Smart-City-Studie zeigt wichtige Lektionen aus 22 smarten Städten weltweit, darunter Berlin

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Die Studie »The Smart City Playbook« zeigt auf, welche unterschiedlichen Ansätze Städte auf dem Weg zur »Smart City« verfolgen [1]. Das Playbook enthält darüber hinaus konkrete Orientierungshilfen für Entscheider in Form von erfolgreichen Strategien, mit denen andere Stadtverwaltungen ihre Städte smarter, sicherer und nachhaltiger machen.

Die Studie wurde von Nokia in Auftrag gegeben, die Daten wurden von Machina Research erhoben und ausgewertet, einem führenden Anbieter für Analysen im Bereich Internet of Things (IoT). Für den Bericht wurden weltweit 22 Städte untersucht [2].

Die Studie enthüllt signifikante Unterschiede in den Ansätzen, wie Städte ihre Strategien im Bereich Smart City verfolgen.

Die Analysten haben drei verschiedene Vorgehensweisen identifiziert, die Städteplaner verfolgen. Städte, die der »Anker«-Strategie folgen, nutzen oftmals eine einzige Applikation, um ein wichtiges Problem zu adressieren, etwa Verkehrsüberlastung. Diese Anwendung wird im Laufe der Zeit um weitere Funktionen und Applikationen erweitert. Die »Plattform«-Strategie stellt den Aufbau einer Infrastruktur in den Mittelpunkt, die dann als Grundlage für eine Vielzahl an smarten Applikationen und Dienstleistungen dient. »Beta«-Städte rollen dagegen verschiedene Pilot-Anwendungen aus und testen, welche davon erfolgreich sind. Basierend auf diesen Ergebnissen werden dann langfristige Entscheidungen getroffen.

Trotz aller Unterschiede, welche die Studie selbst bei Städten aufzeigt, die einen ähnlichen Weg verfolgen, finden sich auch Gemeinsamkeiten. So identifizierten die Analysten eine Reihe von allgemein hilfreichen Ansätzen. Dazu gehören:

  • Erfolgreiche Städte erstellten offene und transparente Regeln für die erforderliche Datennutzung durch Behörden und Dritte, egal, ob die Daten kostenfrei zur Verfügung gestellt oder genutzt werden, um die Kosten für die Datenverwaltung mitzutragen.
  • Viele smarte Städte haben sich dazu entschlossen, sowohl Informations- und Kommunikationstechnik als auch IoT-Infrastruktur für Nutzer innerhalb und außerhalb von Behörden zur Verfügung zu stellen sowie Datensilos zwischen verschiedenen behördlichen Stellen zu vermeiden.
  • Initiativen, bei denen die Stadtverwaltung und ihre Partner aktiv mit den betroffenen Bewohnern arbeiten und diesen die Lösungen vorstellen, sind besonders erfolgreich. Das gilt insbesondere für Projekte, die im öffentlichen Raum sichtbar sind, wie Smart Lightning und Smart Parking.
  • Smart-City-Infrastruktur muss so geplant werden, dass sie mitwachsen und künftigen Anforderungen gerecht werden kann. Zusätzlich muss sichergestellt sein, dass sowohl behördliche wie auch private Daten geschützt sind.
  • Städte, die einen Technologiepartner mit der nötigen Innovations- und Investitionsfähigkeit wählen, der zudem Praxiserfahrung mitbringt, haben einen Vorteil. Offene Technologieplattformen sind zudem von Vorteil, um die Festlegung auf einen Hersteller zu vermeiden.

Berlin mit umfassender Smart-City-Vision

Berlin wurde als einzige deutsche Stadt im Rahmen der Studie untersucht. Die Hauptstadt hat im Rahmen ihrer Smart-City-Strategie rund 30 Projekte identifiziert, von denen sich die Mehrzahl laut Studie in Planungs- oder Pilotphasen befindet. Ein erkennbarer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Thema Nachhaltigkeit mit Umwelt- und Energieanwendungen. Auch eine offene Plattform zum Datenaustausch zwischen Verwaltung, Firmen, Organisationen und Bürgern wurde mit »Offene Daten Berlin« ins Leben gerufen. Die Studie lobt die umfassende Smart-City-Vision der deutschen Hauptstadt, die weit über die technischen Anwendungen hinausgehe. Im Hinblick auf die Koordination von Projekten zwischen einer Vielzahl unterschiedlicher Abteilungen sei Berlin vorbildhaft. Größte Herausforderung ist der Übergang von Pilotprojekten in den operativen Betrieb.

