Fünf Datentrends für 2015

Experten diskutieren das Thema Big-Data seit Jahren, doch 2014 haben die Unternehmen damit begonnen, Erkenntnisse aus Daten in ihre Business-Entscheidungen einzubeziehen. Der Modehändler Zara beispielsweise gab bekannt, Daten und neue Technologien zur Steuerung von Lagerbeständen einzusetzen, um Entscheidungsprozesse zu optimieren. Bei jedem Verkauf eines Kleidungsstücks veranlassen die Informationen des RFID-Chips eine sofortige Nachbestellung des gleichen Artikels im Lager.

2015 werden wir Unternehmen erleben, die durch den Wandel zu vollständig Analytik-orientierten Organisationen diesen Ansatz weiter voranbringen. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine grundsätzliche Veränderung der Denk- und Vorgehensweise. Investitionen in die richtigen Werkzeuge und Technologien sind unerlässlich, doch um Daten zu einem strategischen Erfolgsfaktor zu machen, müssen sie im Fokus der Unternehmenskultur stehen.

Stibo Systems, Anbieter von MDM-Lösungen, skizziert seine fünf diesjährigen Datenprognosen und zeigt auf, dass Erkenntnisse aus Zahlen unumgänglich für Unternehmen sein werden.

  1. Fortschrittliche, tiefgreifende und unsichtbare Analytik

2015 wird das Jahr sein, in dem jede Geschäftsentscheidung auf Analytik basiert. Unternehmen werden Entscheidungen nicht länger instinktiv treffen, sondern den gesamten Entscheidungsprozess mithilfe von Daten untermauern. Daten werden nicht länger nur die Sprache der IT-Spezialisten sein, sondern die der gesamten Geschäftswelt, insbesondere deshalb, weil Erkenntnisse aus Daten immer fortschrittlicher werden. Diese datenorientierte Art des Arbeitens entwickelt sich zu einem maßgeblichen Erfolgsfaktor. Nur mit besseren Daten und besseren Erkenntnisse erzielen Unternehmen entscheidende Wettbewerbsvorteile.

  1. Einheitliche Markenerlebnisse

Kunden machen sich keine Gedanken über Vertriebskanäle oder Geräte. Sie erwarten immer das gleiche Markenerlebnis, unabhängig davon, wie sie mit einem Anbieter interagieren. Ob sie ein Produkt über ihr Tablet, am Computer oder im Geschäft kaufen: Kunden wünschen sich Zugriff auf genau die Produkte und Marken, denen sie vertrauen. Apple konnte mit seinem nahtlos verzahnten Ökosystem große Erfolge verbuchen, denn die Nutzer bauen komplette Systeme um die Produkte herum auf. Die Apple Watch zum Beispiel benötigt eine wesentliche Komponente: ein iPhone. Für einige Features ist eine WLAN-Verbindung mit einem iPhone erforderlich. Das heißt, das Ökosystem von Apple ist im Einsatz und funktioniert. Im kommenden Jahr werden mehr Markenanbieter eigene Ökosysteme erschaffen. Investitionen in Datensoftware ermöglicht die Umsetzung von Multi-Channel-Strategien, welche die von den Kunden geforderten vernetzten Erfahrungen bieten.

  1. Das Datenrisiko

Die Steuerung und die Sicherheit von Daten werden wichtiger als jemals zuvor. Das zeigen die Angriffe auf Privatsphäre und Daten, denen Konzerne wie Sony Pictures und Snapchat im letzten Jahr ausgesetzt waren. Unternehmen werden schnell erkennen, wie wichtig sichere Datenservices sind und eine bessere Verschlüsselung verlangen. Firmen sollten nicht den Fehler begehen auf den ersten, durch Hackerangriffe oder Datenlecks verursachten Konkurs eines Weltkonzerns zu warten, bevor sie aktiv werden und vorbeugende Maßnahmen ergreifen.

  1. Wearables werden Mainstream

CCS Insight schätzt, dass die Zahl der ausgelieferten Smart-Wearables von 9,7 Millionen im Jahr 2013 auf 135 Millionen im Jahr 2018 ansteigen wird. Geräte für das Handgelenk werden 87 Prozent dieser Wearables ausmachen, verteilt auf 68 Millionen Smartwaches und 50 Millionen Smartbänder. Die tragbare Technik schließt die Lücke zwischen In- und Outdoor und wird daher eine entscheidende Rolle im Internet der Dinge spielen. Die Akzeptanz der Geräte wird zunehmen, sobald die Konsumenten den Wert der von ihnen getragenen Daten erkennen. In Kleidungsstücken integrierte Sensoren könnten beispielsweise einen entstehenden Eisenmangel erkennen und Lebensmittel mit hohem Eisengehalt für den verbundenen heimischen Kühlschrank bestellen, um im Laufe der Zeit bei der Behandlung zu helfen.

  1. Die Zahl der Chief Digital Officers steigt

Durch strategische Erkenntnisse anhand von Daten über das Verhalten ihrer Kunden und die beliebtesten Produkte und ebenso darüber, wann und wo Konsumenten einkaufen, sind Unternehmen in der Lage, ihre Strategien auf Basis nachgewiesener Erkenntnisse und Daten zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund wird die Position des Chief Digital Officer geschaffen, um die Nutzung von Daten als strategisches Wirtschaftsgut voranzubringen. Zu seinen dringlichsten Aufgaben gehört es, Informationen aus Datensilos zu lösen und Mitarbeiter mit den erforderlichen Werkzeugen und Fähigkeiten auszustatten, um Erkenntnisse zu analysieren, zu verstehen und zu implementieren. Fokus dieser Position wird es sein, durch Datennutzung Strategien zu formulieren, Verkaufszahlen zu steigern und Organisationsprozesse zu optimieren. Zwar wurde das Entstehen dieser Position in früheren Jahren vorausgesagt, doch 2015 wird der CDO tatsächlich maßgeblichen Einfluss innerhalb der Organisationen gewinnen.

Manfred_Heckt Stibo GFManfred Heckt, Geschäftsführer von Stibo Systems, kommentierte die Trends insgesamt wie folgt: »Daten werden in diesem Jahr noch ausschlaggebender werden und zwar sowohl in der Vorstandsetage bei strategischen Entscheidungen und der Information von Herstellern als auch in unserem Privatleben. Da Analysen jedoch omnipräsent sind, sollte der Schutz dieser Daten ein ebenso wichtiger Punkt auf der Unternehmensagenda sein wie die Nutzung der Daten für mehr Kundenzufriedenheit. Insgesamt betrachtet muss ein datenorientierter Ansatz Teil der Unternehmenskultur sein, damit Daten in diesem Jahr tatsächlich eine nachhaltige, strategische Ressource werden.«

 

 

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