Fünf HR-Trends 2017 – der Mitarbeiter am Arbeitsplatz 4.0

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Für Unternehmen ist es heute wichtiger denn je, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren, um Mitarbeiter zu finden und langfristig zu binden. Die HR-Abteilung kann als interner Service Provider dabei einen wesentlichen Beitrag leisten – wenn sie sich auf aktuelle Entwicklungen und Bedürfnisse einstellt. Welche Trends 2017 für Personalabteilungen wichtig werden, verrät Ulrich Jänicke, CEO und Mitgründer des HR-Softwareunternehmens Aconso.

 

  1. Arbeitsplatz 4.0

Der klassische stationäre Arbeitsplatz mit fest installiertem PC wird mehr und mehr zum Auslaufmodell. Schon heute arbeiten viele dort, wo sie gerade sind – im Zug, in der Flughafen-Lounge oder von zu Hause. Möglich ist das durch intelligente Softwarelösungen in der Cloud. Sie bilden Prozesse transparent ab und stellen die Daten und Dokumente für den Zugriff von überall bereit. Der Aufenthaltsort des Anwenders wird somit zur Nebensache. In Zukunft muss die IT jedoch noch serviceorientierter werden. Es reicht nicht mehr aus »nur« Zugriff auf die benötigten Dokumente zu haben, vielmehr sollte die Software selbstständig erkennen, welche Unterlagen benötigt werden. Steht etwa ein Mitarbeitergespräch an, werden dem Vorgesetzten automatisiert die Zielvereinbarung und die Vorlage für den Gesprächsbogen zur Vorbereitung angeboten. Diese kann er wiederum unkompliziert mit dem Mitarbeiter teilen.

 

  1. Hybrid Cloud

HR-Mitarbeiter jonglieren täglich mit sensiblen Personaldaten. Es ist daher verständlich, dass viele Personaler der Public Cloud noch immer skeptisch gegenüber stehen und lieber auf eine firmenintern gehostete Private Cloud vertrauen. Der Nachteil: Die Administration ist extrem aufwändig und Skalierungseffekte sind durch die eigenen IT-Ressourcen limitiert. Ein Ausweg aus diesem Dilemma ist, die Private Cloud in die Hände eines professionellen IT-Dienstleisters zu geben, der diese in einem sicheren Rechenzentrum betreibt. Eine andere Möglichkeit ist der Schritt in die Hybrid Cloud, denn sie verbindet die Sicherheit der Private Cloud mit der Flexibilität der Public Cloud. Gleichzeitig minimiert sie das Risiko von Schatten-IT, da sie benötigte IT-Lösungen schnell bereitstellen kann. Unternehmen sollten sich 2017 daher Gedanken über die Integration einer Hybrid-Cloud-Lösung in ihr IT-Gesamtkonzept machen.

 

  1. Neue Arbeitszeitmodelle

Mitarbeiter können heute theoretisch zu jeder beliebigen Tageszeit und von überall aus arbeiten, Job und Freizeit verschwimmen. Work-Life-Balance, Jobsharing und lebensphasenorientiertes Personalmanagement sind die Schlagworte dieser Entwicklung, auf die Unternehmen 2017 reagieren müssen. Denn Mitarbeiter erwarten heute flexible Arbeitszeitmodelle, die auf ihre individuellen Bedürfnisse ausgerichtet sind. Angesichts des fortwährenden Fachkräftemangels und der gestiegenen Ansprüche der nachrückenden Generation ist dies für Unternehmen auch ein wichtiges Instrument zur Mitarbeiterbindung. Eine intelligente HR-Software, die die unterschiedlichen Modelle im Unternehmen transparent abbildet, liefert dazu die nötige technische Unterstützung.

 

  1. HR-Analytics

Vor allem US-amerikanische Hersteller von HR-Software treiben das Thema HR Analytics voran. Auf Grundlage von Datenmustern sollen sie Vorhersagen – sogenannte Predictive Analytics – über künftige Entwicklungen treffen. Dazu werden Leistungskennzahlen – auch Key Performance Indicators (KPIs) genannt – etwa zur Abwesenheit von Mitarbeitern, Mitarbeiterproduktivität oder Gewinn pro Mitarbeiter ermittelt, die dann zur Orientierung bei Personalentscheidungen dienen. In Deutschland ist aber vor allem noch Diskussionsbedarf in Zusammenhang mit der Nutzung von Daten etwa über den E-Mail-Verkehr oder die Social-Media-Aktivitäten von Angestellten vorhanden. Denn diese ist datenschutzrechtlich strittig. Trotzdem bieten HR-Analytics interessantes Zukunftspotenzial für Personalabteilungen im Jahr 2017.

 

  1. HR als Strategie-Abteilung

Mit Hilfe von HR-Softwarelösungen können Personalabteilungen bereits einen Großteil der klassischen Routineaufgaben automatisieren. Tools zur elektronischen Entgeltabrechnung beispielsweise helfen nicht nur dabei die Dokumente zu erstellen, sondern übermitteln sie auch selbstständig an die betreffenden Mitarbeiter. Zudem sollten intelligente Lösungen auch wichtige HR-Kennzahlen wie Anzahl der Mitarbeiter, Krankenquote oder Durchschnittsalter auf Abruf bereitstellen. Für die Personalabteilung bedeutet das: HR-Mitarbeiter müssen zunehmend in der Lage sein, Daten zu analysieren und zu bewerten, um strategische Empfehlungen abzuleiten. Unternehmen sollten ihre Personalexperten daher auf diese Rolle vorbereiten und auch beim Recruiting von Nachwuchskräften auf diese Fähigkeiten achten. Nur so kann die HR-Abteilung ihre Rolle als strategischer Berater der Geschäftsführung zukunftsorientiert ausfüllen.

 

»Wollen Unternehmen ihre Mitarbeiter langfristig binden, müssen sie attraktive Arbeitsbedingungen bieten. Vertrauen zwischen Führungskraft und Mitarbeiter, flache und demokratische Hierarchien und Karrieremöglichkeiten sind dabei wichtige Faktoren. Doch um eine möglichst individualisierte Betreuung der Angestellten sicherzustellen, müssen HR-Mitarbeiter so weit wie möglich von zeitaufwändigen Routineaufgaben befreit und durch intelligente Verwaltungs- und Kommunikationstools sowie automatisierte Prozesse unterstützt werden. Nur so können sie den Mitarbeiter in den Fokus moderner Personalarbeit stellen.«


 

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