Kapazitätsmanagement – was ist wo im Rechenzentrum?

Data Centre Infrastructure Management

Hauptaufgabe einer Data Centre Infrastructure Management-Software ist die Überwachung der physischen Infrastruktur eines Rechenzentrums. Hierbei werden in der Regel die Bereiche Kühlung, Stromversorgung und Sicherheit mittels der entsprechenden Sensorik überwacht. Durch eine RFID-Erweiterung der Schränke lässt sich über die Management-Software mittlerweile auch ein Kapazitätsmanagement realisieren.

Das Kapazitätsmanagement ist in der Lage, automatisiert folgende Fragen des Administrators zu beantworten:

  • In welchem Rack ist der Server installiert?
  • Welche Höheneinheiten werden durch den Server genutzt?
  • Mit wie viel Leistung sind die im Rack verbauten Server spezifiziert?
  • Welche Leistungsreserven stehen noch zur Verfügung?
  • Welche Kühlleistung ist für den Schrank vorgesehen?
  • Reichen die freien Höheneinheiten und die verfügbare Kühlleistung aus, um einen weiteren Server im Schrank zu verbauen?

All diese Fragen lassen sich mit einer DCIM-Lösung wie Rittal RiZone 3.5 und dem RFID (Radio Frequenced Identification) basierten Dynamic Rack Control (DRC) beantworten.

Abbildung 1: Hauptaufgabe einer Data Centre Infrastructure Management-Software ist die Überwachung der physischen Infrastruktur eines Rechenzentrums mittels einer entsprechenden Sensorik. In gebündelter Form stehen die ermittelten Daten dem Administrator zur Verfügung.

Abbildung 1: Hauptaufgabe einer Data Centre Infrastructure Management-Software ist die Überwachung der physischen Infrastruktur eines Rechenzentrums mittels einer entsprechenden Sensorik. In gebündelter Form stehen die ermittelten Daten dem Administrator zur Verfügung.

RFID-Präzisionsantenne ist Kernelement. Den Kern von Dynamic Rack Control (DRC) bildet eine hochpräzise RFID-Antenne, die auf voller Höhe neben der 19-Zoll-Ebene mit eingebaut ist. Sie ist in der Lage, RFID-Tags zuverlässig zu jedem Montageloch einer Höheneinheit (HE; 44,45 Millimeter) zuzuordnen. Das ist nicht trivial: Jede HE besitzt im Abstand von nur acht Millimetern drei Montagelöcher; bei einem 42 HE hohen Schrank sind es 126. Trotzdem muss die Antenne jeden Tag mit einer Präzision von 1/3-Höheneinheit eindeutig erkennen. Mithilfe der RFID-Antenne im Rack und RFID-Tags am Equipment wissen Administratoren jederzeit, welche Komponenten auf welcher Höheneinheit der 19-Zoll-Ebene eingeschoben sind. Die konfigurierbaren Tags können zahlreiche Eckdaten wie Hersteller, Modell, Gewicht, benötigte Höheneinheiten, Wartungsintervalle und bereit gestellte Anwendungen oder Dienste zu den Geräten – beispielsweise Server, Netzwerk-Komponenten, Storage-Systeme etc. – speichern und automatisch an die Management-Software weitergeben. Das Tag klebt am Gerät und verbleibt dort während der gesamten Lebensdauer. Durch die Tags »folgen« die Informationen dem Endgerät, auch wenn es an einen anderen Platz im Rack oder in einen anderen Serverschrank im Rechenzentrum versetzt wird.

DCIM ist Datensammler. Die Daten aller in den Schränken verbauten Tags werden über SNMP von der Management-Software Rittal RiZone 3.5 regelmäßig abgerufen und in einer Datenbank gespeichert. Hier werden die ausgelesenen Werte aggregiert, um dem Anwender einen genauen Überblick über die Kapazitäten pro Rack, Rackreihe und den ganzen Raum zu verschaffen. Mit diesen Werten ist der weitere Ausbau der Server-und Netzwerktechnik im Rechenzentrum solide planbar: Schränke mit freien Höheneinheiten und ausreichend Kühlkapazität sind ersichtlich, Hotspots, die durch übermäßige Wärmelast im Rack entstehen können, werden vermieden. Eine DCIM-Lösung warnt auch aktiv vor Überlast im Rechenzentrum: Wird ein definierbarer Grenzwert im Bereich Kühllast, elektrische Leistung, verbrauchte Höheneinheiten oder Gewicht überschritten, erfolgt eine Alarmierung über Mail oder grafisch in der Dashboard-Ansicht. Zusätzlich ist eine Weitergabe der Daten und Alarme an ein weiteres, übergeordnetes Management System möglich.

Abbildung 4: Architektur und Schnittstellen der DCIM-Plattform RiZone 3.5 von Rittal.

Abbildung 4: Architektur und Schnittstellen der DCIM-Plattform RiZone 3.5 von Rittal.

Grenzwerte anpassen. Die Grenzwerte lassen sich nicht nur für das einzelne Rack, sondern auch pro Rackreihe, Raum oder das ganze Gebäude festlegen und an die individuellen Gegebenheiten anpassen. Bei einer Alarmierung ist sofort ersichtlich, auf welcher Ebene der Infrastrukturhierarchie das Problem aufgetreten ist. Zusammen mit der Überwachung der übrigen Infrastruktur-Parameter im Rechenzentrum wie Temperatur, Feuchtigkeit, Zugriffsschutz, Rauch etc. ergibt sich mit Rittal RiZone 3.5 ein Schutzpaket, das den Betrieb der Server sicherstellt und den Anforderungen an die Verfügbarkeit der gehosteten Dienste Rechnung trägt.

Mehr Energieeffizienz dank DCIM. Auch um eine möglichst hohe Energieeffizienz im gesamten Rechenzentrum zu erreichen, ist die genaue Datenlage unerlässlich. Oftmals werden in Rechenzentren verschiedene Cooling-Strategien, angepasst an die jeweiligen Anwendungsfälle, integriert. Für die Racks mit normaler Last die Standard-Doppelbodenkühlung (low density), für Anwendungen mit bis zu 15 kW pro Rack die Kaltgangeinhausung (mid density) und für High-density-Lösungen (>15 kW), wie beispiels-weise Blade Center, die Rack-basierte Kühlung. DCIM unterstützt hier den Anwender um den Überblick und Planungssicherheit zu erhalten. Er hat mittels des Kapazitätsmanagements immer im Blick, wie viel Kühlleistung und Höheneinheiten noch in den Cooling-Bereichen Low, Mid und High verfügbar sind und kann damit eine optimale Auslastung seines Rechenzentrums planen.


autor_bernd_hanstein

Bernd Hanstein,
Hauptabteilungsleiter Produktmanagement IT,
Rittal, Herborn

 

 

Markus Schmidt,
Produktmanagement RiMatrix,
Rittal, Herborn

 

 

autorin_kerstin_ginsbergKerstin Ginsberg,
PR-Referentin IT,
Rittal, Herborn

 

Titelbild: © Konstantin Yolshin/shutterstock.com

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