Implementierung eines ganzheitlichen IT-Systems für ein Handelsunternehmen im LEH

Implementierung eines ganzheitlichen IT-Systems

Viele länderübergreifend agierende Unternehmen stehen vor der Herausforderung, verschiedene, über die Jahre immer größer und unübersichtlicher gewordene IT-Landschaften zu konsolidieren. Diese lassen sich oft nicht mehr ausbauen oder in neue Technologien wie etwa mobile Strategien einbinden. So stand die Handelsgruppe Dansk Supermarked, zu der unter anderem die Discounter-Kette Netto gehört, ebenfalls vor der schwierigen Aufgabe, sein IT-System zu vereinheitlichen.

Es sind nicht nur die Kosten, die oftmals Unternehmen davon abhalten, in eine ganzheitliche IT-Lösung für ihre Geschäftsprozesse zu investieren. Ein weiterer Grund ist die Komplexität solcher Projekte. Das gaben immerhin zwei Drittel der befragten CIOs aus Europa und dem Nahen -Osten im Rahmen einer Studie von 2013 an, die sich deshalb gegen eine Investition entschieden haben [1].

Gleichzeitig steigen laut der Studie »IT-Trends 2014« die Anforderungen an die CIOs, Kosten zu reduzieren, Geschäftsprozesse zu optimieren und IT-Services bereitzustellen [2]. Aufgrund ineffizienter Prozesse können Unternehmen Wettbewerbsvorteile verlieren oder nicht rechtzeitig auf Marktveränderungen und neue Entwicklungen reagieren. Das war für die dänische Handelsgruppe Dansk Supermarked ausschlaggebend, seine heterogene IT-Landschaft großflächig auf ein zentrales System umzustellen.

Komplexes Projekt: 4 Vertriebslinien, 1.400 Filialen, 18 Lagerhäuser in 4 Ländern. »Unser altes System ist eine Eigenentwicklung, die über die letzten 20 bis 30 Jahre entstanden und nicht mehr ausbaufähig ist. Darum benötigen wir eine moderne IT-Landschaft und Infrastruktur, die auch den Einsatz von Mobilgeräten und die Integration von Datenpools unterstützt«, so Alan Jensen, CIO bei Dansk Supermarked.

Hierfür wurde ein Partner gesucht, der über die nötigen Erfahrungen in der Handhabung agiler Transformationsprozesse verfügt und die Handelsbranche kennt. Die Wahl fiel auf die Unternehmensberatung KPS Consulting, da diese ihre Expertise bei zahlreichen SAP-Projekten bereits unter Beweis stellen konnten. Es galt schließlich 43.000 Mitarbeiter und 18 Vertriebs-standorte sowie die bestehenden SAP-Module in ein zentrales System zu integrieren. Hierbei wurde die Branchenlösung SAP for Retail ausgewählt, das alle Filialen, Vertriebszentren und Endanwender verbinden sollte. In der Regel wird eine SAP-Implementierung Vertriebslinie nach Vertriebslinie umgestellt.

»Auch bei Dansk Supermarked bestand die größte Herausforderung des Projektes darin, die Komplexität der Prozesse in einer zentralen Lösung abzubilden – und das in möglichst kurzer Zeit«, so Josef Richter, Vice President und Managing Partner bei KPS.

Schnelle Umstellung: Schon nach 13 Monaten live. Rund 100 Projektmitarbeiter mussten bei dem gigantischen Projekt koordiniert werden. Durch eine spezielle Vorgehensweise des Beratungsunternehmens arbeitete das multinationale Team dabei sehr gut und schnell zusammen: »Die KPS-Rapid-Transformation-Methode unterscheidet sich eindeutig von unseren bisherigen Methoden. Komplexe Transformationsprojekte sollten zügig, ganzheitlich und erfolgreich umgesetzt werden, so dass es zu keinen Einschränkungen im Tagesgeschäft kommt. Das definierte Ziel haben wir gemeinsam erreicht. Nach nur 13 Monaten sind wir mit dem Pilot »Netto« in Schweden live gegangen«, so Alan Jensen, CIO bei Dansk Supermarked.

Anders als bei der traditionellen ASAP-Methode (Wasserfallmethode), wonach die nächste Phase erst bei Abschluss der vorangegangen Phase erfolgt, lassen sich mit der Rapid-Transformation-Methode sämtliche Projekt-ebenen und -abschnitte abdecken und zusammenfassen. Hierbei wird eine prototypische Vorgehensweise, der »Simultaneous-Engineering-Ansatz« herangezogen. Das heißt, dass die langwierige Blueprint-Phase, also die Analyse des alten Systems und das Beschreiben von Konzepten entfällt, da Prozesse im SAP-System unmittelbar abgebildet sind. Dadurch lässt sich schneller zum Kern des Systemaufbaus vordringen.

Gemeinsam zum Ziel und zu künftigen Projekten. Durch den kontinuierlichen Dialog mit Endanwendern und Fachabteilungen über die End-to-End-Prozesse ließ sich die Test- und Implementierungsphase bei Dansk Supermarked schneller als geplant einleiten. Dies verkürzte die Projektlaufzeit erheblich und sparte dadurch Kosten ein. Somit ließen sich die Geschäftsprozesse aller Vertriebslinien mit dem Lösungspaket SAP for Retail angleichen – ein Verdienst, der auch auf die strikte Einhaltung der gesetzten Ziele von KPS Consulting zurückzuführen ist. »Das hat in einigen Fällen den Ausschlag dafür gegeben, dass wir sowohl den Zeitplan einhalten als auch die Aufgaben mit der erforderlichen Qualität erledigen konnten«, erklärt Alan Jensen.

Demnach ist der Erfolg für die Realisierung dieses IT-Projektes vor allem auf die Methode zurückzuführen, die einerseits eine schnellere Implementierungsstrategie als zur herkömmlichen »Wasserfallmethode« vorweist und andererseits das Business sowie Endanwender früher und besser einbindet. Ziel ist es nun, bis September die Roll-in-Phase in den Produktkategorien für alle Vertriebslinien umzusetzen und eine Multi-Channel-Initiative einzubinden.


autorin_rebecca_vlassakidisRebecca Vlassakidis,
PR-Redakteurin bei
dieleutefürkommunikation

 

 

Bild: © Spectral-Design/shutterstock.com  

[1] Studie von Vanson Bourne:

https://www.ip-insider.de/themenbereiche/design/virtualisierung/articles/419763/

[2] Studie IT-Trends 2014 :

https://www.de.capgemini.com/resource-file-access/resource/pdf/capgemini-it-trends-studie-2014.pdf

 

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