Jahresabschluss der GmbH

Unterscheidung zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz.

Da eine GmbH eine Handelsbilanz erstellen muss, ist sie über § 5 EStG auch verpflichtet, für steuerliche Zwecke eine Bilanz aufzustellen. Wird keine gesonderte Steuerbilanz aufgestellt, ist die Handelsbilanz die Grundlage für die steuerliche Gewinnermittlung, wobei die Bilanzwerte gemäß § 60 Abs. 2 Satz 1 EStDV den vorgeschriebenen steuerlichen Anpassungen unterworfen werden müssen.

Die Steuerbelastung richtet sich nicht nach der Handelsbilanz, sondern nach der Steuerbilanz beziehungsweise der Handelsbilanz, die nach den steuerlichen Regelungen korrigiert werden muss. Dabei weichen die Ansätze für steuerliche Zwecke immer öfter von den Ansätzen in der Handelsbilanz ab. Bei der Abgrenzung sind folgende Grundsätze zu beachten:

  • Bewertungswahlrechte, die in der Handelsbilanz ausgeübt werden, müssen in die Steuerbilanz übernommen werden, wenn keine eigenständigen steuerlichen Regelungen bestehen.
  • Handelsrechtliche Passivierungsgebote gelten auch für die Steuerbilanz, wenn keine steuerlichen Vorschriften entgegenstehen. So dürfen beispielsweise Pensionsrückstellungen steuerlich nur dann angesetzt werden, wenn die Voraussetzungen des § 6a EStG erfüllt sind (beispielsweise die Schriftform nach § 6a Abs. 1 Nr. 3 EStG).
  • Der Unternehmer kann steuerliche Wahlrechte unabhängig vom Ansatz in der Handelsbilanz ausüben (Wegfall der umgekehrten Maßgeblichkeit). Es sind allerdings die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung zu beachten. Dies bedeutet, dass insbesondere einmal angewandte Bewertungsmethoden beizubehalten sind.
  • Wahlrechte, die nur steuerlich bestehen, dürfen unabhängig von handelsrechtlichen Wertansätzen ausgeübt werden. Durch § 5 Abs. 1 EStG ist die Maßgeblichkeit des handelsrechtlichen Wertansatzes beschränkt worden.
  • Wahlrechte, die sowohl handelsrechtlich als auch steuerlich bestehen (Beispiel: Verbrauchsfolgeverfahren), dürfen – wegen des Wegfalls der umgekehrten Maßgeblichkeit – in der Handels- und Steuerbilanz unterschiedlich ausgeübt werden.

Nimmt der Unternehmer steuerliche Wahlrechte abweichend von der Handelsbilanz wahr, muss er Aufzeichnungspflichten erfüllen. Werden Wirtschaftsgüter abweichend von den handelsrechtlich maßgebenden Werten bei der steuerlichen Gewinnermittlung ausgewiesen, müssen die Wirtschaftsgüter in ein besonderes laufend zu führendes Verzeichnis aufgenommen werden (§ 5 Abs. 1 Nr. 2a Satz 1 EStG).

Danach sind

  • der Tag der Anschaffung oder Herstellung,
  • die Anschaffungs- oder Herstellungskosten,
  • die Vorschrift, nach der das steuerliche Wahlrecht ausgeübt wird, und
  • die beanspruchte Abschreibung

in dieses Verzeichnis aufzunehmen. Eine besondere Form ist allerdings nicht vorgeschrieben. Es reicht aus, wenn Angaben, die bereits in der Buchführung beziehungsweise im Anlagenspiegel enthalten sind, um die noch fehlenden Angaben ergänzt werden.

Der Unternehmer übt seine steuerlichen Wahlrechte nur dann wirksam aus, wenn er die erforderlichen Angaben in einem Verzeichnis festhält. Führt er das Verzeichnis nicht oder nicht vollständig, darf die Finanzbehörde den steuerlichen Gewinn so ermitteln, als Gewinnermittlung ausgewiesen, dann sollten die erforderlichen Angaben sofort (spätestens bei der Erstellung der Bilanz) aufgezeichnet werden.

Ein gesondertes Verzeichnis ist nicht erforderlich, wenn es sich um Wirtschaftsgüter handelt, die sich in einem Sonderbetriebsvermögen befinden.

Textquelle: http://www.vsrw.de/

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