Jeder Zweite möchte künstliche Intelligenz verstehen

■  Aber: 48 Prozent interessieren sich nicht für Entscheidungsgrundlagen von KI-Systemen.

■  Bitkom veröffentlicht Empfehlungskatalog zum verantwortlichen Einsatz von KI.

Illustration: Geralt Absmeier

Suchergebnisse personalisieren, Produkte empfehlen oder individuelle Krankheitsdiagnosen erstellen – das leistet künstliche Intelligenz bereits heute. Obwohl die KI oft personenbezogene Daten nutzt, interessieren sich viele Verbraucher nicht dafür, wie und auf welcher Grundlage die KI-Entscheidungen zustande kommen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 1.008 Bundesbürgern ab 14 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Demnach interessiert sich fast jeder Zweite (48 Prozent) nicht dafür, wie eine KI auf Basis von Personendaten Entscheidungen trifft. »Auch wenn für viele Verbraucher offenkundig nur nachrangig ist, wie künstliche Intelligenz funktioniert, sollten die Unternehmen hier für größtmögliche Transparenz sorgen«, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

 

Immerhin vier von zehn Bundesbürgern (45 Prozent) würden wissen wollen, welche Regeln eine KI einsetzt, wenn sie Entscheidungen auf Basis persönlicher Daten trifft. Vor allem jüngere Nutzer interessieren sich dafür. Sechs von zehn der 14- bis 29-Jährigen (61 Prozent) geben dies an. Im Gegensatz dazu stehen die älteren Bundesbürger: Fast zwei Drittel der über 65-Jährigen (64 Prozent) haben kein Interesse daran, die KI-Entscheidungen nachvollziehen zu können. Berg: »Das große Potenzial der KI liegt darin, dass sie Ergebnisse in einer besseren Qualität und höheren Geschwindigkeit liefert, als dies Menschen könnten. Umso wichtiger ist es, den Entscheidungsweg von KI-Systemen im Grundsatz nachvollziehen zu können.«

 

Zum verantwortlichen Einsatz von künstlicher Intelligenz hat Bitkom einen Empfehlungskatalog veröffentlicht. Der Katalog zeigt Wege auf, wie die unterstützte Entscheidungsfindung durch Algorithmen, maschinelles Lernen und KI zum Wohl der Gesellschaft und Nutzen der Volkswirtschaft eingesetzt werden kann. Mitgewirkt haben daran Vertreter der Wissenschaft sowie Unternehmen, die Algorithmen für maschinelles Lernen und KI erfolgreich einsetzen. Der Empfehlungskatalog ist online verfügbar unter: https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Empfehlungen-fuer-den-verantwortlichen-Einsatz-von-KI-und-automatisierten-Entscheidungen-Corporate-Digital-Responsibility-and-Decision-Making.html

 

[1] Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.008 Bundesbürger ab 14 Jahren telefonisch befragt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Frage lautete: »Wenn künstliche Intelligenz Entscheidungen auf Basis Ihrer personenbezogenen Daten und persönlichen Interessen trifft, wie interessiert wären sie daran, zu verstehen, wie die zugrundeliegenden Regeln und Muster der künstlichen Intelligenz funktionieren?«

 


 

Mehrheit der Software bald mit künstlicher Intelligenz ausgestattet

71 Prozent der Unternehmen planen eine Integration von KI in ihre bestehenden Anwendungen beziehungsweise haben dies bereits getan.

 

Wir sehen derzeit einen Vorstoß in Richtung eines höheren Automatisierungsgrades. Die europäischen Unternehmen erhoffen sich dabei von künstlicher Intelligenz (KI) Prozessverbesserungen und Effizienzsteigerungen. Viele Firmen sind überzeugt, dass sich durch die Integration von KI in Unternehmensanwendungen eine höhere Automatisierung der Arbeitsabläufe erzielen lässt und Menschen immer seltener eingreifen müssen.

 

Laut einer neuen Studie von PAC (CXP Group) planen 71 Prozent der europäischen Unternehmen eine Integration von KI-Technologie in ihre bestehenden Anwendungen beziehungsweise haben dies bereits getan, mit dem Ziel, den Automatisierungsgrad zu steigern sowie die menschliche Fehlerquote zu reduzieren.

 

Das Marktforschungsunternehmen und strategische Beratungshaus PAC führte zu diesem Thema eine detaillierte Befragung durch, um herauszufinden, welchen Blick europäische Unternehmen auf KI-Initiativen im Kontext der Unternehmensanwendungen haben und wie sie sich dem Thema nähern – und zwar aus strategischer, umsetzungsorientierter und operativer Sicht.

