Diese drei Trends verändern die Automobilindustrie

Die wesentlichen aktuellen Entwicklungen der Automotive-Branche sind der Boom der Elektroautomobilität in Asien, neue Produktionskonzepte und die wachsende Bedeutung digitaler Services.

foto quelle ifs Automotive (002)

Vor allem Elektro-Autos und Connected Cars bescheren der Automobilindustrie einen fundamentalen Wandel. IFS erläutert die wesentlichen Trends der Branche und zeigt auf, welche Anforderungen sich daraus für die Business-Software von Automotive-Unternehmen ergeben.

 

  1. Elektro-Autos eröffnen Zulieferern neue Chancen.
    In Europa und vor allem in Deutschland setzen sich Elektro-Autos derzeit nur langsam durch. Auf globaler Ebene betrachtet, sind sie aber eindeutig auf dem Vormarsch. Das Wachstum wird momentan vor allem von China getrieben, wo gesetzliche Vorgaben zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs für eine große Nachfrage auf dem Markt für E-Autos sorgen. Daraus ergeben sich auch für deutsche Zulieferer große Chancen. Es werden neue, auf Komponenten von E-Autos spezialisierte Unternehmen entstehen; und vor allem kleine, innovative und agile Zulieferer, die in der Lage sind, schnell auf neue Anforderungen zu reagieren und neue Standorte zu eröffnen, werden profitieren.

 

  1. Die Produktionsprozesse wandeln sich.
    Die klassischen, rund 100 Jahre alten Herstellungsprozesse von Autos stehen vor ihrer Ablösung. Dafür gibt es zwei wesentliche Gründe. Zum einen sorgen Elektro-Autos und Hybrid-Modelle für neue Produktionsabläufe. Sie sind anders aufgebaut als die herkömmlichen Autos mit Verbrennungsmotor – der Elektro-Motor beispielsweise findet sich häufig direkt an den Achsen – und müssen dementsprechend anders montiert werden. Zum anderen wenden sich die Automobilhersteller bei Autos mit Verbrennungsmotoren neuen, effizienteren Methoden zu. So kündigte Audi im November 2016 an, das Fließband abzuschaffen und freut sich jetzt auf einen um 20 Prozent höheren Ausstoß.

 

  1. Digitale Services werden zum Differenzierungsmerkmal.
    In Sachen Komfort werden sich die Autos immer ähnlicher. So mancher Kleinwagen bietet mittlerweile fast dieselben Funktionen wie eine Oberklasse-Limousine. Es sind zunehmend nur noch Größe und Leistung, die die einzelnen Klassen voneinander unterscheiden – und diese Kriterien werden für die nachkommenden Generationen immer unwichtiger. Für die Käufer aus der Generation Y zählen vor allem die digitalen Fähigkeiten von Connected Cars. Diese Services werden künftig ganz maßgeblich darüber mitentscheiden, zu welcher Klasse ein Auto gehört.

»Die Automobil-Branche steht vor nachhaltigen Veränderungen, die auch große Auswirkungen auf die Business-Software der Unternehmen haben«, sagt Stefan Issing, Global Automotive Industry Director von IFS. »Wollen deutsche Zulieferer vom Boom der Elektro-Autos in Asien profitieren, benötigen sie Systeme, die globale Standards erfüllen und sich in internationale Lieferketten einbinden lassen. Außerdem scheinen die Tage der klassischen, einst von Henry Ford erfundenen Fließbandfertigung gezählt zu sein. Mit starren IT-Prozessen kommen Automotive-Unternehmen deshalb nicht mehr weiter. Ihre Business-Software muss flexible Planungstools bieten, mit denen die Unternehmen schnell auf sich ändernde Fertigungskonzepte eingehen können.«

Informationen zu den Automotive-Lösungen von IFS stehen auf: http://www.ifsworld.com/de/branchen/automobilbranche.


 

In der Automobilindustrie werden die Karten neu gemischt

USA und Deutschland gelten als führend bei Entwicklung selbstfahrender Autos.

