Datensicherheit ist Neuland für Deutschland

Deutschland fehlt es an sinnvollen Digitalisierungsstrategien.

Fachkräfte der IT und der IT-Sicherheit zeigen sich laut der Studie »IT- und Datensicherheit 2017« mit der Entwicklung in Deutschland im Bereich Datensicherheit enorm unzufrieden. So gehen beispielsweise fast drei Viertel der 100 Befragten davon aus, dass Deutschland durch unpassende Digitalisierungsstrategien hunderte Milliarden Euro verschenkt. Gleichzeitig fordern 91 Prozent der Experten eine erhöhte Investition Deutschlands in den Breitbandausbau, um im internationalen Vergleich in Zukunft überhaupt konkurrenzfähig bleiben zu können. Diese und weitere Ergebnisse zur Entwicklung in der IT-Landschaft sind in der Studie »IT- und Datensicherheit 2017« im Überblick zusammengefasst [1].

Deutschland muss noch Vieles lernen

Laut der NIFIS-Studie führten vor allem fehlendes Wissen und große Unsicherheit zur aktuellen Unzufriedenheit. 35 Prozent gaben im Rahmen der Befragung beispielsweise an, dass Datensicherheit für Deutschland noch immer »Neuland« sei. 86 Prozent gehen davon aus, dass Deutschland bei der digitalen Transformation hinterherhinkt, da Sorge und Angst einen möglichen digitalen Fortschritt schlicht überdecken. Dem entspricht die Meinung von 87 Prozent der Befragten, die in den strengen Datenschutzbestimmungen in Deutschland die Ursache dafür sehen, dass Innovationen ausgebremst und im Keim erstickt werden.

Übergreifende Lösungen gefordert

In Zeiten der Unsicherheit wird die Forderung nach übergreifenden Lösungen für die IT-Sicherheit laut. Mit 49 Prozent sieht knapp die Hälfte, dass die deutsche Sicherheitspolitik durch Maßnahmen wie etwa dem Cyberabwehrzentrum die Cybergefahren senke. 46 Prozent geben im Rahmen der Befragung an, dass es an funktionierenden EU-übergreifenden Lösungen für eine erfolgreiche IT-Sicherheitspolitik fehle. »Wir können in den Studienergebnissen deutlich ablesen, dass der Wunsch nach Sicherheit dem Wunsch nach Freiheit und Innovation gleichwertig gegenübersteht. Es wird eine EU-übergreifende Aufgabe sein, diesem Ruf nach einem sicheren Rahmen zu folgen und Deutschlands Aufgabe, die Innovationskraft in dieser Umgebung zu stärken und zu fördern«, so Lapp.

Anhaltende Bedrohung durch Ransomware

Ransomware, eine Malware, stellt eine zunehmende Bedrohung für die Datensicherheit in Unternehmen und auf privaten Computern dar. Dieser Meinung sind zumindest 89 Prozent der 100 IT- und IT-Sicherheitsexperten die um ihre Meinung gebeten wurden. Ransomware bezeichnet Software, mit der Datenmaterial auf einem Rechner verschlüsselt wird. Anschließend wird Lösegeld gefordert. Erst nach dieser erpressten Zahlung sollen die Daten wieder verfügbar gemacht werden. Die Befragung der NIFIS untermauert das schnelle Wachstum der Malware. Diese und weitere Ergebnisse hat die NIFIS im Rahmen der Studie »IT- und Datensicherheit 2017« übersichtlich zusammengefasst und stellt diese kostenfrei auf Anfrage unter team(at)euromarcom.de zur Verfügung [1].

Unternehmer und Privatverbraucher sind betroffen

Von den Angriffen sind, zumindest nach Meinung der befragten Experten, Unternehmen wie Privatverbraucher betroffen. 78 Prozent der Befragten sprechen von betroffenen Unternehmen. Nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten sieht Privatpersonen in der Zwickmühle. »Die Dunkelziffer ist hoch, doch ist tatsächlich anzunehmen, dass Unternehmen im ersten Fokus eines Erpressers stehen. Aber auch auf privaten Rechnern tummeln sich wichtige und sensible Dokumente. Um sich nicht erpressbar zu machen, sollten also auch Privatpersonen auf der Hut vor Ransomware-Attacken sein«, warnt Mathias Gärtner, stellv. Vorsitzender der NIFIS und Sachverständiger für Systeme und Anwendungen der Informationstechnologie für den Bereich Netzwerktechnik.

Konsequente Datensicherheit ist die Lösung

Lediglich eine effiziente Datensicherung kann die Auswirkungen der Ransomware minimieren. Davon sind 82 Prozent der Befragten überzeugt. Auch Gärtner sieht Aktualität als das oberste Gebot für sicheres Datenmaterial. »Grundsätzlich sollte jede Software aktuell gehalten werden, Virenschutz und Firewall sollten aktiv sein. Aber auch eine Firewall hilft nicht gegen Ransomware, da sie in der Regel nicht den Inhalt der Kommunikation überprüft. Next Generation Firewalls können dies zwar, hier ist jedoch zu hinterfragen wie häufig die Prüfsignaturen erneuert werden und ob der Schadcode überhaupt erkannt werden kann etwa bei einer Transportverschlüsselung.

 

[1] Die kompletten Studienergebnisse »IT- und Datensicherheit 2017« können unter team@euromarcom.de kostenfrei angefordert werden.
NIFIS Nationale Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit e.V. ist eine neutrale Selbsthilfeorganisation, die die deutsche Wirtschaft im Kampf gegen die täglich wachsenden Bedrohungen aus dem Netz technisch, organisatorisch und rechtlich unterstützen möchte. Vornehmliches Ziel der Arbeit der unter dem Dach der NIFIS organisierten Gremien ist es, Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität sowie den sicheren Transport von Daten in digitalen Netzwerken sicherzustellen. Dazu entwickelt die NIFIS seit ihrer Gründung im Jahr 2005 unterschied­liche Konzepte und setzt diese in pragmatische Lösungen um. Zu den Schwerpunkten der Tätigkeit zählen die aktive Kommunikation und die Bereitstellung von Handlungsempfehlungen und Dienstleistungen.
Weitere Informationen: NIFIS Nationale Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit e.V., Berkersheimer Bahnstraße 5, 60435 Frankfurt, Tel.: 069 2444 4757, Fax: 069 2444 4746, E-Mail: nifis@nifis.de, Web: www.nifis.de

 


 

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