Kein Disaster Recovery? 43 Prozent der Betroffenen müssten schließen

Disaster Recovery as a Service

Ein effizienter Business-Continuity- und Disaster-Recovery-Plan sorgt dafür, dass nach einem Vorfall der IT-Betrieb ungestört weitergeht – ist aber teuer. Ein modernes Disaster Recovery as a Service (DRaaS) kann die Kosten dafür halbieren.

Bei Katastrophen haben IT-Verantwortliche oft Bilder von Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Orkane vor Augen, von denen Deutschland glücklicherweise meist verschont wird. Doch vor Vorkommnissen wie Bränden, Rohrbrüche oder Stromausfälle bleiben auch deutsche Unternehmen nicht verschont. Dennoch verfügt ein Viertel der kleinen und mittelständischen Unternehmen noch nicht über ein Offsite Backup, und mehr als die Hälfte nutzt physische Backups auf Bändern oder Disks am gleichen Standort. Und das, obwohl 87 Prozent der Unternehmen wissen, dass ihr Geschäft Schaden nehmen würde, wenn sie Daten nicht wiederherstellen könnten.

Traditionelles DR versus Cloud-basiertes DR. Jedes Unternehmen muss seine unternehmenskritischen Abläufe schützen, damit es im Ernstfall nicht zum Stillstand kommt. Gerade von einer unterbrechungsfrei laufenden IT sind Organisationen nahezu jeder Branche absolut abhängig. So reichen beispielsweise bei einem Automobilzulieferer nur wenige Sekunden Stillstand aus, die Fertigstellung von Neufahrzeugen um mehrere Monate zu verzögern.

Die stetig steigende Zahl an Applikationen, Systemen und Daten, die es zu schützen gilt, macht es jedoch schwierig einen adäquaten Disaster-Recovery-Plan (DR) anzulegen, der alle Aspekte des Unternehmens einbezieht und gleichzeitig Kosten und Ressourcen schont. Traditionelle DR-Ansätze sind teuer, komplex und unzuverlässig: sie erfordern extra Infrastrukturen, Management Silos, manuelle Prozesse und sind fehleranfällig. 47 Prozent der Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere, können es sich nicht leisten alle unternehmenskritischen Applikationen in ihren DR-Plan zu integrieren und sind gezwungen, Teile ihrer Infrastruktur einem Risiko auszusetzen.

Der Erfolg von Cloud-basierten Technologien und fortschrittliche Virtualisierungslösungen verändern die Business-Continuity-Planung jedoch grundlegend. Früher war eine Recovery-Plattform gleichbedeutend mit dem Aufbau einer physischen Kopie der primären IT-Infrastruktur und einer Verdopplung der Infrastrukturkosten. Heute sind DR-Lösungen flexible Teilkomponenten in einer ganzheitlichen Cloud-Strategie, die on-demand und zu einem Bruchteil der Kosten verfügbar sind. Modernes Disaster Recovery as a Service (DRaaS) ermöglicht intelligente Ressourcenplanung und für jedes Unternehmen individuell angepasste Widerherstellung von Applikationen und Daten. Zusätzlich reduziert Virtualisierung die Implementierungskosten durch flexible Zuweisung der Ressourcen.

Bei einer Lösung wie dem vCenter Site Recovery Manager können Kosten um bis zu 50 Prozent gesenkt werden, indem der DR-Platzbedarf durch eine Hypervisor-konvergierte Infrastruktur reduziert wird.

Bei einer Lösung wie dem vCenter Site Recovery Manager können Kosten um bis zu 50 Prozent gesenkt werden, indem der DR-Platzbedarf durch eine Hypervisor-konvergierte Infrastruktur reduziert wird.

DRaaS – das gilt es zu beachten. Wie bei allen As-a-Service-Angeboten basiert DRaaS auf den Workloads beziehungsweise Anwendungen, die das Unternehmen auch tatsächlich nutzt, unabhängig von der zugrunde liegenden IT-Infrastruktur, die es zu schützen gilt. Der Kunde kann sich also vollkommen auf geschäftskritische Faktoren wie die Recovery Time Objective (RTO) und Recovery Point Objective (RPO) konzentrieren, also die Zeit zwischen Schaden und Wiederherstellung der Geschäftsprozesse sowie der Zeitraum zwischen zwei Datensicherungen. Applikationen und Daten müssen hinsichtlich RTO und RPO nach ihrer Wertigkeit priorisiert werden: Wie lange darf ein Prozess ausfallen? Ist der Verlust von Daten einer Stunde oder eines Tages tolerierbar? Die Antworten auf diese Fragen unterscheiden sich von Fall zu Fall enorm und sind individuell festzulegen.

