Digital transformieren oder analog verschwinden

Das Überleben des eigenen Unternehmens steht auf dem Spiel. Immer mehr Unternehmenslenker und IT-Verantwortliche gelangen zu der Erkenntnis, dass der durchaus steinige Weg in eine gesicherte Zukunft nur über eine fundamentale digitale Transformation der Wertschöpfungsketten und der Geschäftsprozesse führt.

Das Digitale ist seit jeher das ureigenste Betätigungsfeld der IT. Deshalb begehen viele Organisationen den Denkfehler die digitale Transformation als alleinige Aufgabe der IT-Abteilung zu sehen. Sicherlich, der IT kommt eine tragende Rolle als »Digital Enabler« zu, aber ihr die gesamte Verantwortung für die digitale Umgestaltung des Unternehmens aufzubürden, ist wagemutig. Die gesamtheitliche Sicht auf die digitale Transformation gilt insbesondere für die IT selbst, allerdings muss die in vielen Unternehmen für den digitalen Wandel erst fit gemacht werden.

Die gesteigerte Interdependenz von Business und IT verlangt nach einem neuen, vielseitigeren Mitarbeiter, der diese engere Verzahnung von Beginn an in den Fokus nimmt und über alle Phasen des Transformationsvorhabens kompetent und Business-IT-übergreifend sicherstellt. Da, wo diese Qualifikationen nicht im eigenen Unternehmen vorhanden sind, müssen sie extern bei Beratern eingekauft werden – die allerdings vor derselben Problematik des Mangels an qualifizierten, holistisch denkenden Consultants stehen.

Gehen Sie davon aus, dass die digitale Transformation von Vorbehalten und Ängsten seitens Ihrer Mitarbeiter begleitet sein wird. Hier gilt es – wie bei jedem Change-Prozess – die Mitarbeiter rechtzeitig mit ins digitale Boot zu holen und ihnen die Vorteile und die absolute Notwendigkeit der Digitalisierung zu vermitteln. Kaum einer, der bereit ist sich weiterzubilden, muss sich um seinen Arbeitsplatz Sorgen machen. Selbst nach optimistischen Berechnungen werden in Deutschland 2030 rund 5,8 Millionen gut ausgebildete Arbeitskräfte fehlen [1].

Mit digitalen Grüßen, Ihr Albert Absmeier
Chefredakteur


[1] http://ap-verlag.de/arbeitskraeftemangel-in-2030-birgt-grosse-gefahr-fuer-wohlstand-und-wachstum/9674/

Arbeitskräftemangel in 2030 birgt große Gefahr für Wohlstand und Wachstum

Deutschland könnten in 13 Jahren zwischen 5,8 und 7,7 Millionen Arbeitskräfte fehlen. Alle Bundesländer sind davon betroffen, die neuen Bundesländer aber besonders stark. Verlust an Wirtschaftsleistung in 2030 bis zu 550 Milliarden Euro möglich.

Vom Babyboom zur Mangelware – der demografische Wandel wird zu einem großen Problem für den deutschen Arbeitsmarkt, denn Fachkräftemangel bremst das Wirtschaftswachstum. Diese Entwicklung wird sich bis 2030 noch verschärfen. In Deutschland könnten so in den kommenden 13 Jahren 5,8 bis 7,7 Millionen Arbeitskräfte fehlen. Dies geht aus der Studie »Die halbierte Generation« von The Boston Consulting Group hervor. »Von dieser Arbeitskräftelücke sind alle Bundesländer betroffen. Wenn wir nichts dagegen unternehmen, steht das deutsche Wirtschaftswachstum auf dem Spiel und letztlich auch unser Wohlstand«, sagt Rainer Strack, BCG-Senior-Partner und Autor der Studie. Den Berechnungen zufolge könnten Deutschland aufgrund dieser Lücke in 2030 rund 410 bis 550 Milliarden Euro an Wirtschaftsleistung entgehen.

Arbeitskräfteangebot deckt nicht den Bedarf

In der Studie werden vier verschiedene Szenarien simuliert, wie sich Arbeitskräfteangebot und -bedarf bis 2030 entwickeln könnten, um aus dieser Differenz die Arbeitskräftelücke zu berechnen. Eines der vier Szenarien ist das sogenannte Basisszenario, dem beispielsweise eine optimistische Bevölkerungsentwicklung zugrunde liegt, die bereits eine hohe Nettomigration und eine steigende Erwerbsquote voraussetzt.

In diesem Basisszenario ergibt sich in Deutschland eine Arbeitskräftelücke von 6,1 Millionen im Jahr 2030. In den Bundesländern werden die Lücken unterschiedlich groß sein: Während Bayern das nach absoluten Zahlen höchste Arbeitskräftedefizit von rund 1,2 Millionen verzeichnen könnte, sieht sich Thüringen mit der größten relativen Lücke von minus 28 Prozent konfrontiert. »Vor allem in den neuen Bundesländern wird der Mangel zum großen Problem werden«, sagt Rainer Strack voraus. »Den Verlust von bis zu einem Fünftel der Arbeitskräfte werden diese Regionen kaum verkraften, ohne in ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit erheblichen Schaden zu nehmen. Bleiben Gegenmaßnahmen aus, sind eine weitere Verödung ländlicher Gebiete, die Abwanderung von Betrieben und das Schrumpfen lokaler Märkte absehbar.«

Hoher Handlungsdruck: Deutschland braucht langfristige Personalstrategie

Das Wachstum der gesamten Wirtschaftsleistung in Deutschland – gemessen am Bruttoinlandsprodukt pro Kopf – würde im Verhältnis zu Vergangenheitswerten folglich drastisch zurückgehen: von durchschnittlich 1,3 auf 0,5 Prozent pro Jahr. Der Handlungsdruck für die Beteiligten in Politik und Wirtschaft, diese Auswirkungen abzumildern, ist hoch.

»Wir brauchen eine langfristige Personalplanung – das gilt für Unternehmen wie auch für Deutschland. Im Vergleich zur Kapitalseite, bei der kontinuierlich gemessen wird, wie produktiv Eigen- und Fremdkapital eingesetzt werden, sind viele Unternehmen und eben auch die deutsche Politik von einer vergleichbar intensiven Betrachtung des Vermögenswertes ›Mitarbeiter‹ noch weit entfernt«, resümiert Strack. »Wir müssen uns viel stärker damit auseinandersetzen, welche Mitarbeiter wir jetzt und in Zukunft brauchen, woher sie kommen und wie wir sie bestmöglich ausbilden können.«

[1] Die aktuelle Untersuchung »Die halbierte Generation« ist eine Vertiefung und Weiterentwicklung der BCG-Studie The Global Workforce Crisis. $10 Trillion at Risk aus dem Jahr 2014 über demografische Entwicklungen und ihre Folgen auf weltweiter Ebene. Das Onlineportal findet sich unter www.bcgperspectives.com.

grafik bcg arbeitskräftemangel deutschland 2030

 

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