Neue Wege gehen: Kontakt und Bindung zu Digital Natives

Illustration: Phil Pace

Viele Firmen sehen im Bekenntnis zur Digitalisierung noch nicht den Schlüssel zu einer erfolgreichen Transformation. Dies geht aus der Studie »Die neuen Gewinner des digitalen Umbruchs: etablierte Unternehmen« hervor. Jeder zweite Betrieb aus der Befragung erkennt die digitalen Kompetenzen sogar als entscheidenden Faktor für eine erfolgreiche Umstellung an. Auf der anderen Seite sieht knapp die Hälfte der Befragten Schwierigkeiten in der Aneignung dieser Qualifikationen.

»Das Problem des Aufbaus dieser Fertigkeiten nehmen beispielsweise viele Versicherer zum Anlass, sich vor einer vollständigen Transformation zu verschließen und von einer Umsetzung abzusehen«, erklärt Matthias Stauch, Vorstand der Intervista AG und Experte für Digitalisierungslösungen. »So gehen wertvolle Berührungspunkte mit jungen Generationen verloren, die technische und innovative Lösungen erwarten.«

 

Von innen heraus oder risikolos von außen nach innen

Das komplette Potenzial digitaler Technologien lässt sich nur dann ausschöpfen, wenn der Ursprung der Transformation im Herzstück eines Unternehmens liegt. Das hat laut Studie vor allem die Gruppe der sogenannten Visionäre verstanden, also Unternehmen, die erkennen, dass die digitale Veränderung auf das gesamte Geschäftsmodell wirkt. »Es gilt etwa Mitarbeiter vorzubereiten und neue Lösungen zu etablieren. Außerdem ermöglichen eigene IT-Ökosysteme eine ganzheitliche Zusammenarbeit mit Partnern. Aus eigener Projekterfahrung kann ich sagen, dass eine solche Plattform zudem für entscheidende Wettbewerbsvorteile sorgt«, so der Intervista-Experte. Mit seinem Unternehmen bietet er Vertriebs- & Bestandssystem-Software für digitale Ökosysteme an, die sich an bereits bestehende Technologien und Umgebungen anflanschen lässt. »Auf diese Weise gelingt den noch vorsichtigen Marktteilnehmern der risikolose Schritt in Richtung digitale Transformation. Sie sollten dabei allerdings nicht vernachlässigen, auch intern weitere Veränderungen voranzutreiben«, meint Stauch. Die Studie belegt zudem die nach wie vor bestehende Zurückhaltung: Mit Ausnahme der Visionäre erkennt nur eine geringe Anzahl der Befragten die Wichtigkeit reformierter Unternehmensumwelten.

 

Zielgruppe abholen

»Eine Person, die mit digitalen Technologien aufgewachsen ist und in ihrer Benutzung geübt ist«, so lautet die Definition des Digital Natives. Er gehört zur gesellschaftlichen Generation, die versiert mit neuen Lösungen umgeht und bereits seit dem Kindesalter über vielseitige Möglichkeiten verfügt. »Gerade diese Klientel legt großen Wert darauf, nicht nur eine Versicherung digital abzuschließen, sondern auch die Beratung digital zu erhalten. Die klassischen Vertriebswege greifen hier nicht. Um den Kundenstamm zu erreichen und an das eigene Unternehmen zu binden, sind moderne Technologien unabdingbar«, mahnt Stauch. Im enger werdenden Wettbewerb mit sich ständig verändernden Bedingungen zählt die Kundenbeziehung zu den wichtigsten Faktoren für Betriebe, um sich gegen die Konkurrenz zu behaupten. »Digitale Tools stehen für Qualitätssicherung und Rechtssicherheit. Ebenso lassen sie individualisierte Angebote zu und erlauben es, auf Kundenbedürfnisse einzugehen. Kontakt und Bindung bleiben erhalten«, schließt der Experte ab.

 


 

Weniger als ein Viertel der globalen Unternehmen denkt und handelt wie Digital Natives

  • Organisationen, die den Wandel von innen heraus vorantreiben, führen die digitale Disruption an.
  • Fehlende digitale Kompetenzen sind das größte Hindernis bei der Transformation.

 

Aus einer neuen weltweiten Studie »Die neuen Gewinner des digitalen Umbruchs: etablierte Unternehmen« geht hervor, dass weniger als ein Viertel der befragten Firmen das Bekenntnis zu Digital als Schlüssel zu einer gelungenen Transformation versteht. Dies sind die Unternehmen, die als Sieger aus der digitalen Disruption hervorgehen. Laut der Studie, die von Infosys veröffentlicht wurde, bewerten mehr als die Hälfte der Befragten digitale Kompetenzen als den wichtigsten Faktor für einen erfolgreichen Wandel. Das Engagement der Geschäftsleitung und ein erfolgreiches Change Management folgen auf den Plätzen Zwei und Drei. Dies unterstreicht, wie wichtig auch ein kultureller Wandel innerhalb der Organisationen ist.

Visionäre, Beobachter und Entdecker

Die Studie teilt die Befragten in drei Kategorien ein, basierend auf den Geschäftszielen, die ihren Initiativen zur digitalen Transformation zugrunde liegen.