Regulierungen in der IT spielen eine wichtige Rolle bei der Auswahl einer DRaaS-Lösung. Compliance, generelle Unternehmensrichtlinien sowie externe Anforderungen zum Beispiel durch staatliche Bestimmungen beeinflussen RTO und RPO. Sicherheitsfaktoren sind nach wie vor die beherrschenden Aspekte bezüglich der Cloud. Doch auch in Deutschland ist die Cloud erwachsen geworden und hierzulande Realität. Damit einher gehen Vorschriften zu Datensicherheit und Datenhoheit. Branchenbekannte Gütesiegel von unabhängigen Dritten wie ISO27001 oder BS25999/ISO22301 geben Aufschluss über die Qualitätsstandards des Cloud-Anbieters bezüglich Datensicherheit und Servicelevel.

Die richtige DR für jedes Unternehmen. Cloud-basierte DR-Lösungen kommen in vielen Varianten: Compute- und Storage-Modelle gibt es jeweils als Shared und Dedicated Services. Shared-DRaaS ist ein Public Cloud Service, der von mehreren Kunden genutzt wird. Vorteile einer Shared-Compute-Plattform sind die Verteilung der Kosten auf mehrere Kunden. Nachteile sind die geringere Flexibilität und geringere Performance. Dedizierte Plattformen können speziell auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten werden und bieten ein komplettes Management- und Verwaltungspaket. Aus Sicherheitsgesichtspunkten sind beide Alternativen gleich.

DR um die Hälfte günstiger. Mit einer Disaster-Recovery-Lösung, die automatische Orchestrierung und unterbrechungsfreie Tests der zentralen Recovery-Pläne für alle virtualisierten Anwendungen ermöglicht, ohne Ausfallzeiten zu verursachen, sind IT-Verantwortliche in jedem Fall gut beraten. Bei einer Lösung wie dem vCenter Site Recovery Manager können Sie Ihre Kosten um bis zu 50 Prozent senken, indem Sie den DR-Platzbedarf durch eine Hypervisor-konvergierte Infrastruktur reduzieren, die auf jeder standardmäßigen x86-Plattform ausgeführt werden kann. Der vereinfachte Schutz durch VM-orientiertes, richtlinienbasiertes Storage- und Replikationsmanagement und das Herabsetzen der Betriebskosten durch DR-Automatisierung tragen ebenfalls zur Kostenoptimierung bei.

vCloud Air Disaster Recovery ist eine DRaaS-Lösung, die auf vSphere Replication und vCloud Air aufbaut und mit diesen Produkten zusammen eine Hybrid-Cloud-Plattform für Infrastructure as a Service (IaaS) bietet. Sie nutzt vSphere Replication zur Bereitstellung leistungsstarker, asynchroner Replikationsfunktionen auf der Hypervisor-Schicht. Virtuelle Maschinen können auf einfache Weise für Disaster Recovery konfiguriert werden. Herkömmliche Abhängigkeiten von der zugrunde liegenden Infrastrukturhardware oder Rechenzentrumsspiegelung entfallen. Weitere Vorteile sind benutzerdefinierte RPOs, flexible Failover-Tests und elastisches Cloud Computing.

Fazit. Ein Business-Continuity- und Disaster-Recovery-Plan, der im Ernstfall dafür sorgt, dass die unternehmenskritische IT nicht zum Stillstand kommt, ist zwingend notwendig. 43 Prozent der Unternehmen, bei denen ein Notfallszenario eintritt, nehmen den Betrieb nicht wieder auf und 29 Prozent müssen sogar innerhalb von zwei Jahren schließen. Diese Tatsache alleine müsste deutsche Unternehmen zum Nachdenken bewegen.


autor_matthias_schorerMatthias Schorer,
Sr. Manager Advisory and
PS Business Development, CEMEA,
VMware Global Inc. Germany

 

 

Titelbild: © caesart/shutterstock.com 

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