PaaS – Moderne Private Clouds und Hybrid-Lösungen: Ganz privat zu niedrigen Kosten

Public-Cloud-Angebote im »Platform as a Service«-Umfeld sind für viele Unternehmen wegen datenschutzrechtlicher Vorbehalte keine Lösung. Technisch lässt sich deren Flexibilität und Skalierbarkeit auch in Private Clouds erzielen. Jedoch galt die private Alternative lange Zeit als zu teuer und aufwändig. An den Datenschutz-Vorbehalten gegenüber der Public Cloud hat sich nichts geändert, die Alternative ist allerdings wesentlich kostenattraktiver und flexibler geworden.

Technisch möglich sind Private Clouds schon lange. Allerdings waren in der Vergangenheit Implementierung und Migration oft schwierig und ihr Betrieb mit einem hohen Zeit- und Kostenaufwand verbunden. Eine der Ursachen: Meist waren die Private-Cloud-Plattformen nicht viel mehr als virtualisierte Systeme auf dedizierter Hardware im Firmenrechenzentrum – diese Konstruktionen konnten in puncto Skalierbarkeit und Kostenvorteilen nicht mit Public-Cloud-Angeboten mithalten.

Erste sinnvolle Angebote für Private-Cloud-Plattformen wurden dann von innovativen Rechenzentrumsbetreibern wie noris network entwickelt. Diese erste Generation der Private Cloud als RZ-Dienstleistung ebnete den Weg für Virtualisierung mit selbstverwalteter und anpassungsfähiger Bereitstellung. Der Kunde konnte hier wie bei Public-Cloud-PaaS-Angeboten Ressourcen zuordnen, ohne sich um Hardwarefragen kümmern zu müssen. Bei dieser ersten Generation von Private-Cloud-Angeboten wurden die zugrundeliegenden Systeme aber noch mit eigens für den Kunden angeschaffter Hardware aufgebaut. Dedizierte Hardware machte es für den RZ-Betreiber aufwändig, die gewünschte Skalierbarkeit zu bieten. Dieser Umstand trieb die Kosten für die Private Cloud.

Moderne Technologien erweitern die Spielräume. Aus einem bestehenden Ressourcen-Pool von Server-Farmen werden Private Clouds heute sicher getrennt einem Mandanten zugewiesen. Private Clouds werden damit API-basierte, flexible und selbstverwaltete Infrastrukturen mit exklusivem Zugriff für ein Unternehmen. Die Art, wie man eine Cloud-Infrastruktur betreibt, hat sich dramatisch geändert, seit Anfang 2016 Orchestrierungssysteme wie Kubernetes, Mesos und Swarm verfügbar wurden. Jetzt lassen sich auch Anwendungen wie Virtual Network Functions (VNF) oder Container (etwa Docker) unterstützen. Die Folge: Private Clouds sind durch neue Techniken der Ressourcen-Allokation heute deutlich weniger aufwändig und personalintensiv im Betrieb und sind Beispiel eines hochgradig industrialisierten IT-Betriebs. Private Clouds ermöglichen hochsichere IT-Systeme ohne Hardware-Investitionskosten. Die neuen Technologien machen es möglich, dass auch ein mittelständischer Rechenzentrumsbetreiber mit hohem Anspruch an individuelle Kundenbetreuung Angebote machen kann, die sich preislich denen des anonymen Public-Cloud-Massenbetriebs annähern.

Mischbetrieb mit Augenmaß. Sollten IT-Verantwortliche deshalb alles in die Private Cloud umziehen? Nicht unbedingt. Die meisten Organisationen sind gut beraten, nicht auf einen Schlag ihre komplette IT umzustellen, sondern nach und nach funktionale Einheiten in ihre Private Cloud zu migrieren. In der Praxis dürfte eine Hybrid Cloud in den meisten Fällen der richtige Ansatz sein. Nicht alle Anwendungen lassen sich sinnvoll auf Cloud-Plattformen umziehen und nicht in allen Anwendungen ist die Flexibilität einer Cloud-Lösung überhaupt gefordert.