 

Die Studie mit dem englischen Titel »What AI can do for business applications« (Künstliche Intelligenz – Gestaltungsmöglichkeiten in Unternehmensanwendungen) basiert auf Interviews mit erfahrenen Entscheidungsträgern aus dem Unternehmens- sowie IT-Bereich in 240 Unternehmen, die in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich, der Schweiz, Spanien und den nordischen Ländern (Finnland, Schweden, Dänemark) agieren.

 

KI weckt hohe Erwartungen

73 Prozent der Befragten erwarten, dass durch die KI-Technologie Unternehmensprozesse schneller abgeschlossen werden können, 72 Prozent erhoffen sich mehr und bessere Handlungsempfehlungen. Dies spiegelt die große Nachfrage nach Technologien wider, die die Effizienz steigern können sowie greifbare Auswirkungen auf die Geschäftsaktivität haben. Aus diesem Grund hat fast die Hälfte der befragten Unternehmen bereits irgendeine Art von KI im Einsatz.

 

Die größten Schwierigkeiten bei der Nutzung von KI im Kontext von Unternehmensanwendungen sind übrigens weder der Mangel an Business Cases noch die Furcht vor Arbeitsplatzverlust. Stattdessen sind es für 82 Prozent rechtliche Aspekte und Compliance-Belange.

 

Was die Implementierung von KI im Kontext von Unternehmensanwendungen anbelangt, nennen 92 Prozent der Befragten die Anbieter von Cloud-Anwendungen als bevorzugten Partner. Nur 28 Prozent machten dieselbe Angabe für On-Premises-Softwarehersteller. Und obwohl ein Anbieter von Unternehmensanwendungen in der Lage sein muss, KI zu implementieren, wird zudem erwartet, dass passende Use Cases bereitgestellt werden.

 

Deutliche Unterschiede zwischen Nord- und Südeuropa

Betrachtet man die Ergebnisse aus geographischer Sicht, stechen zwei Ergebnisse besonders heraus. Generell ist bei Unternehmen aus Spanien und Italien eine allgemeine Zurückhaltung gegenüber KI zu beobachten. Nur 17 Prozent der Befragten schreiben KI strategische Wichtigkeit für ihre zukünftigen Unternehmungen zu. Im Vergleich dazu haben die Unternehmen aus den nordischen Ländern KI bereits besonders stark vorangetrieben. 17 Prozent der Unternehmen haben bereits eine KI-Strategie etabliert, 70 Prozent werden beziehungsweise haben bereits damit begonnen, interne KI-Kompetenzen zu entwickeln.

Abbildung 1: Der Mehrwert von KI im Kontext von Unternehmensanwendungen

Es gilt festzuhalten, dass KI nicht nur als der nächste Hype, sondern als Technologie von strategischer Wichtigkeit gesehen wird. So halten 78 Prozent der Befragten KI bereits jetzt für strategisch wichtig oder sehen darin die Grundlage für Verbesserungen bereits bestehender Unternehmensprozesse. Diese könnten in der Reduzierung der menschlichen Fehlerquote, einer höheren Qualität oder eines höheren Automatisierungsgrads bestehen. Viele Unternehmen sehen in KI das Potenzial zur Verbesserung ihrer Unternehmensergebnisse.

 

Frank Niemann, Vice President Enterprise Apps & Related Services bei PAC sowie Autor der vorliegenden Studie äußert sich dazu wie folgt: »Europäische Unternehmen schreiben der künstlichen Intelligenz ein großes Innovationspotenzial für ihre Unternehmensanwendungen zu, was das Prozessmanagement, die Automatisierung von Arbeitsabläufen und das Benutzererlebnis anbelangt. Sie bietet etliche Möglichkeiten zur Verbesserung bestehender Unternehmensprozesse und zur Unterstützung der Entscheidungsfindung in den verschiedensten Bereichen, ob im Finanzbereich, der Lieferkette, der Fertigung, im Vertrieb oder Marketing.«

 

Sabrina Donatelli, Analystin bei PAC sowie Koautorin der Studie, gibt folgende Einschätzung ab: »Künstliche Intelligenz ist mehr als nur ein Hype und wir werden in den nächsten Jahren abteilungs- und branchenübergreifend immer höhere Implementierungsraten sehen. Vor allem Unternehmen in Nordeuropa haben äußerst rasch entsprechende KI-Strategien entwickelt.«

