Die Mehrheit der Wähler erachtet Fake News als Gefahr für die Demokratie

Mehr als die Hälfte der Befragten glaubt, Fake News seien kein neues Phänomen.

 

Das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen YouGov befragte aktuell die deutschen Wähler über deren Nutzung und Wahrnehmung von Medien sowie deren Einschätzung zu Falschmeldungen, den sogenannten Fake News [1]. Am meisten wird der Polizei und dem Bundesverfassungsgericht vertraut. An dritter Stelle folgen dann die öffentlich-rechtlichen Medien. Abgeschlagen auf Platz 8 liegen die privaten Medien. Zwei von fünf der Befragten (41 Prozent) sind der Meinung, dass man privaten, kommerziellen Medien eher nicht oder überhaupt nicht vertrauen kann.

Grundsätzlich skeptisch

Deutsche Wähler zeigen sich grundsätzlich skeptisch gegenüber medialer Berichterstattung. Nur etwas mehr als ein Drittel (35 Prozent) fühlt sich über das politische Geschehen in Deutschland korrekt informiert. Ebenfalls nur ein Drittel ist der Meinung, dass die Medien und deren Berichterstattung grundsätzlich glaubwürdig sind. Außerdem sind drei von zehn Deutschen der Meinung, dass die klassischen Medien Ereignisse verschweigen würden, um politisch korrekt zu sein. »Aus unserer Sicht stellen dies bedenkliche Werte dar«, erläutert Holger Geißler, Head of Research YouGov Germany. »In den USA, wo nur noch 30 Prozent der Bürger den Medien vertrauen, gehört Medienschelte inzwischen zum guten Ton der Regierenden. Eine solche Entwicklung schwächt die Kontrollfunktion der vierten Gewalt im Staat.«

Die Quellen

Mehr als zwei Drittel der Wähler (73 Prozent) erhalten ihre Informationen zum politischen Geschehen im Land über das Fernsehen. Auf Platz zwei folgt dann schon das Internet mit 61 Prozent. Davon verfolgt fast die Hälfte Diskussionen über Politik und jeder Zehnte diskutiert aktiv mit. Insbesondere Anhänger der Linken, der FDP und der AfD beteiligen sich online fleißig am politischen Diskurs. Radio (47 Prozent) und Zeitungen (42 Prozent) folgen als Informationsquelle abgeschlagen auf Platz drei und vier.

Tageszeitungen und öffentlich-rechtlichen Fernsehsender

Die Angebote von Tageszeitungen und öffentlich-rechtlichen Fernsehsender werden deutlich vertrauenswürdiger wahrgenommen als andere Quellen. Online-Nachrichtenportale, Online Angebote von Boulevard-Zeitungen und Boulevard-Zeitungen selbst schneiden besonders schlecht in Sachen Glaubwürdigkeit ab. Allerdings beurteilen die befragten Wähler die Social-Media-Kanäle YouTube, Facebook und Twitter als noch weniger verlässlich. Fast die Hälfte der Deutschen Wähler (48 Prozent) erachten Fake News als ernsthafte Gefahr für die Demokratie. Mehr als die Hälfte ist überzeugt, dass es dieses Phänomen schon immer gab. Immerhin ein Drittel der Befragten ist der Meinung, dass der Begriff derzeit häufig verwendet wird, um die Glaubwürdigkeit einer eigentlich richtigen Nachricht in Zweifel zu ziehen. Die Verantwortung im Kampf gegen Fake News sehen die Wähler vor allem bei den Medien und Journalisten selbst. Nur ein Viertel der Befragten erachtet eine staatliche Behörde zur Überprüfung von Falschnachrichten als sinnvoll.

Soziale Medien und Boulevard-Zeitungen

Interessanterweise sehen die Wähler vor allem soziale Medien und Boulevard-Zeitungen als stark oder sehr stark anfällig für Falschmeldungen. Dabei führt Facebook mit 61 Prozent, gefolgt von Twitter (55 Prozent) und YouTube (51 Prozent). Vier von zehn Wählern (41 Prozent) sind der Meinung, dass Fake News bestimmt oder wahrscheinlich eine Rolle im aktuellen Wahlkampf zur Bundestagswahl spielen wird. Und jeder vierte deutsche Wähler ist überzeugt, dass dies den Ausgang der Bundestagswahl beeinflussen kann.

[1] YouGov befragte im Zeitraum vom 29.05.2017 bis zum 31.05.2017 repräsentativ 2.000 ausgesuchte Personen in Deutschland ab 18 Jahren zu ihrer Meinung zu Fake News in einer geschlossenen Online-Umfrage. Die Ergebnisse der YouGov-Studie »Fake News« können Sie nach Registrierung hier herunterladen. http://campaign.yougov.com/DE_2017_08_Political_Fake_News.html

 


 

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