SD-WAN, Virtualisierung, Microservices – Drei Grundlagen für eine erfolgreiche Rundumerneuerung der Infrastruktur

Viele Unternehmen erneuern 2018 ihre Infrastruktur, verlagern alles in die Cloud und müssen ihr Netzwerk auf den neuesten Stand bringen. Gründe dafür gibt es viele: Aktuell ist einer der drängendsten Gründe die EU-DSGVO und die Compliance mit den neuen Richtlinien. Das setzt IT-Teams zusätzlich unter Druck, denn zu ihren üblichen Pflichten kommen nun noch Aufgaben rund um die DSGVO, wie etwa Wartungsaufgaben, hinzu. 

Die IT-Abteilung wird erfassen müssen, wie sich diese Änderungen auf die alltägliche Netzwerknutzung auswirken – auch wenn ihr die vollständige Transparenz fehlt oder sie nicht weiß, welches Ziel mit den Änderungen überhaupt verfolgt wird. Es gibt jedoch Technologien, die der IT helfen, bei einer Neuausrichtung der Infrastruktur die Effizienz zu steigern, Netzwerke effektiver zu managen und eine höhere Support-Qualität zu bieten – was es letztendlich dem Unternehmen ermöglicht, Kosten einzusparen.

SD-WAN. Vielen IT-Verantwortlichen wird zunehmend klar, dass traditionelle Netzwerke eine Hürde für geschäftliche Agilität sind. Ihre Unternehmen entscheiden sich deshalb dafür, teilweise oder komplett zu einem Cloudbasierten Modell zu wechseln. Die Arbeit mit der Cloud bringt eigene Herausforderungen mit sich: Netzwerk-Traffic muss verwaltet und Bandbreite sichergestellt werden. Zudem muss die Performance stimmen – das bindet Ressourcen. Das bestätigt auch eine aktuelle Riverbed-Studie, in der 93 Prozent der befragten IT-Entscheider von monatlich auftretenden, Cloud-bezogenen Netzwerkproblemen berichten [1]. Der Grund für diese Probleme? Eine veraltete Netzwerkinfrastruktur.

SD-WAN-Netzwerke sind eine Lösung, um verteilte Netzwerke für Cloud-verbundene Unternehmen zu entwickeln, einzusetzen und zu verwalten. Netzwerke mit SD-WAN ersetzen zunehmend die traditionellen Wide-Area-Netzwerke. Sie sind die erste Wahl von Unternehmen, die stärker auf SaaS und Cloud-basierte Infrastruktur setzen wollen. 

Wie bei den meisten Geschäftsentscheidungen geht es auch bei der Rundumerneuerung der Infrastruktur darum, Kosten einzusparen und Ressourcen effizient zu nutzen. Implementieren die Unternehmen SD-WAN, profitieren sowohl die Geschäftsführer als auch die IT-Teams. Traditionelle IT setzte auf MPLS, Back-Hauling zum Rechenzentrum und Internet Breakout, was bei der Anwendung von SaaS und Cloud jedoch hinderlich ist. SD-WAN hingegen kann SaaS und Cloud unterstützen, weil es zusätzliche Bandbreitenressourcen, etwa Breitbandinternet, nutzt. Ein weiterer Vorteil: Diese Vorgehensweise ist günstiger als traditionelle MPLS für die Konnektivität zu nutzen. 

SD-WAN senkt jedoch nicht nur die Kosten für Konnektivität, sondern ermöglicht es Unternehmen, die Flexibilität und Einsparungspotenziale Cloud-basierter Services zu nutzen. Ein schöner Nebeneffekt: Die konsequente Automatisierung des SD-WAN sorgt für eine einheitliche Konfiguration der Geräte – und steigert generell die Sicherheit. Die Automatisierung mit SD-WAN verringert also die Zahl der Support-Anfragen. Die gesparte Zeit können IT-Teams für sinnvollere, operative Aufgaben nutzen und andere Geschäftsbereiche unterstützen, etwa interne Anwender und Kunden: eine Win-win-Situation für alle. 

