Multi-Providermanagement: Unternehmen unterschätzen die Herausforderung

IT-Sourcing im Cloud-Zeitalter bringt neben vielen Chancen auch neue Herausforderungen mit sich. Das zeigt die Studie »Sourcing 2015« [1]. Doch obwohl die Entscheider die Schwierigkeiten durchaus sehen, tun die meisten von ihnen nichts zu ihrer Lösung.

Bei aller Wertschätzung der Flexibilität von IT-Sourcing im Cloud-Zeitalter – der Aufwand für die Koordination unterschiedlicher Anbieter von IT-Services ist hoch. Im Rahmen der Untersuchung »Sourcing 2015« nannten mehr als zwei Drittel der Befragten (71 Prozent) den Aufwand zur Koordinierung der verschiedenen Service-Partner sehr groß, groß oder eher groß. Nicht einmal ein Viertel der Antworten (23 Prozent) entfiel auf die Einschätzung eher gering oder gering. Als sehr gering wurde der Aufwand von niemandem betrachtet.

Niemand koordiniert

Die Überraschung steckt in einem anderen Ergebnis der Studie: Trotz des vorhandenen Problembewusstseins tun die Firmen kaum etwas, um den Aufwand in den Griff zu bekommen. Nur knapp 42 Prozent, also deutlich weniger als die Hälfte der Befragten, verfügen über eine Person oder Einheit, die sich um die Koordination der verschiedenen externen Sourcing-Partner kümmert. Lösungen für Multi-Providermanagement sind sogar nur in gut 10 Prozent der Unternehmen im Einsatz. Und das, obwohl die Befragten der Studie künftig noch mehr IT-Services auslagern wollen.

foto jan schäfer improveJan Schäfer, Geschäftsführer der improve direkt GmbH, einem Unternehmen der direkt gruppe, sieht in diesem Missverhältnis zwischen Problembewusstsein und Handlungsbereitschaft eine unterschätzte Gefahr für die Unternehmen: »Die Leistungsfähigkeit der IT entscheidet immer stärker über den Unternehmenserfolg. Ohne professionelle Koordination sämtlicher IT-Service-Bezugsquellen sind Missverständnisse, Fehler und schwerwiegende Störungen der IT-Services programmiert. Wer hier jetzt nicht vorbeugt, nimmt künftige Leistungseinbußen und -ausfälle billigend in Kauf.« Vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung der Unternehmensabläufe, die zu einer wachsenden Zahl von IT-Services aus unterschiedlichen Quellen führen werde, rät Schäfer IT-Entscheidern, jetzt für eine übergreifende zentralisierte Steuerungsinstanz zu sorgen.

Kernthesen IT-Providermanagement:

Unzufriedenheit und Probleme auslagernder Unternehmen entstehen weniger durch strategische Fehlentscheidungen als durch immensen Nachholbedarf in der operativen IT-Providersteuerung.

IT-Outsourcing hat sich zur etablierten, stetigen Beschaffungsposition entwickelt. Die Wichtigkeit des Fremd-(Cloud-)Bezugs ist gestiegen.

IT-Sourcing-Steuerung ist nun ein strategisches Handlungsfeld des IT-Managements. Die Ursache für einen langfristigen Erfolg eines Outsourcings liegt überwiegend beim auslagernden Unternehmen.

Ob ein Outsourcingdeal für den Provider erfolgreich ist, zeigt sich nicht erst bei der Leistungserbringung. Die grundlegenden Fehler werden im Rahmen der Angebotserstellung und Vertragsverhandlungen gemacht.

Mehr zum Thema IT-Providermanagement: http://www.direkt-gruppe.de/improvedirekt/leistungen/itprovidermanagement/
[1] IDG Business Media (COMPUTERWOCHE, CIO) Mehr zur Studie: https://shop.cio.de/portal/studie-sourcing-2015--4818

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