Firmeneinheitliche Plattform – Neues ERP-System ersetzt Insellösungen

Wer mit Software arbeitet, ja sogar selbst Software entwickelt, legt bei der Auswahl seiner Unternehmenssoftware besondere Maßstäbe an. Der Ingenieurdienstleister ISKO führte so sein erstes unternehmensweites ERP-System ein.

Die Münchner ISKO engineers AG sieht ihre Kernkompetenz in der virtuellen Entwicklung und Absicherung von Produkten. Gegründet wurde das Unternehmen im Oktober 1996 als 2-Mann-Start-up in München. Nach erfolgreicher Etablierung in der deutschen Automobilindustrie folgte eine konsequente Entwicklung zum ganzheitlichen CAE-Lösungsanbieter. Heute beschäftigt ISKO engineers etwa 100 hochqualifizierte Mitarbeiter an den Standorten in München, Ingolstadt, Neckarsulm, Rehau und dem rumänischen Brasov. Neben der Automobilindustrie gehören Unternehmen aus den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau, Energie-, Elektronik-, Konsumgüterindustrie, Verfahrenstechnik sowie der Luft- und Raumfahrtindustrie zu den Kunden.

»Die drei ineinandergreifenden Farben unseres Logos symbolisieren unsere drei Kernkompetenzen«, erläutert Dipl.-Ing. (FH) Johann Eisenreich, Bereichsleiter Engineering & Consulting II. So steht Blau für das Produktengineering und die virtuelle Produktabsicherung, die inhaltlichen Wurzeln des Unternehmens. In den letzten Jahren entstanden im CAE-Umfeld zunehmend Anforderungen an die Prozessautomatisierung, sodass man sich vermehrt auch mit IT-Themen beschäftigte. Für diesen neu entstandenen Bereich der Entwicklung und des Vertriebs von Software speziell für den CAE-Bereich steht die Farbe Grün. Gelb schließlich symbolisiert das Consulting, das etwa bei der Einführung von Software im CAE-Bereich oder in der Prozessoptimierung nachgefragt wird. 

 

SIMuSPACE, das eigene Simulationsdaten-Managementsystem, die Anwendung von Data-Mining-Methoden und Deep-Learning-Algorithmen, integriert in Simulations-Apps, sind Werkzeuge für den Ingenieur von morgen, die ISKO zukünftig auf den Markt bringt.

 

Moderne Entwicklung, veraltete Unternehmens-IT. Insbesondere innovative Projekte erfordern dieses übergreifende Anwendungs- und Entwicklungswissen gepaart mit hohem IT- und Prozessverständnis und ISKO versteht sich nun einmal als ein übergreifender Entwickler und Berater für die Optimierung und Automatisierung von Prozessen in der virtuellen Produktentwicklung. Daher begann man in der jüngeren Vergangenheit auch, sich mit dem Einsatz von digitalen Hochtechnologien im CAE-Umfeld zu beschäftigen. So arbeiten hochqualifizierte Ingenieure in Zusammenarbeit mit IT-Spezialisten an Softwarelösungen für den Entwickler von morgen. SIMuSPACE, das eigene Simulationsdaten-Managementsystem, die Anwendung von Data-Mining-Methoden und Deep-Learning-Algorithmen, integriert in Simulations-Apps, sind Werkzeuge für den Ingenieur von morgen, die ISKO zukünftig auf den Markt bringt.

Noch 2015 war die interne IT-Situation geprägt durch zahlreiche Tools und Insellösungen, die in den vergangenen 20 Jahren entstanden. Diese Systeme waren durch das rasante Firmenwachstum einfach überfordert. Die Projekte wurden nicht nur zahlreicher, sondern auch komplexer. Viele Fragestellungen waren mit den vorhandenen Programmen nur schwierig zu beantworten und eine Gesamtsicht auf die Projekte aufwändig. »So musste unsere selbstentwickelte Projektlösung für Zeiterfassung und Controlling dringend durch eine moderne und zukunftssichere Standardlösung ersetzt werden. Diese Situation verlangte nach einer neuen und ganzheitlichen Lösung«, erinnert sich Eisenreich. 

