Studie Public Cloud Computing – Wie werden Computing Services in Unternehmen genutzt und gesteuert?

Immer mehr Unternehmen nehmen Computing Services von Public-Cloud-Anbietern in Anspruch – und der Markt wächst rasant. Überzeugend an den Angeboten sind nicht nur Kosten, Qualität und Flexibilität, sondern auch die Einfachheit, mit der diese Angebote per Self-Service genutzt werden können. Oft gibt es aber auch eine Kehrseite: Datenschutzrichtlinien werden nicht eingehalten, Risikobewertungen unterbleiben, nicht mehr benötigte Ressourcen werden vergessen und verursachen weiterhin Kosten.

Eine aktuelle Studie beschäftigt sich mit der Frage, ob und in welchem Umfang Public Cloud Computing Services in Unternehmen genutzt werden und wie die Unternehmen deren Nutzung überwachen und steuern [1]. Dazu wurden ca. 100 Unternehmen aus der DACH-Region befragt.

1. Public Cloud Computing Services haben sich auf breiter Front etabliert.
Aktuell nutzen 54 % der befragten Unternehmen Public Cloud Computing Services, und weitere 17 % planen dies zu tun (Abbildung 1). Damit werden zukünftig schon mehr als 70 % aller Unternehmen in naher Zukunft auf Public Cloud Computing Services setzen. Und deren Einsatz wird sich in den Unternehmen ausbreiten: nach nahezu einhelliger Meinung aller Teilnehmer wird die Nutzung von Public Cloud Computing Services in Zukunft weiter wachsen.

Abbildung 1: Die Nutzung von Public Cloud Computing Services wird in Zukunft weiter wachsen.

Abbildung 1: Die Nutzung von Public Cloud Computing Services wird in Zukunft weiter wachsen.

Bei etwa einem Drittel der Unternehmen kommen heute noch keine Public Cloud Computing Services zum Einsatz. Der hauptsächliche Hinderungsgrund hierfür ist die Einschätzung, dass der Datenschutz in der Public Cloud nicht ausreichend sei.

2. Die Marktführer sind amerikanische Unternehmen.
Zum Einsatz kommen vor allem Cloud Services der amerikanischen Unternehmen Microsoft (Azure) und Amazon (AWS). Deutsche Provider spielen nur eine untergeordnete Rolle. Die Unternehmen setzen dabei nicht nur auf einen Cloud-Anbieter. 44 % aller Unternehmen nutzen Cloud Services von bis zu vier Providern gleichzeitig.

3. Die Providerwahl wird kaum reglementiert.
In den meisten Unternehmen lässt die IT den Nutzern von Public Cloud Services bei der Wahl ihres Providers freie Hand. Es gibt zwar Richtlinien, die einen Rahmen vorgeben. Die Auswahl der dazu passenden Provider wird aber selten zentral gesteuert. Das wichtigste Kriterium dabei ist der Datenschutz. Dieses Ergebnis ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil von den Unternehmen in DACH vor allem amerikanische Provider genutzt werden. Offensichtlich werden von vielen Unternehmen Provider wie Amazon und Microsoft als unbedenklich für den Datenschutz eingestuft.

4. Public Cloud Computing Services werden sowohl temporär als auch permanent genutzt.
Für den Einsatz der Public Cloud Computing Services haben sich in den Unternehmen zwei Schwerpunkte heraus kristallisiert (Abbildung 2).

Abbildung 2: Für den Einsatz der Public Cloud Computing Services haben sich in den Unternehmen zwei Schwerpunkte heraus kristallisiert.

Abbildung 2: Für den Einsatz der Public Cloud Computing Services haben sich in den Unternehmen zwei Schwerpunkte heraus kristallisiert.

Dies sind zum einen Entwicklungs- und Testzwecke. Dabei werden die Cloud-Ressourcen je nach Bedarf flexibel gestartet, verändert und auch wieder gestoppt. Der andere Schwerpunkt sind permanent betriebene, produktive Anwendungen. Vergleichsweise selten werden die Public Cloud Services für produktive Workloads eingesetzt. Damit gemeint ist der Einsatz von Cloud-Ressourcen für temporäre, rechenintensive Aufgaben wie etwa monatlich Abrechnungsläufe oder Big-Data-Analysen.

