Deutschlands Süden überdurchschnittlich onlineaffin

Im Süden Deutschlands sind die Onlineausgaben über-, im Osten größtenteils deutlich unterdurchschnittlich. Das zeigt der frisch erschienene HDE-Online-Monitor 2018.

 

»Die regionalen Unterschiede im Onlinekaufverhalten sind teilweise sehr deutlich«, so der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp. Grundlage für die Einschätzung der jeweiligen Region ist die Online-Affinität der Bevölkerung. Diese wird über den Anteil der Online-Shopper je Bundesland, gemessen an der jeweiligen Gesamtbevölkerung, ermittelt. Tendenziell korrespondiert der Anteil der Onlinekäufer mit dem Durchschnittsalter der jeweiligen Bevölkerung – je höher das Durchschnittsalter, desto niedriger der Anteil der Online-Shopper. Anschließend werden die durchschnittlichen Onlineausgaben je Online-Shopper mit dem regionalen Kaufkraftniveau gewichtet. Aus dem Anteil der Online-Shopper und den gewichteten Onlineausgaben ergibt sich dann die Onlineaffinität je Region.

»Alle online-affinen Kunden müssen die Chance bekommen, auch online einzukaufen – deshalb brauchen wir flächendeckend im Festnetz und mobil schnelles Internet. Und auch die Händler müssen die Gelegenheit haben, alle online-affinen Kunden zu bedienen«, so Tromp weiter. Deshalb bewertet der HDE den von der Bundesregierung angekündigten Ausbau von Gigabit-Netzen bis 2025 positiv. Die vorgesehenen Gelder sollten möglichst rasch in den Ausbau des Glasfasernetzes fließen. Tromp: »Der entscheidende Punkt ist, dass die selbstgesetzten Ziele – im Gegensatz zur letzten Legislaturperiode – auch umgesetzt werden.« Der vorgesehene Rechtsanspruch auf »schnelles Internet« könnte hier unterstützend wirken, greift aber leider erst ab 2025.

 

Mehr Daten und Fakten zum Online-Handel unter www.einzelhandel.de/online-monitor.

 


 

E-Commerce: So digital sind die Umsätze der Branchen

48,9 Milliarden Euro hat der Einzelhandel im engeren Sinne (ohne Kfz, Tankstellen, Brennstoffe und Apotheken) laut HDE Online-Monitor 2018 im vergangenen Jahr umgesetzt [1]. Das entspricht 9,5 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes. Indes ist der Anteil von E-Commerce am Gesamtmarkt in einigen Branchen schon deutlich höher. So werden im Bereich Consumer Electronics bereits fast 29 Prozent der Umsätze über das Internet erwirtschaftet. Schlusslicht ist mit zwei Prozent Onlineanteil unverändert der Bereich Fast Moving Consumer Goods, also Konsumgüter des alltäglichen Bedarfs wie Lebensmittel und Drogerieartikel. Mathias Brandt

[1] https://www.einzelhandel.de/online-monitor

https://de.statista.com/infografik/13682/anteil-von-e-commerce-am-gesamtumsatz-nach-branchen-in-deutschland/

 


 

 


 

E-Commerce-Anteil am Einzelhandelsumsatz könnte sich bis 2023 auf rund 20 Prozent verdoppeln

Bereits zum vierten Mal legen die Forscher von ibi research an der Universität Regensburg eine Prognose zur Entwicklung des Einzelhandels in den nächsten Jahren vor. Demnach könnte der Anteil der Online-Umsätze am Einzelhandel bis zum Jahr 2023 auf 19,8 Prozent ansteigen. Diese Zahl basiert auf dem sogenannten »progressiven Szenario« der Untersuchung. Im Jahr 2016 hatte der Anteil noch bei 9,1 Prozent gelegen. Im »Basisszenario« – also dem wahrscheinlicheren Fall – wird der E-Commerce-Anteil etwas moderater steigen und 2023 bei 15,5 Prozent liegen. Das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Anstieg von 7,8 Prozent.

Alle Einzelhändler müssen sich heutzutage mit dem Thema Internet und Online-Handel auseinandersetzen und ihre aktuelle strategische Positionierung überdenken. Dabei treten oft sehr grundsätzliche Fragestellungen auf. Mit der Studie »E-Commerce-Strategien für den mittelständischen Einzelhandel« hatte das Regensburger Forschungsinstitut ibi research im Herbst 2014 im Auftrag des bayerischen Wirtschaftsministeriums mittelständischen Einzelhändlern strategische Optionen aufgezeigt und Handlungsempfehlungen gegeben. Im Rahmen der Studie wurde auch eine Prognose der Entwicklung des E-Commerce über fünf Jahre erstellt und seither jährlich aktualisiert. Jetzt haben die Experten ihre neue Prognose des Einzelhandels bis zum Jahr 2023 vorgelegt.

Weiterhin hohes E Commerce-Wachstum

Die Dynamik im E Commerce ist demnach unverändert hoch. Die Umsätze im Online-Handel wachsen weiter stark, zwischen 2010 und 2016 um durchschnittlich 19,3 Prozent jährlich – und das, obwohl die Umsätze des gesamten Einzelhandels, also inklusive des Stationärhandels, im selben Zeitraum preisbereinigt nur um 0,8 Prozent pro Jahr zulegten. Diese magere Entwicklung des (stationären) Handels geht vor allem zulasten der mittelständischen Fachhändler. Deren Marktanteil hat sich von 2000 bis 2015 um rund 40 Prozent verringert.

Online-Marktanteil am Einzelhandel im Jahr 2023 könnte knapp 20 Prozent betragen

Der Anteil des E Commerce an den Einzelhandelsumsätzen betrug 2016 9,2 Prozent. Bis zum Jahr 2023 soll dieser Anteil bis auf 15,5 Prozent ansteigen (Basisszenario), wobei im progressiven Szenario sogar ein Anstieg bis auf 19,8 Prozent erwartet wird – mehr als doppelt so viel wie derzeit. »Berücksichtigt man, dass im Lebensmitteleinzelhandel der Online-Verkauf nahezu keine Rolle spielt, ergibt sich für den restlichen Einzelhandel (ohne Lebensmittel) bereits heute ein Online-Anteil am Umsatz von 14 Prozent«, weiß Holger Seidenschwarz, Handelsexperte bei ibi research und für die Studie verantwortlich.

Abbildung 1: Prognose des E-Commerce-Anteils im Einzelhandel

 

[1] Die Studie »E Commerce-Strategien für den mittelständischen Einzelhandel« steht kostenfrei zur Verfügung unter www.ibi.de/e-commerce-strategien. Die Ergebnisse der vorliegenden Prognose bis 2023 stehen kostenfrei zur Verfügung unter www.ibi.de/e-commerce-prognose.

 


 

 

 

 

 

 

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