Digitalisierung – Wegbegleiter in die digitale Zukunft

Die digitale Transformation ist nicht mehr aufzuhalten. Was kann ein IT-Dienstleister unternehmen, um seine Kunden dabei optimal zu unterstützen? Uwe Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Cosmo Consult-Gruppe, weiß das.

Herr Bergmann, Sie kooperieren seit Kurzem mit dem Marktforscher und Analysten Gartner. Was versprechen Sie sich davon?

Gartner ist im Bereich IT die Analysten-Company, die schon seit Jahren die Trends erkennt und den Kurs vorgibt. Ich kenne niemanden, der in diesem Segment eine ähnlich gute Reputation hat. Der neutrale Analyst spricht in erster Linie mit IT-Kunden und bekommt so ein direktes Feedback von Unternehmen, die in IT und Digitalisierung investieren. Wir haben natürlich selbst eine Vorstellung davon, was die digitale Transformation oder die Digitalisierung der Gesellschaft bewegen wird, und wir haben natürlich mit Microsoft einen Partner, der sicherlich ganz weit vorn mit dabei ist. Aber wir wollen auch eine neutralere Meinung hören. Wir wollen für unsere strategische Ausrichtung wissen, wie man bei Gartner die Welt von morgen sieht und das Ganze mit unserem Bild verbinden.

Wie sieht das in der Praxis aus?

Wir haben den vollen Zugriff auf sämtliche Analysten im Gartner-Verbund. Es gibt dort Spezialisten für einzelne Bereiche wie ERP, Business Intelligence oder Data Science, aber es gibt auch Spezialisten für Länder, etwa für den ERP-Markt in Schweden. Wir haben die Möglichkeit, auf den gesamten Informationsschatz zuzugreifen. Wir haben die Möglichkeit, in den bekannten Magic Quadrants die Kriterien zu modifizieren oder eigene Kriterien anzusetzen, damit verschiebt sich dann auch die Position der Anbieter in den einzelnen Quadranten.

Zu ausgewählten Themen wie ERP, Digital Workplace, Business Intelligence oder Data Science kommen täglich neue Texte zu uns, in der Woche wohl über Hundert. Wir haben mehrere Leute mit verschiedenen Schwerpunkten, die darauf Zugriff haben. Unser Business Development ist da involviert, unsere internationalen Kollegen sind mit dabei, unsere Geschäftsführer sind teilweise dort drin und haben die Möglichkeit, auf diesen Content zuzugreifen. Eine Vielzahl von Webinaren und anderen Events bieten geradezu ein Feuerwerk neuer Themen. Man bekommt so auch ein wenig Insight aus dem Silicon Valley.

Uns geht es dabei natürlich nicht nur um unser Geschäft, sondern vor allem um das Geschäft unserer Kunden. Für uns ist ja wichtig, was wir unseren Kunden an Werkzeugen in die Hand geben müssen, damit die wiederum ihre Kunden mit digitalem zusätzlichen Nutzen versorgen können? Also Gartner hat zum Beispiel gesagt, dass 2020 50 Prozent der IT-Kosten für Integration benötigt werden, weil viel mehr Systeme zusammengebracht werden müssen. Daher sind unter anderem die Cloud-Themen so interessant, weil viele Dinge dort leichter zu integrieren sind.

50 Prozent der Investitionen für Integration? Aber wir haben doch schon die eierlegende Wollmilchsau in vielen ERP-Programmen mit allen denkbaren Funktionalitäten?

Gartner verkündet die Postmodern-ERP und damit so etwas wie ein Ende der klassischen ERP-Systeme, deren Anschaffung teuer ist und die im Betrieb oft unflexibel sind und durch viele Anpassungen ihre Update-Fähigkeit einbüßen. Es wird zwar immer noch das klassische on-premises ERP-System im Zentrum geben, aber daran angeschlossen viele andere Systeme etwa im HR-, CRM- oder Marketing-Bereich. Und die Orchestration all dieser Systeme wird eine der großen Aufgaben der IT-Manager sein. Der CIO ist nicht mehr dazu da, in Hardware-Büchsen die Festplatten reinzuschrauben, sondern sitzend zur Rechten des CEO wird er als wichtiger strategischer Partner neue Services und Produkte für die Zukunft gestalten.