5. Die Steuerung der Cloud-Ressourcen läuft überwiegend manuell.
In über 80 % der befragten Unternehmen werden die Cloud-Ressourcen manuell über die Self-Service-Tools der Provider gesteuert. Lediglich 19 % haben die Steuerung ausgehend vom Auftrag über ein internes IT-Self-Service-Portal bis hin zur Veränderung der Cloud-Ressourcen in der Infrastruktur des Providers durchgehend automatisiert.

6. Nicht jeder nutzt sein IT-Service-Management-Tool.
Aktuell setzen nur 35 % der Unternehmen ihr IT-Service-Management-Tool ein, um die genutzten Cloud-Ressourcen zu verwalten. Weitere 9 % planen dies zukünftig zu tun, so dass in naher Zukunft knapp die Hälfte der Unternehmen ihr ITSM-Tool zur Verwaltung einsetzen wird.

7. Neue Cloud-Management-Tools erscheinen am Markt.
Einige der ITSM-Tool-Hersteller haben ihr Produkt mit spezifischen »Cloud Brokering«-Funktionen zur automatisierten Verwaltung von Public-Cloud-Ressourcen erweitert. Seit einigen Jahren tauchen aber zusätzlich spezialisierte Tools zur Verwaltung von Public-Cloud-Ressourcen am Markt auf. Sie werden häufig als »Hybrid-Cloud-Management-Tools« oder »Multi-Cloud-Management Tools« bezeichnet und sind auf die Verwaltung von Public-Cloud-Ressourcen spezialisiert.

Aktuell setzen 31 % der Unternehmen Cloud-Management-Tools ein. Weitere 13 % planen dies zukünftig zu tun, so dass in naher Zukunft 44 % aller Unternehmen ihre Cloud-Ressourcen mit Hilfe dieser Tools verwalten werden.

8. Die Mehrheit setzt auf den Einsatz von Tools.
Grundsätzlich kann die Verwaltung der Cloud-Ressourcen mit dem ITSM-Tool oder auch mit einem der oben beschriebenen Cloud-Management-Tools durchgeführt werden. Dass aber grundsätzlich eines dieser Tools zur Verwaltung der Cloud-Ressourcen als notwendig erachtet wird, zeigt Abbildung 3.

Abbildung 3: Die Verwaltung der Cloud-Ressourcen wird grundsätzlich als notwendig erachtet.

Abbildung 3: Die Verwaltung der Cloud-Ressourcen wird grundsätzlich als notwendig erachtet.

Mit 72 % setzen also nahezu drei Viertel aller Unternehmen auf den Einsatz eines Tools oder planen dies in naher Zukunft. Nur eine Minderheit von 28 % hat diesbezüglich keine Pläne.

9. Fazit.
Die Nutzung von Public Cloud Services ist mittlerweile in den Unternehmen der DACH-Region weit verbreitet. 70 % nutzen diese Services schon oder planen dies zu tun. Und nahezu alle Unternehmen erwarten, dass die Nutzung weiter ansteigen wird.

Bei der Auswahl der Provider ist der Datenschutz das wichtigste Kriterium. Trotzdem werden vor allem die Cloud Services amerikanischer Unternehmen gewählt.

Die Steuerung und Verwaltung der Cloud-Ressourcen findet heute vorwiegend noch manuell statt. Obwohl etwa die Hälfte aller Unternehmen bereits ein Tool für diese Aufgaben einsetzen, ist der Automatisierungsgrad noch sehr gering.

Über 70 % setzen in naher Zukunft auf den Einsatz von Tools zur Steuerung und Verwaltung der Cloud-Ressourcen. Und aufgrund der angekündigten wachsenden Nutzung von Cloud Services kann auch mit einem wachsenden Bedarf an Tools zur automatisierten Steuerung und Verwaltung gerechnet werden.

 

Studie Download

[1] Dieser Artikel ist ein Auszug aus einer umfangreichen Studie, die hier heruntergeladen werden kann:
http://bit.do/mit-studie-cloud-computing

 


Martin Landis ist bei der
USU AG für die Vermarktung der
IT- und Enterprise Service Management Produkte
verantwortlich.

 

 

 

Titelbild: © ra2studio/shutterstock.com 

 

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