SD-WAN und MPLS-Netzwerke – Die Technologie von morgen steuert in Richtung Hybrid WAN

Hybrid WAN verbindet die Vorteile einer sicheren, aber teuren MPLS-Verbindung mit günstigeren, aber störungsanfälligeren Internetverbindungen. Die Kombination realisiert eine erhebliche Kosteneinsparung und erhöht gleichzeitig die Flexibilität.

ITK und Hyper-Konvergenz, CRM 3.0 und Business Intelligence, Big Data und IoT: Die digitale Transformation bestimmt mittlerweile den Alltag deutscher Unternehmen. Viele stehen jetzt auch vor der Herausforderung, ihre Services zu digitalisieren. Services zu digitalisieren bedeutet, die Nutzererfahrungen von Kunden zu verbessern, digitale Bezahlung zu fördern, bürokratische Verfahren und Geschäftsprozesse zu erleichtern und gleichzeitig die Grundlagen für Investitionen in den Bereichen Wirtschaft und Industrie 4.0 zu schaffen.

Cloud-basierte Infrastrukturen ersetzen traditionelle Rechenzentren. Unternehmen, die diese Neuerungen einführen wollen, stehen zunehmend vor der Herausforderung, ihre Netzwerkverbindung an neue Anforderungen anzupassen. So ist es heute ein Muss, auf Breitband- und Ultrabreitband-Internetverbindungen zugreifen zu können, um das Investment in die digitale Transformation zu stützen. Große Unternehmen haben bereits heute zwischen 30 und 50 Prozent ihres Datenverkehrs in die Cloud verschoben. Bis 2030 werden voraussichtlich sogar 80 Prozent der Anwendungsimplementierungen in der Cloud angesiedelt sein. Davon abgesehen halten laut einer Studie von SDX Central 89 Prozent der Unternehmen Open Data für die größte Herausforderung der Zukunft und die Bandbreite wächst jährlich um durchschnittlich 20 Prozent. Aus diesen Gründen werden mittelfristig die Cloud-basierten Infrastrukturen das traditionelle Rechenzentrum ersetzen – SD-WAN-Technologien versprechen dabei eine größere Anwendungsflexibilität.

Mithilfe von SD-WAN besteht darüber hinaus die Möglichkeit, hybride Netzwerke zu schaffen. Diese integrieren mehrere Zugangstechnologien – einschließlich Internetdienste – und ermöglichen so Zugriff in Echtzeit, angepasst an die jeweilige Art der Anwendung. Dies bedeutet eine Abweichung vom Konzept Software-defined Networking (SDN), angewendet auf unternehmensweite Netzwerke. Dadurch verschieben sich Grundsätze und Funktionalität der Vernetzung auf der Softwareebene.

Software-defined Networking zielt darauf ab, das herkömmliche Netzwerk in dynamische Plattformen zu verwandeln und so zu optimieren. Dabei spielen Unternehmensanwendungen eine zentrale Rolle. Rechenzentren werden nicht mehr nur On-Premises betrieben, sondern werden oft auch ausgelagert und liegen auf Cloud-Plattformen. Auch die Nutzer greifen von jedem beliebigen Ort aus mit den unterschiedlichsten Geräten auf Services des Unternehmens zu. Darüber hinaus entstehen auch laufend neue Dienste und Unternehmensanwendungen. Diese wiederum führen zu neuen Anforderungen an das Netzwerk. Um ihnen gerecht werden zu können, wird der Einsatz von SDN-Technologien zunehmend wichtiger.

MPLS-Netzwerke für priorisierte unternehmenskritische Geschäftsanwendungen. SD-WAN-Technologien ersetzen jedoch nicht die Systeme, die derzeit von zahlreichen Unternehmen genutzt werden. Vielmehr sind sie eine komplementäre Lösung zu bestehenden MPLS-Netzwerken, da diese immer noch eine Vielzahl an Funktionen bieten. So werden Daten über MPLS-Verbindungen sicher, schnell und zuverlässig übertragen. Latenzen und Datenverluste können damit vermieden werden. Dabei sind MPLS-Kapazitäten allerdings vergleichsweise kostenintensiv. Besonders bei kleineren Standorten ist eine MPLS-Anbindung häufig nicht rentabel. Daher hat auch der Einsatz beider Technologien den Weg für sogenanntes Hybrid-WAN bereitet, das sich durch zahlreiche Vorteile auszeichnet. Vor allem die verringerten Gesamtkosten sind dabei offensichtlich: Da Unternehmen immer mehr Services in die Public Cloud verschieben, können die dort gelagerten Unternehmensanwendungen auf dem kostengünstigen Breitband-Internetzugang laufen, während priorisierte unternehmenskritische Geschäftsanwendungen auf dem MPLS-Netzwerk laufen. So werden die Quality of -Service (QoS) sowie vorher definierte Dienste sichergestellt. Gleichzeitig bietet die Lösung auch weiterhin ein hohes Maß an Zuverlässigkeit und Flexibilität: Sollte die bevorzugte Leitung für eine bestimmte Anwendung einmal nicht verfügbar sein, kann auf alternative Verbindungen zurückgegriffen werden, um sicherzustellen, dass ein Dienst aufrechterhalten wird.

Fazit. Hybrid WAN verbindet die Vorteile einer sicheren, aber kostenintensiveren MPLS-Verbindung für unternehmenskritische Daten mit günstigeren, aber störungsanfälligeren Internetverbindungen für weniger kritische Informationen. Die Kombination ermöglicht daher eine erhebliche Kosteneinsparung und erhöht gleichzeitig die Flexibilität. Nur wenn Unternehmen die nötigen Netzwerkstrukturen schaffen, die die stetig steigenden Anforderungen an das Netzwerk erfüllen können, gelingt die digitale Transformation.


Michael Hartmann,
Country Manager
bei Interoute
www.interoute.de

 

 

 

Illustration: © maxsattana/shutterstock.com 

 

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