Rittal Rechenzentrum stützt Logistikkonzept der Remmers Gruppe

Rittal Rechenzentrum stützt Logistikkonzept der Remmers Gruppe

Was haben der Kölner Dom, das Brandenburger Tor und der Dresdner Zwinger gemeinsam? Bei der Restaurierung der Sehenswürdigkeiten wurden Produkte der Firma Remmers Baustofftechnik verwendet. Das Familienunternehmen aus dem niedersächsischen Löningen ist nach eigenen Angaben die Nummer 1 in der Baudenkmalpflege in Europa und vertreibt mehr als 400 Systemprodukte für den Schutz und die Veredlung von Gebäuden. Ein Grund für diese Marktposition ist das einzigartige Logistikkonzept des Mittelständlers, das eine Lieferung der bestellten Waren innerhalb von nur 24 Stunden vorsieht. Ein solches Lieferversprechen kann nur mit einer hochverfügbaren und ausfallsicheren IT-Infrastruktur gewährleistet werden. Beim Bau des neuen Rechenzentrums entschied sich die Remmers Gruppe für den Systemanbieter Rittal GmbH & Co. KG.

Im Jahr 2008 entschloss sich Remmers für eine Überarbeitung ihrer Logistikstrategie. Mit der Implementierung eines einheitlichen und zentralisierten Logistikkonzeptes sollte der Service für die Kunden und die Lieferbarkeit der Remmers-Produkte verbessert werden. Im Zuge des neuen Logistikkonzeptes wurde auch die gesamte IT-Infrastruktur des Unternehmens komplett neu aufgesetzt. Ziel beim Bau des neuen Rechen-zentrums war es, eine ausfallsichere und hochverfügbare Umgebung zu schaffen, die die Logistikprozesse des Unternehmens rund um die Uhr an
365 Tagen im Jahr stützt.

Höchste Ansprüche. Die Planungen für die Umsetzung des zentralisierten Logistikkonzeptes begannen bereits im Jahr 2010 und beinhalteten ein neues Logistikzentrum auf dem Firmengelände der Unternehmenszentrale in Löningen. In diesem wurde auch gleich eine Fläche für das neue Rechenzentrum vorgesehen. »Ein Neubau des Rechenzentrums hatte für uns natürlich wesentliche Vorteile«, beschreibt Heiner Stalling, Bereichsleiter IT und Prozesse bei Remmers die Ausgangssituation. »Wir konnten unsere Ansprüche frühzeitig anmelden und beispielsweise die Zuleitungen für die Telefonie bereits in der Planungsphase redundant auslegen lassen. Hochverfügbarkeit der IT-Infrastruktur und Sicherheit im Rechenzentrum sind für uns von absoluter Priorität.« In der Planungsphase wurde die bisherige IT-Infrastruktur analysiert und darauf basierend der Bedarf für das neue Rechenzentrum ermittelt.

Auf der CeBIT 2012 traten die IT-Verantwortlichen bei Remmers mit genauen Vorstellungen an Rittal heran. »Es war ein Gesamtpaket aus der Kompetenz der Mitarbeiter, der Technologie sowie dem Preis-Leistungs-Verhältnis, das uns von Rittal überzeugte«, erklärt Stalling die Entscheidung, Rittal als Generalunternehmer mit dem Bau des neuen Rechenzentrums zu beauftragen. »Der Anspruchsgedanke, den wir und die Mitarbeiter von Rittal haben, ist identisch – das vereinfachte die Zusammenarbeit«, ergänzt Stalling. Auf einer Fläche von 200 Quadratmetern entstand in nur fünf Monaten Bauzeit das neue Rechenzentrum, das sich auf vier Räume aufteilt.

Hochsicherheitstrakt Rechenzentrum. Das Rechenzentrum ist das Herzstück des Unternehmens, an das auch die internationalen Standorte der Remmers Firmengruppe angebunden sind. Kundenauftragsabwicklung, Produktentwicklung und die Verwaltung der kompletten Supply-Chain-Kette erzeugen ein großes Datenvolumen. Neben den produktionsrelevanten Informationen werden im Rechenzentrum die Daten von 1.200 Mitarbeitern und sämtlichen Kunden verwaltet.

