Jobqualität: Weiche Faktoren wichtiger als Gehalt

Bei der qualitativen Beurteilung eines Arbeitsplatzes durch Fach- und Führungskräfte fällt auf: Weiche Faktoren wie ein harmonisches Arbeitsumfeld – also beispielsweise das gute Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten – werden als wichtiger angesehen als der monatliche Verdienst [1].

Hoch im Kurs stehen bei den Mitarbeitern auch abwechslungsreiche und interessante Arbeitsinhalte sowie klar definierte Ziele und Anforderungen. Überraschend: Die in der Öffentlichkeit viel diskutierte Work-Life-Balance spielt bei der Bewertung eines Jobs eine verhältnismäßig kleine Rolle.

Für Berufseinsteiger sind die sozialen Kontakte am Arbeitsplatz sogar noch wichtiger als die Aufgabeninhalte. Im Vergleich mit Berufserfahrenen messen Fachkräfte von morgen der Jobsicherheit und der Gestaltung der Arbeitszeiten eine noch wesentlich größere Bedeutung zu. Ebenfalls auf der Favoritenliste: Weiterbildung und ein positives Unternehmensimage.

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Fachkräfte: Gründe für den Jobwechsel

Die aktuelle StepStone Studie zeigt: Wenn Fach- und Führungskräfte sich dazu entscheiden, den Arbeitgeber zu wechseln, geht es vor allem um die persönliche Weiterentwicklung.

Im Arbeitsmarkt für Fachkräfte steckt jede Menge Dynamik. Besonders auffällig ist dabei: 87 Prozent aller Fach- und Führungskräfte sind grundsätzlich offen für eine neue Herausforderung. Und auch wenn nicht jeder von ihnen aktiv nach einem neuen Job sucht – gute Chancen für das Recruiting ergeben sich daraus allemal.

Ein wichtiger Grund für eine neue Stelle ist die Chance auf beruflichen Aufstieg: Fachkräfte, besonders die hochqualifizierten Spezialisten, erhoffen sich von einem neuen Job häufig, die nächste Stufe der Karriereleiter zu erreichen. Neue Tätigkeitsund Verantwortungsbereiche wollen erschlossen, stagnierende Laufbahnen wieder in Schwung gebracht werden.

Auch fehlende Wertschätzung, mangelnde Perspektiven oder zu wenig Gestaltungsmöglichkeiten sind entscheidende Faktoren, die Mitarbeiter dazu veranlassen, sich eine neue Stelle zu suchen. Und auch das Gehalt spielt natürlich eine Rolle: Weit mehr als die Hälfte der Fachkräfte auf Jobsuche will mehr verdienen.

»Ich will in einem abwechslungsreichen Arbeitsumfeld so individuell gefördert werden, dass ich mein Potenzial voll entfalten kann und schnell die nächste Karrierestufe erreiche.« So oder ähnlich äußern sich heute in Vorstellungsgesprächen viele Fachkräfte.

Vor allem die Gruppe junger Arbeitnehmer, die in den 1980er und 1990er Jahren geboren wurde und angesichts des wachsenden Fachkräftemangels für das Recruiting immer wichtiger wird, stellt selbstbewusste Forderungen.

Mit dem Internet aufgewachsen und in sozialen Netzwerken zuhause, zeichnen sich junge Fachkräfte nicht nur durch ihre digitale Grundkompetenz, sondern auch durch ein gesteigertes Anspruchsdenken aus. Dies richten Sie zuallererst an sich selbst: Wer in der modernen Leistungsgesellschaft aufwächst, lernt schnell, dass sozialer Status stark von guten Bildungsabschlüssen und überdurchschnittlichem Engagement abhängt. Geprägt vom Leistungsdruck, parallel zu Alltag und Familie eine Bilderbuch-Karriere hinlegen zu müssen, halten Fachkräfte bei ihren Forderungen gegenüber potenziellen Arbeitgebern nicht hinter dem Berg.

Für sie ist beispielsweise klar, dass Leistung sich finanziell rechnen muss – die jungen Hochqualifizierten kennen ihren Preis sehr genau und fordern diesen bei Gehaltsverhandlungen auch selbstbewusst ein. Darüber hinaus haben Fachkräfte – besonders solche mit gefragtem Spezialwissen – heute oft sehr konkrete Vorstellungen davon, welchen Job sie machen möchten und was sie darüber hinaus von ihrem Wunsch-Unternehmen erwarten. Weiterbildungen spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle wie eine offene und angenehme Firmenkultur.

Young Professionals lehnen autoritäre Führungskonzepte genauso ab wie starre Hierarchie-Konstrukte. Auch interessante Aufgaben, Projektverantwortung, schnelle Aufstiegsmöglichkeiten und eine ausgeglichene Work-Life-Balance gehören zum »Forderungskatalog« vieler Bewerber. Die Konsequenz für Unternehmen: Sie müssen Fachkräften schon im Bewerbungsprozess transparent aufzeigen, was sie ihnen bieten können, wenn sie im Wettbewerb um die besten Talente nicht zurückfallen möchten.

Die Ansprüche an Fachkräfte steigen Nach Einschätzung der befragten Fachkräfte werden die Ansprüche an Mitarbeiter in Zukunft noch höher. Ein Blick auf die Entwicklungen im Arbeitsalltag zeigt: Die Mehrheit der Fachkräfte stellt fest, dass unter anderem die Anforderungen an das Arbeitstempo, die Erwartungen des Unternehmens und die Komplexität von Projekten steigen.

Die StepStone-Trendstudie zeigt: Schon heute ist der Arbeitsalltag von Fachkräften komplex und anspruchsvoll. Eine durchschnittliche Fachkraft in Deutschland verschickt und empfängt jeden Tag zahlreiche E-Mails, legt täglich 46 Kilometer für den Job zurück, spricht fast anderthalb Stunden am Tag in einer anderen Sprache und verbringt 17 Tage im Jahr auf Geschäftsreisen.

Digitale Arbeit ist mittlerweile die am weitesten verbreitete Form der Erwerbstätigkeit. Rund zwei Drittel aller Arbeitnehmer nutzen heute regelmäßig einen Computer, mehr als die Hälfte sind zu beruflichen Zwecken im Web unterwegs – Tendenz steigend. Fast zwei Drittel der Fachkräfte in Deutschland suchen derzeit aktiv nach einer neuen Stelle. Jeder Zweite möchte seinen Arbeitgeber aufgrund mangelnder Wertschätzung verlassen. Der perfekte Job im Zeitalter von Arbeiten 4.0 wird nach Ansicht der Fachkräfte heutzutage vor allem von Arbeitsinhalten, einem guten Verhältnis zu den Kollegen sowie klaren Anforderungen und Zielen bestimmt. 56 Prozent würden für eine neue Karriereperspektive umziehen. Fast jeder Dritte pendelt aktuell mehr als 70 Kilometer täglich zu seiner Arbeitsstelle.

[1] Text- und Bildquelle: www.stepstone.de

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