  • Visionäre (22 Prozent) verstehen, dass die digitale Revolution das Potenzial hat, ihr gesamtes Geschäftsmodell zu verändern
  • Entdecker (50 Prozent) nutzen digitale Programme, die die Kundenerfahrung verbessern
  • Beobachter (28 Prozent) sehen die digitale Transformation unter Effizienz-Gesichtspunkten

Wahrer Wandel beginnt im Kern eines Unternehmens

Während sich Beobachter und Entdecker hauptsächlich auf neue Technologien wie künstliche Intelligenz (KI), Blockchain und 3D-Druck für ihre Initiativen der digitalen Transformationen fokussieren, haben Visionäre auch Technologien wie Mainframe- und ERP-Modernisierung im Blick.

Visionäre sind der Meinung, dass die Transformation im Kern eines Unternehmens beginnen muss. Ohne ein starkes Fundament können digitale Technologien ihr volles Potenzial nicht entfalten. Die Studie zeigt, dass das Engagement von Visionären, ihre Unternehmen von Grund auf zu modernisieren, zu höherer Produktivität und Effizienz führt.

Agilität im Kampf für die digitale Disruption

Visionäre sehen und testen zukunftsträchtige Trends, die den anderen beiden Gruppen entgehen. Daher sehen sie die Möglichkeiten und Herausforderungen des digitalen Wandels deutlich schneller als Entdecker und Beobachter. Außerdem setzen sie Trends schneller in die Realität um.

Visionäre blicken weiter in die Zukunft. Sie bewerten die Auswirkungen von Markttreibern wie neuen Technologien (86 Prozent Visionäre vs. 63 Prozent Explorers, 50 Prozent Watchers) und sich verändernden Ökosystemen (63 Prozent vs. 39 Prozent, 31 Prozent) höher und nutzen dies um agil und disruptiv zu handeln.

Die größte Hürde – fehlende digitale Fähigkeiten

Die Frage nach Hindernissen auf dem Weg zur Digitalisierung, beantworteten 54 Prozent der Befragten, dass die größte Herausforderung darin bestand, digitale Kompetenzen aufzubauen. Dies unterstreicht den Mangel an verfügbaren digitalen Fähigkeiten.

Der Wandel von einer risikoscheuen Organisation hin zu einem experimentierfreudigen Unternehmen (43 Prozent) sowie ein fehlendes Change Management (43 Prozent) folgten auf Platz zwei und drei. Sie unterstreichen die Unruhe und den Widerstand, die Veränderungen im Zusammenhang mit der digitalen Transformation hervorrufen.

Die Bedeutung der Etablierung eines Ökosystems

Der Aufbau interner Fähigkeiten stand auf der Liste von 76 Prozent der Visionäre, die daran interessiert waren, digitale native Firmen zu erwerben. Sie wollen so schnell die digitalen Fähigkeiten erwerben, die 71 Prozent der Visionäre in ihrem Unternehmen nur unzureichend vorhanden sahen. Darin zeigt sich der steigende Trend zu der Entwicklung eines nachhaltigen Ökosystems. Im Vergleich dazu war die Anzahl von Entdeckern und Beobachtern, die an Übernahmen und möglichen Ökosystemen interessiert waren, sehr gering.

Pravin Rao, COO bei Infosys, erklärt: »Die digitale Disruption zu navigieren, erfordert von den Unternehmen einen ganzheitlichen Ansatz hinsichtlich der Transformation. Sie müssen darüber hinaus eine digitale Kultur fördern, die das Engagement von Führungskräften mit einem erneuerten Ansatz für den Aufbau von Kompetenzen verbindet. Infosys pflegt langjährige Partnerschaften mit globalen Unternehmen und konzentriert sich darauf, die digitale Transformation aus ihren Kernsystemen heraus zu beschleunigen. Gleichzeitig entwickelt Infosys neue Wettbewerbsvorteile für sie.

Hindernisse der digitalen Transformation überwinden

Unternehmen verlassen sich während der Transformation auf ihre Partner, die sie dabei unterstützen, die Hindernisse der digitalen Transformation zu erkennen. Die Mitarbeiter auf die digitale Transformation vorzubereiten und die Fähigkeit, große organisatorische Veränderungen zu realisieren – dies sind die Top-Strategien, um diese Hindernisse zu überwinden. Dies ist besonders wichtig für Visionäre, die ihre Unternehmenskultur verändern wollen.

Den kompletten Report können Sie hier herunterladen: https://www.infosys.com/navigate-your-next/research/

[1] Infosys beauftragte das unabhängige Marktforschungsunternehmen Feedback Business Consulting mit einer Studie, um die Entscheidungsprozesse und Herausforderungen rund um die digitale Transformation zu verstehen. Von März bis April 2018 wurden die qualitativen und quantitativen Teile der Studie durchgeführt, in der über 1.000 Führungskräfte der oberen Führungsebene befragt wurden, die an Initiativen zur digitalen Transformation beteiligt sind. Befragt wurden Unternehmen mit mindestens 5.000 Mitarbeitern und einem weltweiten Jahresumsatz von einer Milliarde US-Dollar. Insgesamt repräsentierten die Befragten elf Branchen aus Australien, China, Frankreich, Deutschland, Indien, Großbritannien und den USA.

 


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