Drei von zehn Deutschen daten online

Illustration: Absmeier, 27707

■  Sechs von zehn Usern sind gleich bei mehreren Diensten angemeldet.

■  Kostenpflichtige Dienste sind am populärsten.

■  Im Schnitt werden 38 Euro pro Monat für Dating-Dienste ausgegeben.

 

Das Date für den Valentinstag oder gleich die ganz große Liebe: Drei von zehn Internetnutzern (29 Prozent; 2017: 26 Prozent) überlassen den spontanen Flirt oder die Suche nach einem Partner nicht länger dem Zufall und gehen ins Internet. Die Suche nach der großen Liebe darf auch ruhig etwas kosten. Kostenpflichtige Angebote wie Parship, eDarling oder ElitePartner haben 49 Prozent aller Nutzer schon mal in Anspruch genommen, weitere 28 Prozent können sich dies vorstellen. Insbesondere teilweise kostenlose Online-Flirt-Dienste wie Tinder, Grindr oder Lovoo werden immer beliebter: 35 Prozent nutzen sie bereits. Das sind 7 Prozentpunkte mehr als noch im Vorjahr. Weitere 16 Prozent können es sich vorstellen, solche Dienste zu nutzen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom im Vorfeld des Valentinstages [1].

Ein ganz normaler Weg bei der Partnersuche

Single-Foren in sozialen Netzwerken wie örtliche Facebook-Gruppen verwenden 25 Prozent. Danach folgen Single-Reisebörsen wie travelark.de, urlaubspartner.net und singlereisen.net mit 16 Prozent. »Wie viele andere Bereiche unseres Lebens und Alltags beeinflusst die Digitalisierung auch die Art und Weise wie wir flirten und neue Partner kennenlernen. Online-Dating ist in Zeiten von »always on« ein ganz normaler Weg bei der Partnersuche«, sagt Bitkom-Expertin Julia Miosga. »Die hohen Werte bei der potenziellen Nutzung zeigen, dass das Potenzial der Online-Dating-Dienste noch nicht erschöpft ist und immer mehr Menschen ihre Vorurteile gegenüber der Partnersuche im Web verlieren.«

Quer durch alle Altersklassen nutzt die überwältigende Mehrheit (94 Prozent) Online-Dating-Dienste, um einen festen Partner kennenzulernen. Das sagen 91 Prozent der Männer und 96 Prozent der Frauen. Weitere 4 Prozent geben an, auf der Suche nach Flirts zu sein. »Der Reiz des Online-Datings liegt darin, schnell und unkompliziert eine große Auswahl interessanter neuer Bekanntschaften zu machen, idealerweise sogar direkt in der näheren Umgebung«, sagt Miosga. Im Schnitt geben die Nutzer von Online-Dating-Diensten dafür rund 38 Euro pro Monat dafür aus. Sechs von zehn Usern (59 Prozent) sind außerdem gleich bei mehreren Diensten angemeldet: So nutzen 28 Prozent lediglich einen Dienst, 34 Prozent sind bei zwei Dating-Diensten angemeldet, drei Dating-Portale nutzen 14 Prozent, vier und mehr 11 Prozent.

 

[1] Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.009 Bundesbürger ab 14 Jahren befragt, darunter 829 Internetnutzer und 244 Nutzer von Online-Dating-Diensten. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellungen lauteten: »Welche der folgenden Möglichkeiten, im Internet einen Partner kennenzulernen, haben Sie bereits genutzt oder können Sie sich vorstellen zu nutzen?«, »Wie viel zahlen Sie oder haben Sie pro Monat für Online-Dating-Dienste, also Dating-, Flirt- und Seitensprung-Portale, gezahlt?«, »Warum nutzen Sie Online-Dating-Dienste?« und »Bei wie vielen Online-Dating-Diensten, also Dating-, Flirt- und Seitensprung-Portalen, sind oder waren Sie angemeldet?«.

 


 

Risiko Online-Dating: Wenn User blind vor Liebe sind, wittern Cyberkriminelle fette Beute

Sehen Sie auch rot? Kein Wunder, denn Valentinstag steht vor der Tür! Wer noch immer auf einen Treffer von Amors Pfeil wartet, sucht sein Glück inzwischen meistens online, insbesondere bei Dating-Apps. Nicht umsonst gilt LOVOO als die aktuell erfolgreichste iPhone-App in Deutschland. Laut Bitkom nutzen rund 47 Prozent der Deutschen ihr Smartphone für den Onlineflirt, 42 Prozent ihr Tablet und immerhin noch 34 Prozent suchen mit dem Laptop nach einem potenziellen Partner. Doch beim heißen Online-Flirt gibt es einiges zu beachten, damit die Partnersuche so sicher wie möglich verläuft. Der europäische Security-Hersteller ESET gibt Tipps, damit aus der vermeintlichen großen Liebe keine böse Überraschung wird.