Um die IT-Infrastruktur so sicher wie möglich im Rechenzentrum unterzubringen, setzen die Verantwortlichen bei Remmers auf ein Raum-in-Raum-System. Der Rittal Sicherheitsraum LER Extend ist in Anlehnung an europäische Normen (u.a. EN 1047-2) -bereits nachweisbar in Bezug auf Brand- und Einbruchschutz, Löschwasser- sowie Staubdichtigkeit systemgeprüft. Die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) ist redundant ausgelegt und in zwei Technikräumen untergebracht. Zudem sind die USV-Anlagen modular aufgebaut und erlauben einen stufenweisen Ausbau. Im Fehlerfall eines Moduls tragen die verbleibenden Einheiten nach wie vor die Gesamtlast. Weil die Module untereinander Load-Sharing betreiben, ist jedes Modul zu jeder Zeit abgesichert und die USV läuft bei optimaler Auslastung mit einem sehr hohen Wirkungsgrad.

In einem dritten Raum befinden sich die Niederspannungshauptverteilung des Rechenzentrums sowie ein Löschgassystem. In allen drei Technikräumen setzt Remmers auf den Sicherheitsraum Rittal LER Basic. Damit verfolgten die Verantwortlichen bei Remmers den Ansatz, dass nicht alle Bereiche des Rechenzentrums über denselben Schutz verfügen müssen. In den Technikräumen genügt ein Grundschutz, während der Serverraum über eine höhere Stufe für physikalische Sicherheit verfügt. Modulare Konzepte und Hochsicherheits-Serverzellen wie die Rittal Sicherheitsräume ermöglichen solche sinnvollen Abstufungen des Schutzgrades. Das senkt die Kosten, ohne das Sicherheitsniveau zu beeinträchtigen.

Für eine hohe Verfügbarkeit der Stromversorgung sorgen zwei separate Stromkreise. Die Netzteile der Server sowie die Klimatisierung sind ebenfalls redundant ausgelegt. Gegen den unbefugten Zutritt durch Dritte haben die Verantwortlichen bei der Remmers Gruppe eine ausgeklügelte Zutrittslösung eingeführt. Neben der Eingabe eines Pins ermöglicht zusätzlich erst ein sogenannter Legic-Chip den Zutritt in das Rechenzentrum. Die Technik- und die Serverräume sind ebenfalls nur über Chip mit PIN-Eingabe zu erreichen. Die Zahl derer, die Zugang haben, ist streng limitiert.

Um die Gefahren einzudämmen, die durch eine zu hohe Temperatur oder Feuchtigkeit im Server-Rack entstehen, haben sich die Verantwortlichen bei Remmers für die Monitoring-Lösung Computer Multi Control (CMC III) von Rittal entschieden. Sensoren sammeln in den Server-Racks Daten zu Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Die Messwerte werden in einer zentralen Einheit konsolidiert und verarbeitet. Anschließend stehen sie über ein Web-Interface zur Verfügung. Alarmsysteme sorgen zudem dafür, dass die Administratoren bei Messdaten außerhalb des Normbereichs frühzeitig informiert werden und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten können.

Rechenzentrum stützt Kernkompetenz Logistik. Die Logistik der Remmers Gruppe wurde mit der Umsetzung des neuen Logistikkonzeptes zu einer Kernkompetenz im Unternehmen erklärt. Alle Kunden erhalten unabhängig von Standort, Produktspezifikation oder Losgrößen binnen 24 Stunden individuell angeforderte und gefertigte Systemprodukte. Von der automatischen Tourenplanung über die Abfrage des Lagerbestandes bis hin zur Auftragsabwicklung und Chargen-Verfolgung – alle Prozesse im aufwendigen Logistikprozess laufen im Rechenzentrum zusammen. »Wir betreiben ein sehr Performance-intensives System, in dem bereits sehr kurze Ausfall- oder zu lange Abrufzeiten die Abläufe empfindlich stören können. Ein Ausfall der IT-Infrastruktur würde bedeuten, dass wir unser Lieferversprechen nicht halten können«, erklärt Ulrich Roskam, Teamleiter IT-Systemmanagement bei Remmers.

Zweites Rechenzentrum für optimalen Lastenausgleich. Um für künftiges Wachstum bestens gerüstet zu sein, setzen die IT-Verantwortlichen bei Remmers mittlerweile RiMatrix S von Rittal ein. Neben einer Backup-Funktion soll dieses standardisierte Rechenzentrum im produktiven Betrieb für eine ausgewogene Lastenverteilung sorgen.


autor_michael_nicolaiMichael Nicolai,
Abteilungsleiter
Technischer Projektvertrieb,
Rittal, Herborn

 

 

autorin_patricia-spaethPatricia Späth,
PR-Referentin IT,
Rittal, Herborn

www.rittal.de

 

 

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