Neue Cyberangriffsform »Man in the Cloud« verwandelt Daten-Synchronisationsdienste in verheerende Angriffswerkzeuge

Der »Hacker Intelligence Initiative Report«, kurz HII Report zeigt auf, wie der neue Angriffstyp – »Man in the Cloud« (MITC) – unentdeckt Datensynchronisationsdienste wie Google Drive und Dropbox vereinnahmt und diese in verheerende Angriffswerkzeuge verwandeln kann [1]. Diese neue Form des Cyberangriffs benötigt laut HII Report keinen speziellen Zugriff auf den Namen oder das Passwort des jeweiligen Anwenders.

»Unsere Recherchen haben gezeigt, wie einfach Cyberkriminelle Accounts von Cloud-Synchronisationsdiensten vereinnahmen können und wie schwierig es hingegen ist, dies zu entdecken und sich von diesem Angriff zu erholen,« erklärt Amichai Shulman, CTO von Imperva. »Seitdem wir Belege für MITC im Netz gefunden haben, sind Organisationen, die sich auf den Schutz vor schädlicher Code-Erkennung oder Command-and-Control-Kommunikation (C&C) verlassen, einem ernsten Risiko ausgesetzt, da die MITC-Angriffe über die Enterprise File Sync and Share-Infrastruktur (EFSS) für C&C und Exfiltration im Unternehmensnetzwerk erfolgen.«

Durch die verbreitete Nutzung von Mobilgeräten, Tablets, VPNs, Remote-Desktopsteuerung und SaaS-Anwendungen, befinden sich immer mehr Daten in der Cloud und somit außerhalb der Firmengrenzen. Die Unternehmen sollten in Betracht ziehen, sich mithilfe eines Zwei-Phasen-Ansatzes vor MITC-Angriffen zu schützen. Dafür ist die Installation eines Cloud Access Security Brokers (CASB) zunächst notwendig, der den Zugriff und Gebrauch von unternehmenseigenen Cloud-Diensten überwacht. Zudem empfiehlt Imperva den Einsatz von Kontrollinstanzen wie Data Activity Monitoring (DAM) und File Activity Monitoring (FAM) für Geschäftsdaten, um ungewöhnliche und missbräuchliche Zugriffe auf unternehmenskritische Daten aufzudecken.

Die wichtigsten Ergebnisse des Reports:

  • Cloud-Synchronisationsdienste wie Dropbox, Google Drive oder Microsoft OneDrive können leicht vereinnahmt und in eine Infrastruktur für Gefährdungen über mobile Endgeräte verwandelt werden, wodurch sie einen Kanal für C&C, Datenexfiltration und ferngesteuerten Zugriff bieten.
  • Angriffe, die auf der oben beschriebenen Struktur basieren, wurden bereits im Netz beobachtet.
  • Mobile Endgeräte sind nicht in der Lage, diese Bedrohung zu entdecken und abzuschwächen, da kein schädlicher Code an diesem Backend bestehen bleibt und keine ungewöhnlichen, nach Außen führenden Datenkanäle im Netzwerk zu beobachten sind.
  • Unternehmen müssen mehr Ressourcen verwenden, um unternehmenskritische Daten zu beobachten und zu schützen, sowohl in der Cloud als auch am Arbeitsplatz.
  • Nur durch die Aufdeckung missbräuchlicher Zugriffsstrukturen auf diese Daten können sich Unternehmen gegen diese neue Art von Angriffen schützen.
[1] Das Imperva Application Defense Center (ADC) ist eine führende Forschungsorganisation für Sicherheitsanalysen, Aufdeckung von Schwachstellen und Compliance-Expertise. Die ADC-Forschung verbindet umfangreiche Laborarbeit mit interaktiven Tests in der realen Welt, um mithilfe von Produktlösungen von Imperva einen ständig aktualisierten Schutz und besondere Compliance-Automation durch fortschrittliche Datensicherheitstechnologien zu gewährleisten. Das Team führt regelmäßige Forschungen bezüglich sich ständig weiterentwickelnden Bedrohungen durch – hierzu gehören sowohl der HII Report, als auch der Web Application Attack Report. Der gesamte HII Report für August steht unter folgendem Link zum Download bereit: https://www.imperva.com/DefenseCenter/HackerIntelligenceReports.

autor amichai shulman cto impervaAmichai Shulman, CTO von Imperva

 

 

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