Hier kommt ein weiterer Vorteil der Private Cloud ins Spiel: Wer seine Plattform bei einem Premium IT-Dienstleister wie noris network AG mietet, nutzt eben keine anonymen skalierbaren Ressourcen. Er kann vielmehr auf Ansprechpartner und Experten zugreifen, die bei der Entwicklung einer individuellen Hybrid Cloud unterstützen.

Hybrid Cloud sind Mischsysteme aus Legacy-Hardware und Private-Cloud-Systemen. Moderne Private-Cloud-Plattformen unterstützen diesen Mischbetrieb problemlos. Es ist möglich, eine vorhandene IT-Infrastruktur von dedizierten Netzwerk-, Speicher- und Serversystemen gemeinsam mit der Private Cloud zu nutzen. Voraussetzung ist ein Dienstleister, der als Outsourcing Partner auch den Betrieb von Legacy-Systemen dauerhaft oder für eine Übergangszeit übernehmen kann, und dazu die notwendige Netzwerkinfrastruktur zwischen Legacy-Hardware und Private-Cloud-Systemen bereitstellt, damit es keine Engpässe bei der Datenübertragung zwischen diesen beiden Systemwelten geben kann.

Agiler Betrieb in Private Clouds? Das IaaS-Portfolio (Infrastructure as a Service) von noris network bietet neben vollständig selbst administrierbarer »virtueller Rechenzentren« auch einzelne Computer-, Storage- oder Netzwerkkomponenten wie Cloud Storage auf Basis eines Ceph Object Storage mit einer S3-kompatiblen API an. Als Basistechnologien dienen OpenStack oder VMware.

Die Cloud-Vorzüge Flexibilität und Skalierbarkeit sind mit großem Komfort umgesetzt: Kunden können sehr einfach und schnell über Weboberflächen oder APIs ihre Entwicklungs-, Test-, Qualitätssicherungs- und Produktivsysteme bedarfsgerecht quantitativ und qualitativ konfigurieren. Auf Knopfdruck werden die Ressourcen dann bereitgestellt und nutzungsabhängig abgerechnet.

Hier wird es gerade für agil entwickelnde Unternehmen interessant, die ihre Private Cloud nicht nur selbst nutzen, sondern als Infrastruktur für einen Cloud-Computing-Dienst nutzen wollen. Die noris network AG bietet ihren Kunden maßgeschneiderte Platform-as-a-Service-Lösungen (PaaS) an, zu denen nicht nur Technologien wie Docker und Kubernetes gehören, sondern auch Continuous-Delivery-Technologien wie ThoughtWorks Go oder Jenkins. Eigene DevOps-Experten arbeiten auf Wunsch in Teams mit Kunden und Entwicklungsdienstleistern zusammen, um Continuous Integration, Continuous Delivery und Continuous Deployment mit den entsprechenden Tool-Chains und Workflows zu unterstützen.

Gefragt sind Lösungen, keine Dogmen. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Cloud Computing kann und sollte deshalb ganz undogmatisch angegangen werden. Nicht alles muss in die Cloud. Wo eine Migration zu aufwändig, organisatorisch oder personell gerade nicht zu stemmen ist, oder sich Systeme einfach nicht dafür eignen, lässt sich mit einem kompetenten Partner eine Hybridlösung pflegen. Ein Anbieter, der von Colocation über Managed Services bis zu komplettem Outsourcing die ganze Bandbreite der RZ-Dienstleistungen pflegt, kann bei der Konzeption einer individuellen Lösung ergebnisoffen beraten. Flexibilität, Skalierbarkeit, Effizienz, Sicherheit und Zuverlässigkeit – diese Eigenschaften sollte eine Private Cloud am Ende bieten. Auf dem Weg dahin können Hybridlösungen sinnvoll sein.


Joachim Astel,
Vorstand der
noris network AG

 

 

 

Illustration: © Anikei /shutterstock.com

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