Das Jahr 2017 steht im Zeichen des Software-Defined WAN

  • Gemangte SD-WAN-Dienste und Hybrid SD-WAN gewinnen an Boden.
  • Machine Learning und Künstliche Intelligenz ergänzen Software-Defined WAN.

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Für den Markt im Bereich Corporate WAN (Wide Area Networks) wird 2017 ein entscheidendes Jahr. Denn softwarebasierte Weitverkehrs-Infrastrukturen (SD-WAN) gewinnen deutlich an Boden und ersetzen oder ergänzen herkömmliche MPLS-Netze (Multi-Protocol Label Switching). Das ist gut für die Anwender. Denn sie werden 2017 die Wahl zwischen einer Fülle von SD-WAN-Diensten haben.

Dies ist eine der Prognose von David Hughes für das kommende Jahr. Der Gründer und CEO von Silver Peak hat die wichtigsten Trends im Bereich Weitverkehrsnetze und SD-WAN zusammengefasst.

Keine Exoten mehr: Hybride Software-Defined WANs werden »Mainstream«

Software-Defined WAN (Wide Area Networks) werden sich 2017 auf breiter Basis etablieren. Die Mehrzahl der Unternehmen wird dabei einen Hybrid-Ansatz verfolgen. Das heißt, neben konventionellen MPLS-Verbindungen kommen verstärkt Breitbandverbindungen zum Zuge. Solche Breitband-Links sind zwar bereits häufig im Einsatz, etwa um darüber Datensicherungen durchzuführen. Doch nun gehen Anwender dazu über, sie umfassend zu nutzen, etwa um Mitarbeitern in Niederlassungen den Zugang zu Daten und Applikationen zu ermöglichen.

Qualitätsoffensive: Service Level Agreements für Breitband-Verbindungen

Ein Grund für den Erfolg von SD-WAN ist, dass diese Technologie eine vergleichbare Dienstgüte (Quality of Service) und Verfügbarkeit bieten kann wie traditionelle MPLS-Verbindungen. Das ist der Fall, wenn unterschiedliche Datentransporttechniken kombiniert werden, inklusive Internet-Verbindungen. Service Provider werden daher auch für SD-WAN auf Basis von Breitband-Verbindungen Service Level Agreements (SLA) anbieten. Wer das nicht tut, wird Probleme bekommen.

Spreu und Weizen: Die Unterschiede zwischen SD-WAN-Ansätzen werden deutlich

Auf den ersten Blick ähneln sich die SD-WAN-Lösungen der diversen Anbieter. Doch »unter der Haube« gibt es beträchtliche Unterschiede. Das gilt vor allem für den Reifegrad der diversen Ansätze. Je mehr Unternehmen Software-Defined WAN in großen Stil einsetzen, desto massiver treten diese Unterschiede hervor. Dabei wird sich herausstellen, dass die SD-WAN-Architekturen einiger Anbieter auf nur wenige Einsatzgebiete beschränkt sind – schlecht für Kunden.

Tsunami: Eine Flut von gemanagten SD-WAN-Diensten kommt auf den Markt

Bislang hielten sich Service Provider mit der Ankündigung von SD-WAN-Diensten zurück. Das ändert sich 2017 auf geradezu dramatische Weise: Anwender haben die Wahl zwischen einer Vielzahl gemanagter SD-WAN-Services. Doch Vorsicht: Einige Anbieter werden ausgereifte, skalierbare Dienste auf den Markt bringen, einige jedoch Services mit limitiertem Funktionsumfang. Im Lauf des kommenden Jahres wird sich herauskristallisieren, welche SD-WAN-Architektur und entsprechende Lösungen sich für Carrier am besten eignen.

Fokussierung: Best-of-Breed-Lösungen statt »Von allem ein bisschen«

Etliche Anbieter von SD-WAN-Lösungen werden 2017 gewissermaßen in die Breite gehen. Das heißt, sie bieten zwar eine Fülle von Funktionen an, diese aber nur in rudimentärer Form. Andere konzentrieren sich auf ihre Kernkompetenzen und bauen ein Netzwerk von Partnerschaften und Kundenbeziehungen auf. Diese Anbieter stellen optimale Funktionen und hochwertige Services in den Vordergrund. Letztlich werden sich diese Unternehmen durchsetzen. Denn sie schaffen ein Ökosystem, das ihre eigenen Stärken erweitert.

Kombination: SD-WAN und »On-Demand«-WAN-Optimierung wachsen zusammen

WAN-Optimierung ist nicht tot. Alle Unternehmen mit räumlich verteilten Niederlassungen benötigen weiterhin entsprechende Lösungen, möglicherweise nicht für alle Außenstellen, aber für einen beträchtlichen Teil der Weitverkehrsverbindungen. Im kommenden Jahr wird es für Unternehmen immer attraktiver, WAN-Optimierung zusammen mit einer SD-WAN-Lösung zu erwerben, und nicht als separates Produkt, das in jeder Niederlassung implementiert werden muss.

Ein weiterer Trend: Anwender wüschen sich Lösungen, die WAN-Optimierung nach Bedarf bieten, etwa für einzelne Applikationen und Standorte. Unternehmen wollen nicht weiterhin eine Menge Geld für Produkte zahlen, die an allen Firmenstandorten die maximale Bandbreite zur Verfügung stellen.

Volle Kontrolle: »Break-out«-Verbindungen zum Internet nach Bedarf bereitstellen

SD-WAN-Lösungen der ersten Stunde bieten die Möglichkeit, dass Internet-basierter Datenverkehr über einen lokalen Service Provider in eine Niederlassung übermittelt wird (»Break-out«). Doch Unternehmen wünschen sich detailliertere Steuerungsmöglichkeiten: Sie wollen festlegen, welcher Web Traffic über eine Break-out-Verbindung läuft und welche Daten besser über einen eigenen regionalen Hub transportiert werden.

Diese Wahlmöglichkeit ist zum einen aus Gründen der IT-Sicherheit und Compliance wichtig. Zum anderen möchten Nutzer von SD-WANs die Übermittlung von Daten über Internet-Verbindungen auf ihre Geschäftsanforderungen abstimmen. Das setzt jedoch voraus, dass eine SD-WAN-Lösung umfassende Analyse- und Kontrollfunktionen für den Internet-Verkehr bereitstellt.

Debütanten: Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz halten in SD-WANs Einzug

Erste Ansätze von maschinellem Lernen, »Deep Learning« und künstlicher Intelligenz (KI) halten 2017 im Netzwerkbereich Einzug. Letztlich können solche Technologien dazu führen, dass sich Wide Area Networks künftig eigenständig konfigurieren und verwalten.

Über die 1000er Marke: Führende SD-WAN-Anbieter verzeichnen mehr als 1.000 Kunden

Pioniere im Bereich Software-Defined WAN werden Ende 2017 mehr als 1.000 SD-WAN-Implementierungen bei Kunden vorweisen können. Das bedeutet für kleinere Anbieter und Einsteiger, dass sie es schwer haben, sich auf diesem Markt zu etablieren. Sie werden bestenfalls Nischen im Bereich SD-WAN besetzen können.


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