Experten gehen davon aus, dass im Jahr 2050 bis zu 66 Prozent der Bevölkerung in urbanen Zentren leben werden. Dies stellt Regierungen und Verantwortliche vor die Herausforderung, den Anforderungen der wachsenden Bevölkerung gerecht zu werden. Intelligente ICT- und IoT-Plattformen spielen eine essenzielle Rolle beim Wandel hin zu einer Smart City. Die Studie zeigt, dass viele Städte diese Technologien bereits nutzen, um Dienstleistungen und Infrastruktur zu optimieren. Dadurch sind bessere Entscheidungen möglich, soziale Interaktionen werden gefördert und die Umgebung wird sicherer und umweltfreundlicher. Gleichzeitig lassen sich bei vielen öffentlichen Dienstleistungen Verbesserungen feststellen.

Osvaldo Di Campli, Head of Global Enterprise & Public Sector bei Nokia: »Der Weg hin zu einer smarten City ist extrem komplex. Es gibt so viele mögliche Strategien. Die Auswahl der richtigen stellt daher eine große Herausforderung für die Verantwortlichen dar. Der Bericht, den wir in Zusammenarbeit mit Machina Research erstellt haben, soll Verantwortlichen aufzeigen, welche Ansätze in anderen Städten bereits erfolgreich zum Einsatz kommen. Als ein Marktführer für die Technologien, die Menschen und Dinge miteinander vernetzen ist es für Nokia wichtig, Transparenz zu schaffen und Handlungsschwerpunkte zu identifizieren. Wir freuen uns darauf, Städte beim Errichten von gemeinsam genutzten, sicheren und skalierbaren Netzen und Plattformen zu unterstützen, damit diese für ihre Bewohner sicherer, smarter und nachhaltiger werden können.«

Jeremy Green, Principal Analyst bei Machina Research und Autor der Smart-City-Studie: »Niemand sagt, dass die Umwandlung in eine smarte City einfach ist. Es gibt zahlreiche Auswahlmöglichkeiten. Technologien und Geschäftsmodelle entwickeln sich rapide, es besteht Unsicherheit. Standards entwickeln sich, sind aber noch nicht finalisiert. Es gibt also keinen Königsweg zur »Smartness«. Aber es gibt eine richtige Vorgehensweise, die man sich zu eigen machen kann: offene Augen, realistische Erwartungen und der Wille, von anderen zu lernen. Dazu gehört etwa herauszufinden, ob andere Städte die gleichen Probleme oder Herausforderungen hatten. Dazu gehören auch Anbieter, die von ihren Erfahrungen in anderen Projekten gelernt haben. Dazu gehören auch Start-Ups, die großartige Beispiele für Innovation liefern können und, am allerwichtigsten, es gehören die Bewohner der Stadt dazu, die Partner bei der Umsetzung sind.«

[1] Die einzelnen Ergebnisse und detaillierte Informationen für die jeweiligen Städte sowie die komplette Übersicht der erfolgreichsten Beispiele kann im »Smart City Playbook« von Machina Research nachgelesen werden. Dieses finden Sie nach Registrierung unter nokia.ly/smartcityplaybook

Ressourcen:

[2] Anmerkung: Zu den in der Studie untersuchten Städten gehören Auckland, Bangkok, Barcelona, Berlin, Bogota, Bristol, Kapstadt, Cleveland, Delhi, Dubai, Jeddah, Mexico City, New York City, Paris, Pune, San Francisco, Sao Paolo, Shanghai, Singapur, Tokyo, Wien und Wuxi.


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