Nach Trump: Start-ups zieht es nicht mehr in die USA

  • Zwei von drei Gründern würden wieder in Deutschland gründen.
  • Interesse an einer Gründung in den USA ist innerhalb eines Jahres deutlich zurückgegangen.
  • Vor allem bessere Finanzierungsbedingungen und weniger Regulierung gelten als Vorteile im Ausland.

Illustration Geralt Absmeier

Ein Start-up in den USA zu gründen – das ist aktuell nur für eine kleine Minderheit der deutschen Gründer ein Traum. Gerade einmal 15 Prozent würde es in die Vereinigten Staaten ziehen, wenn sie den Standort ihres Start-ups noch einmal wählen könnten. Vor einem Jahr lag der Anteil mit 32 Prozent noch mehr als doppelt so hoch. Gleichzeitig hat die Attraktivität des Start-up-Standorts Deutschland kräftig zugelegt: Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der Gründer würden erneut hierzulande gründen wollen, vor einem Jahr waren es nur 44 Prozent. Andere Länder spielen als Wunsch-Standort für das eigene Start-up keine Rolle, nach Großbritannien zieht es gerade einmal 2 Prozent, ebenso viele nach Israel. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 250 Start-up-Gründern [1].

»In den Ergebnissen spiegelt sich mit Sicherheit der Trump-Effekt wider. Die USA haben für Start-ups massiv an Anziehungskraft verloren, gleichwohl sind dort die Bedingungen was Finanzierungsmöglichkeiten, Netzwerke und den Absatzmarkt angeht weiterhin sehr gut«, sagt Bitkom-Geschäftsleiter Niklas Veltkamp. »Gleichzeitig zeigt das Ergebnis auch, dass in Deutschland eine Menge passiert ist. Nach einigen Jahren, in denen auf politischer Ebene vor allem viele Stellungnahmen und Agenden formuliert wurden, sehen wir, dass inzwischen auch gehandelt wird – zur Zufriedenheit der Gründer in Deutschland.«

Die Start-ups, die es in ein anderes Land zieht, sehen vor allem den Vorteil, dass die Finanzierungsbedingungen dort günstiger sind (70 Prozent) und es weniger Regulierung (62 Prozent) gibt. Auch der bessere Austausch mit anderen Start-ups (48 Prozent), der bessere Zugang zu Personal (29 Prozent) und die Nähe zu potenziellen Kunden (24 Prozent) werden häufig genannt. Persönliche Gründe spielen mit 12 Prozent dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Veltkamp: »Auch wenn Deutschland für die große Mehrheit der Gründer ein attraktiver Standort ist, hat die Politik gerade bei den Themen Finanzierung, Regulierung und Fachkräfte die Möglichkeit, die Rahmenbedingungen weiter zu verbessern. Ziel muss sein, dass Deutschland international zu einem Magneten für Gründer wird.«

[1] Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 252 Gründer von IT- und Internet-Start-ups in Deutschland befragt.

 

Berlin ist die beste Stadt für eine Start-up-Gründung

  • Drei Viertel der Start-up-Gründer empfehlen die Hauptstadt.
  • Hamburger sind von der Hansestadt überzeugt, Münchener eher von Berlin.

Berlin, 19. August 2015 – Berlin hat unter den deutschen Städten den mit Abstand besten Ruf unter Gründern. Rund drei Viertel (73 Prozent) aller Gründer sagen, dass die Hauptstadt der beste Ort ist, um ein Start-up an den Start zu bringen. Auf dem zweiten Platz folgt mit deutlichem Abstand Hamburg (14 Prozent) vor München (9 Prozent). Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 200 Start-up-Gründern, Mehrfachnennungen waren möglich [1].

»Andere Städte wie Frankfurt, Köln oder Leipzig sind weit abgeschlagen mit nur vereinzelten Nennungen. In Berlin hat sich ein phantastisches Start-up-Ökosystem herausgebildet, in dem Start-ups und Investoren zueinander finden und Gründungen bei Erfolg rasch wachsen können«, sagt der Bitkom-Landessprecher für Berlin, Maxim Nohroudi, der selbst das Start-up ally gegründet hat. »Daneben sprechen für Berlin eine hervorragende Infrastruktur, eine hohe Lebensqualität und vergleichsweise niedrige Mieten und Lebenshaltungskosten.« »Auch international hat die Start-up-Hauptstadt Berlin einen guten Ruf. Im aktuellen Global Startup Ecosystem Ranking rangiert Berlin als einzige deutsche Stadt auf Platz 9 der Liste von 20 internationalen Städten.

Besonders gut bewertet wird Berlin als Gründerstadt von den Start-ups, die sich hier angesiedelt haben. 94 Prozent der Berliner Gründer halten die Stadt für die bestmögliche Wahl in Deutschland. Gerade einmal 4 Prozent nennen Hamburg, drei Prozent sprechen sich für München aus. Auch die Hamburger Gründer sind von ihrer Stadt überzeugt: Zwei Drittel (67 Prozent) nennen die Hansestadt als ideale Gründerstadt, 38 Prozent sprechen sich aber auch für Berlin aus. In München würde kein Hamburger gründen. Die Münchener Gründer sind dagegen weniger überzeugt davon, ein Start-up in der bayerischen Landeshauptstadt auf den Weg zu bringen. Nur 40 Prozent halten München für die beste Wahl in Deutschland, zwei Drittel (67 Prozent) sprechen sich dagegen für Berlin aus. Hamburg bekommt von keinem Münchener eine Empfehlung.

 

[1] Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 227 Gründer von IT- und Internet-Start-ups in Deutschland befragt. Die Fragestellung lautete »Was ist Ihrer Meinung nach die beste Stadt in Deutschland, um ein Start-up zu gründen?«

 


 

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