Virtualisierung. Im Rahmen von Initiativen, die Infrastruktur transformieren, bezieht sich die »Virtualisierung« üblicherweise auf Hardware. In erster Linie geht es um Server – dort sollten Unternehmen die Umstrukturierung ihrer Infrastruktur beginnen. Für kleine und mittelständische Unternehmen ist die Server-Virtualisierung eine gute Wahl, wenn sie den digitalen Wandel ohne hohe Kosten durchführen möchten. Zugleich sind ihre bisherigen Investitionen in Hardware nicht verloren, denn virtuelle Umgebungen können auch mit bereits bestehenden Ressourcen aufgebaut werden. Unternehmen müssen also nicht zwangsläufig neue Hardware anschaffen. Ein weiterer Vorteil virtueller Umgebungen: Sie können verschiedene Maschinen und Betriebssysteme emulieren. Damit ist klar, dass für jedes Unternehmen, das eine größere Migration in die Cloud plant oder Container nutzen möchte, die Virtualisierung viel Potenzial bietet – beide Ansätze bauen im Wesentlichen auf virtuellen Umgebungen auf. 

Microservices. Immer mehr Unternehmen setzen Cloud-Strategien um und rüsten zugleich ihre Infrastruktur auf. Microservices können hierbei eine wesentliche Rolle spielen. Der Hintergrund ist folgender: Heutzutage ist es entscheidend, Anwendungen bereitzustellen, die Cloud-ready oder Cloud-basiert sind. Nur so können Unternehmen die hohen Nutzererwartungen erfüllen. Microservices sind deshalb eine bevorzugte Struktur für den Aufbau der Apps geworden. 

Bevor Unternehmen eine flexiblere, skalierbare Anwendungsumgebung bereitstellen können, müssen sie die teilweise eng verknüpften und historisch gewachsenen Legacy-Anwendungen in unabhängige Komponenten aufbrechen, die dann wieder zusammenarbeiten. Setzen die Verantwortlichen auf eine Microservice-Architektur, ermöglicht ihnen diese sowohl die wiederholte Bereitstellung, als auch die Bereitstellung von großen, komplexen Anwendungen. Für die Entwickler, das DevOps-Team und das allgemeine IT-Team ist das ein großer Vorteil. Es bietet dem Unternehmen außerdem die Chance, seine Technologie weiterzuentwickeln und die Möglichkeit, zu skalieren. Beides führt mit der Zeit zu einer höheren Resilienz.

Bei einem erfolgreichen Infrastruktur-Makeover können Unternehmen die zuvor genannten Ergebnisse erwarten. Doch Microservices bringen noch einen weiteren Vorteil mit sich: Sie verringern die Wahrscheinlichkeit längerer Ausfälle. Denn mit Microservices können Unternehmen problematische Container identifizieren und sofort einen Ersatz oder eine Lösung aufsetzen. Auf diese Weise stellen sie sicher, dass Probleme nur kurz auftreten und nicht zu längeren Ausfällen führen. Mit traditionellem Three-Tier Anwendungs-Design können die Anwender hingegen nicht einfach Ersatz bereitstellen. Das Ergebnis sind lange Ausfälle, die das Geschäft schädigen. 

Fazit. Es gibt keine Zweifel: Jedes Unternehmen, das in der hochperformanten, digitalen Welt von heute konkurrenzfähig bleiben möchte, muss seine Infrastruktur überarbeiten. Oft genug hindert eine veraltete Infrastruktur Unternehmen daran, so agil und effizient wie möglich auf Marktbedürfnisse zu reagieren. Setzen sie jedoch Technologien wie SD-WAN, Virtualisierung, Container oder Microservices ein, kann das helfen, die Infrastruktur so problemlos und kosteneffizient wie möglich zu erneuern. So behalten sie die Nase vorn, während die IT ihre Initiativen zugleich besser durchführen kann, ohne Services zu beeinträchtigen.


Hansang Bae,
Chief Technology Officer, Riverbed Technology
www.riverbed.com

 

 

[1] https://www.riverbed.com/press-releases/riverbed-future-of-networking-survey-finds-legacy-networks-holding-back-cloud-and-digital-transformation.html

 

Illustration: © hobit /shutterstock.com

 


 

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