Kompetenz und Branchenfunktionalität. Dazu dokumentierte man zuerst einmal die internen Prozesse in einer sogenannten Prozesslandkarte. Dann suchte man aus Marktübersichten und Veröffentlichungen in den verschiedensten Medien etwa acht ERP-Anbieter aus, deren Produkte man auf ihre voraussichtliche Tauglichkeit überprüfte und überlegte, welches wohl am besten zum Unternehmen passt. In dieser Phase trennte sich schon die Spreu vom Weizen. »Neben funktionalen Anforderungen wie eine moderne Finanzbuchhaltung gab es auch technische Kriterien. So wollten wir in keine Cloud, da wir selbst ein Rechenzentrum und damit unsere eigene Cloud betreiben«, erläutert Johann Eisenreich. Schließlich musste auch berücksichtigt werden, dass bei allen Aktivitäten stets das Projekt im Mittelpunkt steht. Mitlaufende Kalkulation sowie eine integrierte Zeiterfassung und Personalverwaltung gehörten ebenfalls zu den Anforderungen. 

 

Dipl.-Ing. (FH) Johann Eisenreich, Bereichsleiter Engineering & Consulting II erklärt einer Kollegin die Abläufe.

 

Nachdem man alle Angebote nach diesen Kriterien gefiltert hatte, blieben noch zwei ERP-Systeme übrig. Da ISKO die räumliche Nähe des IT-Partners wichtig war, informierte man sich zunächst im Internet über die in Frage kommenden Anbieter. Für die Präsentation von Microsoft Dynamics NAV entschied man sich für die Nürnberger Niederlassung der COSMO CONSULT-Gruppe, Europas führendem Microsoft Dynamics-Partner. »Bereits in dieser Phase fiel uns die Kompetenz der Berater von COSMO CONSULT positiv auf, mit denen es in der Folge viele intensive Termine gab. Die Entscheidung für Microsoft Dynamics NAV fiel uns dann leicht«, meint Eisenreich. Nach dem Projektstart im Mai 2016 fand das Go Live nicht zuletzt wegen der optimal gewählten Projektmethode »Sure Step« ohne Probleme im Januar 2017 statt. Das erste Ziel, die komplette Leistung – vom Angebot bis zur Abrechnung – mit der neuen Software zu erledigen, wurde vor allem durch das COSMO CONSULT-Modul cc|project zuverlässig im Februar erreicht. 

Zukunftsbasis. Mit dem neuen System gibt es heute Unternehmensprozesse, etwa die Angebotserstellung oder die Rechnungsstellung, die für alle Niederlassungen identisch sind. Da cc|dms als Dokumentenmanagementsystem auf Basis von Microsoft SharePoint ebenfalls Teil der ERP-Lösung ist, ist auch das Dokumentenmanagement eindeutig geregelt. »Das ist perfekt für unsere Dokumente, die im ERP-Kontext entstehen. Perspektivisch wollen wir SharePoint zur zentralen Unternehmens-Plattform ausbauen«, kündigt Eisenreich an. Dort lassen sich dann neben der zentralen Datenablage auch Unternehmensinformationen bereitstellen. 

Neu eingeführt wurde neben der Personalzeit- und Betriebsdatenerfassung auch die NAPA Personalverwaltung und das Bewerbermanagement. Erste Geschäftszahlen analysiert man heute schon mit Power BI und stellt sie für unterschiedliche Nutzer bereit. Die damit verbundenen Möglichkeiten werden zurzeit noch ausgelotet und die erforderlichen Mechanismen und Prozesse entwickelt, aber: »Eine intensive Ausnutzung der vielfältigen Auswertungsmöglichkeiten steht fest in unserer Absicht«, verspricht Eisenreich. Im Übrigen ist für ihn außer der neugewonnenen Transparenz sämtlicher Geschäftsprozesse die firmeneinheitliche Plattform das größte Highlight: »Wenn wir heute etwas planen, fragen wir uns zunächst, wie die Fragestellung im ERP-Kontext zu sehen ist und wo auf der Plattform sie hingehört. Denn die ist für alle verfügbar und bietet viele Möglichkeiten, die wir bis heute noch gar nicht nutzen. Neben den vielen Funktionalitäten, die es gibt, ist das – vor allem im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen – für mich das Wichtigste.« Der Erfolg des Projekts und die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit dem IT-Partner COSMO CONSULT bestätigt ihm zudem, auf dem richtigen Weg zu sein: »Wir haben jetzt eine Basis, von der aus wir unsere Firma und ihre weitere Entwicklung optimal unterstützen können.«


Volker Vorburg
www.cosmoconsult.de

 

Bilder: © Dimonika /shutterstock.com; ISKO

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