Gesundheitsförderung im Jahr 2030: Disruption der Krankenversicherungen

Neue Trendstudie beschreibt den Wandel der traditionellen Krankenversicherung zum prädiktiven Gesundheitsförderer 2030. Wie wird sich das Verhältnis der Akteure im Gesundheitswesen verändern? Aus Versicherten werden Gesundheitskunden, für Gesundheit kein Zufall mehr ist. Intelligente Software ermittelt aus den Vitaldaten konkrete Handlungsempfehlungen.  

 

Die neue Trendstudie »Die Zukunft der Krankenversicherungen« [1] hat sieben Kernaussagen:

 

  • Das traditionelle Verhältnis der Akteure in der Gesundheitswirtschaft wird durch eine immer individuellere Medizin und die Möglichkeiten der Digitalisierung auf eine neue Grundlage gestellt.
  • Versicherte und Patienten werden zu Gesundheitskunden. Sie erwarten jederzeit eine präzise und differenzierte Bestimmung ihres aktuellen und zukünftigen Gesundheitszustandes.
  • Gesundheit ist kein Zufall: Die Gesundheitskunden der Zukunft messen die Leistungsfähigkeit ihrer Gesundheitsanbieter an deren Prognosekompetenz. Hier erweist sich die Relevanz der Akteure – die entscheidende Voraussetzung für lukrative und sinnstiftende Geschäftsmodelle der Zukunft.
  • Nicht der einzelne Mediziner, sondern intelligente Software und neuronale Netzwerke übersetzen die Körperdaten der Gesundheitskunden in konkrete Handlungsempfehlungen; für die Versicherten selbst, Mediziner, Apotheker, Nahrungsmittelhersteller.
  • Die Gesundheitsförderer werden vermehrt Leistungs- und Körperoptimierung sowie Lebensverlängerung in ihr Leistungsportfolio aufnehmen.
  • Der Wandel hat begonnen. Erste Akteure sind bereits auf dem Markt und stellen die konventionelle Branchenlogik auf eine neue Grundlage.
  • Krankenversicherungen werden zu prädiktiven Gesundheitsförderern – soweit das Solidarprinzip hierzu befähigt, ist es weiterhin eine tragfähige Grundlage der Krankenversicherung der Zukunft.

 

Mit Blick auf die rasante Entwicklung in der Gesundheitsbranche veröffentlicht der 2b AHEAD ThinkTank, Europas größtes unabhängiges Trendforschungsinstitut, die wissenschaftliche Trendstudie »Die Zukunft der Krankenversicherungen« [1]. In Kooperation mit der AOK PLUS führten Trendforscher von 2b AHEAD zahlreiche Experteninterviews und Recherchen durch und geben einen fundierten Ausblick in die Zukunft der Krankenversicherungsbranche im Jahr 2030. Dabei wird deutlich: Die konventionelle Gesundheitsbranche läuft Gefahr, von den Treibern der Entwicklung überholt zu werden.

»Die Branche steht kurz vor einem grundlegenden Innovationsschub«, resümiert Kai Gondlach, Senior Researcher bei 2b AHEAD und Autor der Studie. »Die eindeutige Botschaft lautet: Rollenwandel oder Bedeutungsverlust.«

Gesundheit wird im Zuge der digitalen Transformation mehr und mehr zu einem gestaltbaren Gut. An die Stelle der Bonushefte von Krankenversicherungen und pauschalen, verdachtsunabhängigen und in Summe ungerichteten gesundheitsfördernden Maßnahmen treten in naher Zukunft evidenzbasierte, personalisierte Empfehlungen zur gezielten Vorsorge, basierend auf zahlreichen Sensoren in der Lebenswelt, am und im Körper des Gesundheitskunden.

»Gesundheit ist kein Zufall«, bilanziert Michael Carl, Managing Director von 2b AHEAD und ebenfalls Autor der Studie, diese Entwicklung. »Wer in Zukunft krank wird, hat einen schlechten Gesundheitsförderer gewählt.«

Vorsorge wird in wenigen Jahren auch den aktiven Eingriff in die Genetik (CRISPR/Cas9), vor allem aber individualisierte Ernährung und Medikation einschließen. Das entscheidende Fundament für erfolgreiche Prävention bildet ein schnell wachsender Datenstrom, den Gesundheitskunden zum Wohle ihrer Gesundheit bereitwillig demjenigen Anbieter zur Verfügung stellen, welcher die erfolgreichsten Empfehlungen zur Prävention von Krankheiten gibt. Heutige Krankenversicherungen werden somit zu prädiktiven Gesundheitsförderern.

 

Der Schlüssel hierzu ist die digitale Kommunikation. Grundlage bildet ein kanalübergreifendes Echtzeit-Kommunikationssystem im Sinne eines Omnichannel-Managements und eine hochgradige Automatisierung der internen Abläufe. Dies erfordert in jedem Fall eine moderne IT-Infrastruktur zur Echtzeit-Datenverarbeitung. Der Umgang mit Daten wird dabei zur Überlebensfrage: »Die häufigste Todesursache in Deutschland ist mutmaßlich der Datenschutz«, so Prof. Dr. Dr. Arkadiusz Miernik, Oberrzt Universitätsklinikum Freiburg und Experte der Studie.

 

Die Trendstudie »Die Zukunft der Krankenversicherungen« ist kostenlos verfügbar.

Zur Studie

 


 

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