Auch wird ein großer Teil des Handels künftig von Maschine zu Maschine abgewickelt. Ich sage meinem Handy, kauf mir bitte einen Computer beim billigsten Anbieter. Dann bestimmt Siri den Anbieter und Siri kauft ein. Was bedeutet das aber für die Technik, die ich beim Verkäufer zur Verfügung stellen muss? Wie locke ich Siri an? Wie kriege ich Siri dazu, bei mir zu kaufen? Damit beschäftigen wir uns heute, um zu sehen, was wir unseren Kunden liefern können, damit sie zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Werkzeuge haben, um weiterhin erfolgreich zu sein. Denn letztendlich sind wir ja vom Erfolg unserer Kunden abhängig.

Hat das schon Auswirkungen auf das Portfolio von Cosmo Consult?

Wir schauen unser Produktportfolio schon unter diesen Aspekten an. Gerade unter dem Blickwinkel der Integrationskosten haben wir ERP, CRM, Business Intelligence, Common Data Model, Machine Learning – also Artificial Intelligence – mit Dynamics 365 schon mal in einer integrierten Suite. Dann habe ich noch das ganze Thema Digital Workplace mit Office 365 auch als voll integrierte Plattform. Das heißt, wir versuchen alles so zusammenzubringen, dass wir es als eine End-to-End-Lösung liefern können, also als lückenlose Bereitstellung von Daten über die gesamte value chain. Das bedeutet nicht, dass jeder Kunde auch sofort alles kaufen muss. Aber er hat die Option, sukzessive seine Systeme zu erweitern, um diese volle Integration zu nutzen.

Office 365 zum Beispiel ist ja nicht mehr das, was wir vorher als Word, Excel und Powerpoint kannten. Das ist mittlerweile eine echte Business-Software. Die integrieren wir in unsere ERP-Lösung, in unsere CRM-Lösung, und darüber liegt die BI-Solution von Power-BI mit Möglichkeiten wie Cortana Intelligence und Machine Learning. Das ergänzen wir noch mit weiteren Lösungen wie unserem neuen Produkt cc|scout, einer kontextbasierten Hilfe für Geschäftsanwendungen, um die Nutzung von Software zu verbessern.

Welche Rolle spielt die digitale Transformation, wenn Sie Ihre Kunden auf dem Weg in die digitale Zukunft begleiten?  

Die digitale Transformation bedeutet letztendlich, die vielen Dinge, die ich im Geschäft oder auch privat tue, über digitale Prozesse abzuwickeln: Wie kaufe ich ein, wie bezahle ich, wie rechne ich ab, wie kommuniziere ich, wie bearbeite ich Dokumente? Oder auch – Stichwort collaboration – wie arbeite ich zusammen? Wie verarbeite, speichere und teile ich Informationen? Das alles muss auf den Weg gebracht und der analoge Teil immer mehr ausgeschaltet werden. Dabei geht es natürlich um eine Optimierung, eine Steigerung der Effizienz und der Produktivität, und dass ich einen Zugang habe zu zusätzlichen Informationen und dass ich Informationen leichter teilen kann; auch, dass ich meine Netzwerke, meine Teams unabhängig von ihrem physischen Ort einsetzen kann. Wenn ich sage, ich habe die besten Talente in verschiedenen Ländern oder in verschiedenen Städten, dann können die trotzdem als Team zusammenarbeiten und Skype als Alternative zum klassischen Telefon nutzen.

Für Analysen, Vorhersagen und Vorausplanungen sind viele zusätzliche digitale Daten nützlich. Digitale Daten deshalb, weil ich sie analog gar nicht verarbeiten könnte. Das heißt, die Digitalisierung ist die Voraussetzung für die Nutzung vieler Datenquellen wie etwa Marketingschnittstellen in soziale Netzwerke, mit denen man Produkte und Angebote optimieren könnte. Alle diese vielen Business-Prozesse wollen wir begleiten, auch beratend begleiten. Da sehen wir unseren großen Mehrwert als Consulting-Unternehmen.

