Digitale Transformation: So tappen Unternehmen in die Agilitätsfalle

Laut einer weltweiten Studie bewerten 87 % der Unternehmen den digitalen Wandel als »erhebliche strategische Herausforderung« und 70 % sind der Ansicht, dass ihre Transformationsprojekte durch komplexe Strukturen erschwert werden [1].

Die globale Befragung von über 1.000 IT- und Customer-Experience-Experten macht deutlich, dass die Unternehmen den digitalen Wandel beherzt angehen. 73 % der Studienteilnehmer sind davon überzeugt, dass eine zögerliche Umsetzung zum wirtschaftlichen Niedergang führen würde. Gleichzeitig geraten zahlreiche Großunternehmen aufgrund der hohen Transformationsgeschwindigkeit und der enormen Komplexität des Unterfangens in eine technologische Sackgasse, aus der sie sich nur schwer befreien können.

Der Wandel nimmt Fahrt auf  

Nur in einem von drei Unternehmen (32 %) läuft derzeit eine größere Anzahl von Transformationsprojekten. Federführend sind dabei die USA und Kanada, wo bereits in 52 % der Unternehmen digitale Projekte aufgelegt wurden. Auf Rang 2 und 3 folgen Brasilien (39 %) und Großbritannien (31 %), während am anderen Ende der Skala Skandinavien (24 %) und die Beneluxstaaten (19 %) zu finden sind. Mit 26 % bewegt sich Deutschland im Mittelfeld.

Drei Viertel der Befragten (75 %) führen die immer rasantere Geschwindigkeit der Veränderungen auf disruptive neue Marktteilnehmer zurück, die den Status quo in Frage stellen. Für 82 % ist klar, dass auch sie den Wandel beschleunigen müssen, um mit den Entwicklungen in ihrer Branche Schritt zu halten.

Die entscheidenden Transformationstreiber  

Auf die Frage nach den zentralen Antriebsfaktoren und Risiken der digitalen Transformation antworten die befragten Unternehmen ganz unterschiedlich: Drei von fünf Teilnehmer (60 %) nennen den Wunsch nach mehr betrieblicher Agilität als Schlüsselfaktor, während für mehr als die Hälfte (54 %) die effektive Reaktion auf neue Kundenerwartungen im Vordergrund steht.

80 % der befragten Unternehmen halten eine bessere Kundenerfahrung, die die aktuellen Erfordernisse und Gegebenheiten des einzelnen Kunden berücksichtigt, für ausschlaggebend, um im Konkurrenzkampf zu bestehen. Noch deutlicher steht der Kunde im Fokus, wenn der digitale Wandel bereits in weiten Teilen vollzogen wurde; 79 % dieser Teilnehmergruppe nennen geänderte Kundenerwartungen als wichtigsten Antriebsfaktor.

»Die Wünsche und Erwartungen der Kunden haben direkte Auswirkungen darauf, wie die Unternehmen ticken. Sie sind damit der Motor für das enorme Momentum der digitalen Transformation«, kommentiert Bizagi-CEO Gustavo Gomez die Studienergebnisse. »Die Mehrzahl der Unternehmen hat größte Mühe damit, sich nicht den Fallstricken der digitalen Transformation zu verfangen. Wer diese Fallstricke vermeiden will, muss die Antriebsfaktoren für den Wandel kennen und die nötige IT-Agilität schaffen, um schnell darauf reagieren zu können. Als nächsten Schritt kann er dann Innovation, Kollaboration und Technologie so ausbalancieren, dass er seine jeweils aktuellen Herausforderungen bewältigt und eine Unternehmensmannschaft formt, die den Wandel annimmt und aktiv umsetzt. Nur wer dies schafft, wird die Früchte der digitalen Transformation ernten.«

Die Agilitätsfalle  

Haupthindernisse bei der schnellen Umsetzung des digitalen Wandels sind Unternehmenskultur, komplexe Organisationsstrukturen und mangelnde Prozesse, die den Mitarbeitern ermöglichen, sich einzubringen, zu kooperieren und innovativ zu sein. Bizagi fasst diese Hindernisse unter dem Begriff der »Agilitätsfalle« zusammen. Sie entsteht immer dann, wenn das Streben nach einer zügigen digitalen Transformation durch wirtschaftliche, organisatorische oder technologische Komplexität ausgebremst wird.

Dass die größte Gefahr für die Unternehmen darin besteht, für die Umsetzung der digitalen Transformationsprojekte nicht wirklich bereit zu sein, bestätigt die überwiegende Zahl der Studienteilnehmer (70 %). Sie beklagen, dass ihre Transformationsbemühungen durch interne Komplexitäten durchkreuzt werden. Die Mehrheit der deutschen Befragten (73 %) sieht dies als einen Hinderungsgrund.

Auch wenn die entsprechenden Projekte höchste Priorität erhalten, gilt: Je höher das von den Unternehmen gefahrene Transformationstempo ist, desto mehr Hindernisse tauchen auf, die ein schnelles Vorankommen erschweren. Auf dem Weg zur digitalen Transformation lauern demnach folgende Fallen:

  • Mangelnde Planung: Ein häufiger Fehler besteht darin, dass vor Beginn des Umbaus die Komplexität vorhandener Geschäftssysteme und -prozesse nicht ausreichend bedacht wird. Fast zwei Drittel der Befragten (63 %) räumen ein, dass sie bei ihren Bemühungen um attraktive Services und Benutzererfahrungen die potenziellen Auswirkungen und Ausmaße eines Systemumbaus nicht genügend berücksichtigen.
  • Unterschätzte Widerstände: Die Ablehnung von Veränderungen ist in der Unternehmenswelt weit verbreitet; 51 % der befragten Teilnehmer geben an, dass sie der Transformation eher kritisch beziehungsweise mit gemischten Gefühlen gegenüberstehen.
  • Unzureichende Agilität der Systeme: Nur 28 % der Studienteilnehmer halten ihre Kundensysteme für sehr agil; 26 % bezeichnen ihre Mitarbeitersysteme und nur 21 % ihre operativen Systeme als agil.

Gustavo Gomez fasst die Situation so zusammen: »Ganz offensichtlich stellt die digitale Transformation viele Unternehmen vor signifikante Herausforderungen. Überwunden werden können diese nur durch eine Technologie, die die Komplexität bisheriger Systeme vermeidet, eine offene, innovationsorientierte Kultur schafft und für mehr betriebliche Agilität sorgt. Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, können die Unternehmen die Agilitätsfalle vermeiden beziehungsweise sich aus ihr befreien und ihre digitalen Transformationsziele erreichen.«

[1] Den vollständigen Bericht zur »Agility Trap«-Studie finden Sie unter http://www.bizagi.com/en

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