Politisches Informationsverhalten: Messenger und Social Media hoch im Kurs

Im Vorfeld des Wahlkampfes für die Bundestagswahl 2017 wird vielerorts debattiert, über welche Medien die Wähler mobilisiert werden können.

Aktuell gibt jeder fünfte Deutsche an, sich zu politischen Themen in Deutschland vorwiegend über soziale Netzwerke zu informieren. Besonders hoch sind die Werte mit 34 Prozent unter den AfD-Anhängern. Damit liegen die sozialen Netzwerke als Informationsquelle bei ihnen sogar noch vor den Print- und Online-Auftritten von regionalen oder überregionalen Zeitungen. Dies zeigt die aktuelle YouGov-Studie Politisches Informationsverhalten der Deutschen [1].

 

Werden die Deutschen konkret danach gefragt, über welche sozialen Netzwerke sie sich über das aktuelle politische Geschehen informieren, so steht Facebook mit 13 Prozent unter allen Bundesbürgern an erster Stelle. Mit Abstand folgen Twitter (4 Prozent) und Google+ (2 Prozent). Über den Messenger Dienst Whatsapp informieren sich drei Prozent der Befragten. Spannend sind allerdings die Ergebnisse beim Blick in die Zukunft: Grundsätzlich können sich 57 Prozent der Deutschen in Zukunft vorstellen, sich auf sozialen Medien und Messenger Diensten über politische Themen zu informieren. Aufgeteilt nach den einzelnen Portalen zeigen sich hier deutlich höhere Werte als bei der aktuellen Nutzung. Jeder Dritte (31 Prozent) kann sich vorstellen, in Zukunft Facebook zu nutzen, um sich über politische Themen zu informieren. Google+ (10 Prozent) und Twitter (9 Prozent) liegen etwa gleich auf. Bei Whatsapp ist es sogar jeder Sechste (16 Prozent).

 

Neben den sozialen Netzwerken gibt ein gutes Drittel (35 Prozent) an, auch häufig Gespräche mit Bekannten, Freunden oder der Familie zu nutzen, um sich zu politischen Themen zu informieren. Die beliebtesten Informationsquellen der Deutschen rund um das Thema Politik sind aber die klassischen Medien wie Fernsehen (69 Prozent), Radio (44 Prozent) oder die Printausgaben von lokalen Zeitungen (35 Prozent). Websites von Zeitungen und Printausgaben von überregionalen Zeitungen liegen mit 28 beziehungsweise 20 Prozent im Mittelfeld. Auch hier zeigen sich Unterschiede unter den verschiedenen Parteianhängern: Das Fernsehen ist bei CDU- und SPD-Anhängern mit 77 beziehungsweise 76 Prozent deutlich wichtiger als AfD-Anhängern (63 Prozent). Soziale Netzwerke sind bei CDU-Anhängern mit 15 Prozent nur halb so wichtig wie bei den AfD-Anhängern (34 Prozent).

 

[1] Für die Studie wurden in Deutschland 1.035 Personen im Zeitraum vom 20. Bis 23. Februar 2017 bevölkerungsrepräsentativ befragt.
Die vollständige Studie steht hier nach Angabe der Kontaktdaten kostenlos zur Verfügung. http://campaign.yougov.com/DE_2017_Informationsverhalten_der_Deutschen_Landingpage.html

 


 

Bundestagswahl 2017: Mehrheit der Deutschen befürwortet Online-Wahl

 

56 Prozent der Wahlberechtigten würden bei der Bundestagswahl 2017 gerne online wählen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage von Statista im Auftrag von Kaspersky Lab zum Thema »Stimmabgabe per Klick – So steht Deutschland zum Thema Online-Wahl« hervor. Noch aber stößt das Konzept einer Wahl, die zusätzlich zum Wahllokal über das Internet durchgeführt würde, auf eine ordentliche Portion Skepsis: 27 Prozent der Befragten würden den Ergebnissen eher nicht oder überhaupt nicht vertrauen, weitere 34 Prozent sind unentschlossen. Mathias Brandt

https://de.statista.com/infografik/8963/online-wahl-in-deutschland/

 


 

Bundestagswahl 2017: Jeder zweite Deutsche würde gerne über das Internet wählen

 

Mehr als jeder zweite wahlberechtigte Deutsche (56 Prozent) würde bei der Bundestagswahl 2017 gerne seine Stimme über das Internet abgeben. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage von Statista im Auftrag von Kaspersky Lab zum Thema »Stimmabgabe per Klick – So steht Deutschland zum Thema Online-Wahl« [1] hervor.

Neben der mehrheitlichen Befürwortung für Online-Wahlen herrscht innerhalb der deutschen Bevölkerung zudem eher Vertrauen als Misstrauen gegenüber digitaler Wahlen. So würden 39 Prozent einer Online-Wahl grundsätzlich vertrauen. Das sind mehr als diejenigen (27 Prozent), die einer Online-Wahl misstrauen würden.

Laut der Kaspersky-Befragung würden zudem 59 Prozent der Wahlberechtigten in Deutschland die Stimmabgabe über ihr eigenes, internetfähiges Gerät, beispielsweise Smartphone oder Computer, bevorzugen und damit unabhängig von Zeit und Ort abstimmen wollen. Zur Auswahl standen noch die Wahl über onlinebasierte Maschinen im Wahllokal sowie via Terminals an ausgewählten Standorten, beispielsweise in einer Postfiliale oder am Kiosk.