Passiert das auch schon in der Praxis?

Natürlich. Wir machen unseren Kunden Angebote, die ihnen die Möglichkeit geben, tatsächlich die digitale Transformation in ihren Unternehmen umzusetzen. Wir liefern die Tools, wir liefern die Beratung, wir liefern die Technologien. Mittlerweile kann man anfangen, sukzessive dieses Thema umzusetzen. Zurzeit realisieren wir Industrie 4.0- und IoT-Projekte mit Kooperationspartnern wie dem Fraunhofer IFF oder großen Unternehmen wie Bosch. Dazu zählen Projekte wie die digitale Baustelle oder auch das Shutdown-Management einer großen Raffinerie. Das sind Lösungen, die wir inzwischen auf die gesamte industrielle Wertschöpfungskette erweitert haben – anzuschauen übrigens bei uns auf der Hannover Messe.

Gibt es auch Dinge, auf die sich Ihre Kunden einrichten müssen, aber die heute noch nicht möglich sind?

Was sich der Kunde aus meiner Sicht auf jeden Fall überlegen sollte: Welche digitalen Services biete ich meinen Kunden an und wie mache ich das. Und daraufhin kann man dann die Technologien aussuchen und einsetzen, seien es Portale oder Services oder andere Relationship-Managementsysteme. Und Effizienz und Produktivität sind nach wie vor ein wichtiges Thema, das steckt schon in der DNA unserer Kunden, und ich glaube, durch die Digitalisierung sind da noch sehr, sehr große Potenziale aufzuspüren. Dafür muss sich aber auch das Verhalten der Unternehmen verändern. Der Menschen in den Unternehmen. Ein genereller Change-Prozess ist gefordert, ein Wechsel zur permanenten Anpassungsfähigkeit. Ich glaube, das ist etwas, worauf sich Unternehmen heute einstellen müssen.

Sie meinen Flexibilität?

Genau. Dass man schneller bestehende Strukturen wieder über Bord wirft, um sich dann neuen Strukturen anzupassen. »Haben wir immer schon so gemacht« – das wird in der digitalen Zukunft das Todesurteil sein, denn »Haben wir immer schon so gemacht« wird sich definitiv verändern. Im Silicon Valley sitzen Top-Leute mit den besten Hochschulabschlüssen und denken den ganzen Tag nur darüber nach, wie sie etablierte Businessmodelle zerstören und durch digitale Businessmodelle ersetzen können. Das muss jetzt nicht für jeden Maschinenbauer oder Brückenbauer der direkte Konkurrent sein,  aber bestimmte Angebote daraus oder bestimmte Services daraus und auch die gibt es jetzt schon. Da möchten wir unsere Kunden unterstützen und überlegen, wie können die ihren Kunden auch diese Services bieten.

Das ist dann aber ein Problem der Software-Entwickler, ihren Kunden ein Werkzeug an die Hand zu geben, um da mithalten zu können.

Und genau das sehen wir als unsere Aufgabe, nämlich für unsere Kunden Werkzeuge bereitzustellen, um ganz vorne mitzuspielen. Und nicht nur allein von der Software her. Wir sind dabei, ein Partnernetzwerk aufzubauen, dessen Mitglieder unsere Kunden bei vielen weiteren Themen unterstützen können, etwa: Wie kann ich eine Innovationskultur in meinem Unternehmen etablieren. Denn auch was ich meinen Kunden anbiete, wie ich es ihnen anbiete, welche Netzwerke ich schließe, das alles ist Innovation. Und in diesem großen Rahmen wollen wir für unsere Kunden der Partner für die digitale Transformation sein.

Herr Bergmann, vielen Dank für das Gespräch.


Das Gespräch führte Volker Vorburg.
Bild: © Como Consult

 

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