Die deutschen Autohersteller müssen sich weiter anstrengen, wenn sie beim autonomen Fahren ihren Platz in der internationalen Spitzengruppe halten wollen. Aktuell sagen 28 Prozent der Deutschen, dass Hersteller aus den USA eine führende Rolle rund um die Entwicklung selbstfahrender Autos haben. Dahinter folgen deutsche Anbieter (19 Prozent), Unternehmen aus China und Japan (je 10 Prozent) sowie Südkorea (8 Prozent). Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter 1.006 Bundesbürgern ab 18 Jahren [1].

Die größte Kompetenz beim autonomen Fahren wird aktuell gleichermaßen neuen Automobilherstellern wie Tesla und klassischen Automobilherstellern wie BMW, Daimler oder Toyota zugesprochen. Die neuen Autohersteller sehen 36 Prozent aller Befragten und sogar 48 Prozent der 18- bis 29-Jährigen vorne. Genauso gut schneiden die klassischen Autokonzerne ab, denen ebenfalls 36 Prozent aller Befragten die Spitzenposition zuschreiben. Dabei schneiden die ausländischen Hersteller (21 Prozent) etwas besser ab als die deutschen (15 Prozent). IT- und Internetunternehmen wie Google, Apple und Uber liegen auf dem dritten Platz (17 Prozent).

»Bei der Mobilität der Zukunft werden selbstfahrende Fahrzeuge die zentrale Rolle spielen. Deutschland hat als Automobilnation Nummer eins die besten Voraussetzungen, hier eine bedeutende Rolle zu spielen und Leitanbieter zu werden«, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. »Entscheidend ist es, dass Automobilhersteller, Zulieferer, Mobilitäts-Start-ups und Unternehmen der Web-Ökonomie gemeinsam an neuen Konzepten und Technologien arbeiten.« Um diese Zusammenarbeit zu fördern, wird im Februar auf Initiative des Bitkom ein digitaler Hub rund um die Mobilität der Zukunft eröffnet. Maßgeblich beteiligt am Münchener Mobility-Hub, der Teil der bundesweiten »Digital Hubs«-Initiative ist, ist der von der Unternehmerin Susanne Klatten gegründete und europaweit führende Inkubator UnternehmerTUM.

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Mobilitätsdienstleister

Fragt man die Bundesbürger, wer ihrer Meinung nach das Rennen beim autonomen Fahren am Ende gewinnen wird, sieht das Bild für die klassischen Automobilkonzerne besser aus. Vier von zehn Bundesbürgern (40 Prozent) sehen am Ende die klassischen Autohersteller vorne. Dabei schneiden die ausländischen Unternehmen mit 23 Prozent etwas besser ab als die deutschen mit 17 Prozent. Lediglich jeder Dritte (33 Prozent) erwartet, dass die neuen Automobilhersteller als Gewinner beim Rennen um das autonome Fahren durchs Ziel gehen. Und nur 12 Prozent erwarten, dass die IT- und Internetunternehmen den Wettbewerb für sich entscheiden. »Die Verbreitung von autonomen Fahrzeugen wird dazu führen, dass sich die Hersteller von Fahrzeuganbietern zu Mobilitätsdienstleistern entwickeln«, sagt Rohleder. »Durchsetzen wird sich, wem die beste Integration von Fahrzeug, Software und Diensten gelingt.«

Wie sehr die Grenzen zwischen den ehemals getrennten Branchen Automobil und IT verschwimmen, zeigt die Consumer Electronics Show CES. Sie beginnt am Donnerstag in Las Vegas. Das vernetzte Fahren und autonome Fahrzeuge sind auch in diesem Jahr wieder wichtige Themen bei dieser Messe, die vor einigen Jahren noch vor allem Handys und Fernsehgeräte zeigte.

[1] Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Befragung, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.006 Personen ab 18 Jahren in Deutschland befragt, darunter 786 Autofahrer. Die Fragestellungen lauteten: »Aus welchem Land kommen die Hersteller, die Ihrer Meinung nach aktuell eine führende Rolle beim autonomen Fahren haben?«, »Wer hat aktuell beim Thema autonomes Fahren die Nase vorn?« und »Wer wird den Wettbewerb um das autonome Fahren gewinnen?«

 


 

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