Anstoß zur Diskussion: Können Online-Wahlen in Zeiten des digitalen Wandels traditionelle Wahlen ergänzen?

Da die Digitalisierung von Gesellschaft und Staat voranschreitet und Cybersicherheit ein wesentlicher Baustein für den erfolgreichen digitalen Wandel ist, haben sich die Cybersicherheitsexperten von Kaspersky Lab gefragt, welche Einstellung die Deutschen gegenüber der Stimmabgabe via Internet haben – also Wahlen, die nicht ausschließlich in der Wahlkabine oder per Briefwahl, sondern digital über das Internet via Smartphone oder Computer stattfinden würden. Die Schweiz beispielsweise will zukünftig Online-Wahlen neben der Urne und Briefwahl als gleichberechtigte Möglichkeit der Stimmabgabe anbieten. In Estland wurde das Parlament im Jahr 2015 ebenfalls alternativ online gewählt [2].

»Unsere Studie zeigt: die deutschen Wählerinnen und Wähler stehen über Parteigrenzen hinweg Online-Wahlen positiv gegenüber«, so Holger Suhl, General Manager DACH bei Kaspersky Lab. »Als Cybersicherheitsexperte möchten wir darauf hinweisen, dass aus technischer Sicht noch ein paar Schritte zu gehen sind, um politische Online-Wahlen als Wahlalternative bedenkenlos anbieten zu können. Gleichzeitig möchten wir aber auch eine Diskussion zum Thema Online-Wahlen anstoßen. Die Digitalisierung schreitet schnell voran und macht, wie sich an den Beispielen Schweiz und Estland zeigt, auch vor politischen Wahlen nicht Halt.«

Weitere Ergebnisse der Umfrage:

  • Jungwähler sind sehr affin für Online-Wahlen: 73 Prozent der 18- bis 29- Jährigen (im Vergleich zu 63 Prozent unter allen Befragten) sind der Meinung, dass die Wahlbeteiligung unter jüngeren Wählerinnen und Wählern höher wäre, da Online-Wahlen ihrem Nutzungsverhalten entgegenkommen würden.
  • Ältere Wählerinnern und Wähler sind die größten Befürworter von Online-Wahlen: Überraschenderweise würden 59 Prozent der Über-50-Jährigen gerne bei der kommenden Bundestagswahl ihre Stimme über das Internet abgeben wollen, im Vergleich zu 56 Prozent im Bevölkerungsdurchschnitt und 51 Prozent bei den 18-bis-29-Jährigen.
  • Mehrheitliche Zustimmung für Online-Wahlen über alle Parteigrenzen: Die Anhänger aller Parteien würden ihre Stimme bei der Bundestagswahl gerne online abgeben können. AfD-Wähler sind mit 60 Prozent die größten Befürworter von Online-Wahlen; auch die Anhänger von CDU/CSU (59 Prozent), FDP (58 Prozent), Die Linke (57 Prozent), SPD (56 Prozent) sowie Bündnis 90/ Die Grünen (54 Prozent) würden mehrheitlich gerne digital wählen.

Deutsche wollen Datenschutz und Cybersicherheit Die Befragung von Kaspersky Lab zeigt darüber hinaus auf, dass die Themen Datenschutz und Cybersicherheit für die deutschen Bürgerinnen und Bürger grundsätzlich sehr wichtig sind. Nur etwa jeder Vierte (29 Prozent) hält seine Daten im Internet für sicher. Die Hälfte (49 Prozent) wünscht sich mehr Datenschutz. Auch stimmten 49 Prozent der Aussage zu, dass der gläserne Bürger bereits real sei, und sie nicht mehr Daten preisgeben möchten.

»Gerade im öffentlichen Bereich ist ein umfassender Schutz vor Angriffen auf die Daten der Bürger unerlässlich. Cybersicherheit und Datenschutz sind grundlegende Voraussetzung, gerade wenn es um ein sehr cybersicherheitskritisches Thema wie Online-Wahlen geht«, so Holger Suhl.

 

Die komplette Studie »Stimmabgabe per Klick – So steht Deutschland zum Thema Online-Wahl« ist unter https://kas.pr/online-wahlen verfügbar.
[1] Die Studie zu den Einstellungen der Deutschen zum Thema Online-Wahlen wurde von Statista im Auftrag von Kaspersky Lab im Januar 2017 durchgeführt. Insgesamt wurden über 3.000 wahlberechtigte Deutsche ab 18 Jahre online befragt – nach der Methode CAWI (Computer Assisted Web
Interview) mittels Online-Access-Panel. Die Stichprobe wurde national repräsentativ nach den Merkmalen Alter, Geschlecht, Bundesland und Bildung ausgesteuert und im Anschluss nach der Parteipräferenz auf Basis der aktuellen Sonntagsfrage gewichtet. Weitere Details zur Umfrage sowie die komplette Studie »Stimmabgabe per Klick – So steht Deutschland zum Thema Online-Wahl« sind unter https://kas.pr/online-wahlen verfügbar.
[2] https://www.heise.de/newsticker/meldung/Schweizer-Regierung-will-flaechendeckend-E-Voting-anbieten-3677464.html?wt_mc=nl.ho.2017-04-07 und https://www.heise.de/newsticker/meldung/Wahl-in-Estland-Ein-Fuenftel-gibt-Stimme-per-I-Voting-ab-2561003.html

 


 

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