitik sowie dem Verhandlungserfolg mit der EU und dem Rest der Welt. Im Moment bleibt uns nur abzuwarten und zu beobachten, wie sich das Wachstum des Landes weiter entwickeln wird.

Um sich mit Frost & Sullivan in Verbindung zu setzen und mit den Senior Partnern und ihren Teams ins Gespräch zu kommen, kontaktieren Sie Jana Schöneborn, Corporate Communications, unter jana.schoeneborn@frost.com http://www.frost.com.

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