 

»Die Anbieter von Unternehmensanwendungen werden keine andere Wahl haben, als KI-Funktionalität in ihre Softwarelösungen aufzunehmen«, resümiert Olivier Rafal, Vice President Digital Business Innovations bei PAC und ebenfalls Koautor der Studie. »Unternehmensanwendungen wurden geschaffen, um Prozesse automatisieren und die Mitarbeiter darin unterstützen zu können, schneller und basierend auf einer besseren Informationsgrundlage Entscheidungen zu treffen. Dieses Ziel wurde allerdings nur teilweise erreicht. Künstliche Intelligenz hat nun das Potenzial, dieses Versprechen einzulösen.«

 

[1] Für die Studie »What AI can do for business applications« (Künstliche Intelligenz – Gestaltungsmöglichkeiten in Unternehmensanwendungen) wurden erfahrene Entscheidungsträger aus 240 Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern zu ihren Sichtweisen auf KI im Kontext von Unternehmensanwendungen befragt.
Die Befragung wurde in verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt und berücksichtigte Unternehmen aus Fertigung, Handel, Transportwesen sowie dem Dienstleistungssektor. Die Multi-Client-Studie wurde von den Premiumsponsoren Accenture, Fujitsu, Salesforce und T-Systems sowie vom Goldsponsor NTT DATA unterstützt.
Die Executive Summary zur Studie stehen ab sofort zum kostenlosen Download zur Verfügung: http://go.cxpgroup.com/e/483761/an-bring-business-applications/46wt9/22164936
Für die Vollversion der Studie kontaktieren Sie bitte die Sponsoren.

 

 


 

Jeder Zweite möchte künstliche Intelligenz verstehen

■  Aber: 48 Prozent interessieren sich nicht für Entscheidungsgrundlagen von KI-Systemen.

■  Bitkom veröffentlicht Empfehlungskatalog zum verantwortlichen Einsatz von KI.

 

Suchergebnisse personalisieren, Produkte empfehlen oder individuelle Krankheitsdiagnosen erstellen – das leistet künstliche Intelligenz bereits heute. Obwohl die KI oft personenbezogene Daten nutzt, interessieren sich viele Verbraucher nicht dafür, wie und auf welcher Grundlage die KI-Entscheidungen zustande kommen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 1.008 Bundesbürgern ab 14 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Demnach interessiert sich fast jeder Zweite (48 Prozent) nicht dafür, wie eine KI auf Basis von Personendaten Entscheidungen trifft. »Auch wenn für viele Verbraucher offenkundig nur nachrangig ist, wie künstliche Intelligenz funktioniert, sollten die Unternehmen hier für größtmögliche Transparenz sorgen«, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

 

Immerhin vier von zehn Bundesbürgern (45 Prozent) würden wissen wollen, welche Regeln eine KI einsetzt, wenn sie Entscheidungen auf Basis persönlicher Daten trifft. Vor allem jüngere Nutzer interessieren sich dafür. Sechs von zehn der 14- bis 29-Jährigen (61 Prozent) geben dies an. Im Gegensatz dazu stehen die älteren Bundesbürger: Fast zwei Drittel der über 65-Jährigen (64 Prozent) haben kein Interesse daran, die KI-Entscheidungen nachvollziehen zu können. Berg: »Das große Potenzial der KI liegt darin, dass sie Ergebnisse in einer besseren Qualität und höheren Geschwindigkeit liefert, als dies Menschen könnten. Umso wichtiger ist es, den Entscheidungsweg von KI-Systemen im Grundsatz nachvollziehen zu können.«

 

Zum verantwortlichen Einsatz von künstlicher Intelligenz hat Bitkom einen Empfehlungskatalog veröffentlicht. Der Katalog zeigt Wege auf, wie die unterstützte Entscheidungsfindung durch Algorithmen, maschinelles Lernen und KI zum Wohl der Gesellschaft und Nutzen der Volkswirtschaft eingesetzt werden kann. Mitgewirkt haben daran Vertreter der Wissenschaft sowie Unternehmen, die Algorithmen für maschinelles Lernen und KI erfolgreich einsetzen. Der Empfehlungskatalog ist online verfügbar unter: https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Empfehlungen-fuer-den-verantwortlichen-Einsatz-von-KI-und-automatisierten-Entscheidungen-Corporate-Digital-Responsibility-and-Decision-Making.html

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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