 

Lockvögel erkennen

Jeder dritte Nutzer in Deutschland hat über Online-Dating einen festen Partner gefunden. Doch egal ob zuhause am Rechner oder mobil via Smartphone oder Tablet: Wenn man am Anfang nur miteinander chattet, weiß man nicht, wer am anderen Ende der Leitung sitzt. Man kann also nie sicher sagen, ob es die Person ehrlich meint oder ob sie überhaupt die Person ist, für die sie sich ausgibt. Egal, ob man auf der Suche nach der großen Liebe ist oder einfach nur flirten will: Vorsicht ist geboten. Nicht selten kommt es vor, dass gefälschte Profile online gestellt werden, um neue User in die Falle zu locken. Zudem bedienen sich Betrüger oft bei Bildern anderer Nutzer, die sie häufig einfach von Facebook herunterladen und als ihr eigenes Bild im Dating-Profil ausgeben.

Der ESET Tipp: Google bietet auch die Möglichkeit, Bilder hochzuladen und daraus eine Suchanfrage zu erstellen. Dafür muss man nur das Bild des vermeintlichen Angebeteten herunterladen, es in die Suchleiste laden und schauen, ob noch jemand anderes das Bild verwendet. Wenn man auf eine ganze Fotogalerie von mehreren Profilen stößt, handelt es sich ziemlich sicher um ein Fake-Profil.

 

Geld statt Liebe

Neben Fake-Profilen gibt es eine ganze Reihe an Schadsoftware. Und jeden Tag kommt neue hinzu. Die meisten Cyberkriminellen wollen liebeshungrige User um ihr Geld erleichtern und teilen gefälschte E-Mails oder senden verseuchte Links. Da hilft nur eins: eine gesunde Portion Skepsis. Die virtuelle Welt bietet eben nicht nur Möglichkeiten, sondern auch Risiken. So ist auch bei Anhängen Vorsicht geboten, denn dahinter verbirgt sich schnell ein Virus, der den Rechner infiziert oder den Empfänger ausspioniert. Doch zumindest davor kann man sich mit einer aktuellen Antivirensoftware für PC und Mobilgeräte schützen.

Spätestens, wenn der Flirtpartner um Geld bittet oder sehr persönliche Fragen stellt, sollten die Alarmglocken läuten. »Horchen Sie auf, wenn der Chatpartner zum Beispiel versucht, Sie von der Dating-Seite wegzulocken und Sie in eine separate Messaging- oder E-Mail-Unterhaltung verwickeln will«, so Thomas Uhlemann, Security Specialist bei ESET. Insbesondere finanzielle Daten oder Adressen sollten nicht online – und vor allem nicht mit Unbekannten – geteilt werden. »Wenn es sich hierbei um einen Betrüger handelt, haben die meisten Singlebörsen Mechanismen, die so etwas aufdecken können. Wenn beispielsweise Kontonummern ausgetauscht werden, sperren sie verdächtige Profile. Bleiben Sie also erst einmal nur auf der Dating-Seite in Kontakt, bis Sie Ihren vermeintlichen Traumpartner persönlich getroffen und besser kennengelernt haben.«

 

Nur seriöse Anbieter nutzen

Egal ob App oder Webseite, auch der Anbieter selbst sollte vorher überprüft werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, lohnt es sich, Erfahrungsberichte anderer User zu lesen oder Informationen zum Portal zu googeln. Dating-Apps sollten wie alle anderen Mobilanwendungen generell nur aus offiziellen Quellen heruntergeladen werden. Cyberkriminelle nutzen gerne Namen bekannter Anbieter, um ahnungslose User in die Falle zu locken. »Im schlimmsten Fall können Cyberkriminelle so ihre persönlichen Daten ausspionieren, ihre Kreditkartendaten klauen oder ihr Smartphone mit sogenannter Ransomware infizieren«, erklärt Uhlemann. Vor dem Download lohnt sich also ein kritischer Blick in die Bewertungen, um gefälschte Apps zu enttarnen und gar nicht erst herunterzuladen.


 

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