Edge-Rechenzentren: Modularität ist entscheidend für Edge RZ

Vier von zehn deutschen Unternehmen geben an, dass sie 2018 verstärkt auf Automatisierung setzen, um ihre Auslastung mit reduzierten Produktionskosten besser austarieren zu können. Automatisierung bedeutet auf der anderen Seite mehr Datenvolumen und erfordert wesentlich höhere Rechenleistungen von der steuernden IT. Gemäß Thomas Sting, Geschäftsführer der DATA CENTER GROUP, stellen regionale Dienstleistungsrechenzentren, sogenannte Edge RZ, gerade für den Mittelstand eine interessante Lösung dar, um moderne Technologien wie das IoT effizient nutzen zu können und gleichzeitig eine zusätzliche Kostenbelastung zu vermeiden.

 

Nach Angaben des Experten müssen die Betreiber der Edge RZ neben höchsten Sicherheits- und Hochverfügbarkeitsstandards mit einem modularen technischen Konzept flexibel auf Kundenwünsche eingehen, um den kommenden Anforderungen an dezentrale Standorte von vor allem herstellenden Betrieben gerecht zu werden. Sting: »Sicherlich werden Edge-Rechenzentren eine große Bedeutung für die Automobilindustrie einnehmen. Der Aufbau geeigneter, dezentraler Hochverfügbarkeitsrechenzentren wird jedoch allgemein eine elementare Voraussetzung. Denn: Zur Minimierung der Datenübertragungszeiten und Kosten werden kleinere Edge-Rechenzentren möglichst nahe beim Nutzer entstehen müssen. Sie werden zum Beispiel auch im großen Stil in produzierende Unternehmen einziehen.«

 

Schon jetzt kommuniziert jede Maschine via Applikation oder Human-Machine-Interface (HMI) mit ihrem Bediener. Die Datenmengen nehmen zu. »Maschinenstraßen werden im Zuge der Digitalisierung und Automatisierung daher immer mehr Rechenleistung benötigen. Neben Sicherheit und Hochverfügbarkeit kommt als weitere wichtige Eigenschaft damit auch die Modularität, respektive Anpassungsfähigkeit auf sich ändernde Kundenanforderungen auf Edge-RZ hinzu«, sagt Sting.

 

Für den IT-Experten steht fest, dass nicht nur der »Edge«-Teil, sondern vor allem auch der »RZ«-Teil gewährleistet sein muss. So werden Abhängigkeiten deutlich zunehmen. Einhergehend entstehen mehr Anforderungen an die Sicherheit. Das Datenvolumen muss durch schnellere und bessere Rechner gesteuert werden und erhöht gleichzeitig die Notwendigkeit nach Ausfallsicherheit, Energieeffizienz, Klimatisierung und nicht zuletzt der Rechenleistung selbst.

 

Letztere muss kaskadierfähig sein. Unternehmen können so die etwaig wachsende oder unter Umständen schrumpfenden IT-Infrastrukturen von vornherein berücksichtigen. Entscheidend ist jedoch für alle Optionen den laufenden Betrieb zu sichern. Hilfreich ist daher eine modulare Bauweise. Sting: »Es wird kaum möglich sein, heutige Strukturen von Cloud-Rechenzentren zu nutzen. Das Edge-Computing-Modell entstand geradezu als Antwort auf Probleme wie kurze Latenzzeiten und Hochverfügbarkeit. Globale Cloud-Rechenzentren können zwar bezüglich der Leistung relativ unkompliziert an den Bedarf angepasst werden. Allerdings sind sie in riesigen Server-Farmen angesiedelt, irgendwo, weltweit. Inklusive aller Nachteile der länderspezifischen Datenschutzrechte respektive staatlichen Kontrollen.«

 


 

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