Verkehr und Logistik: Wer mit Strom fahren will, muss lange warten

Deutschland hat bei elektrisch angetriebenen Autos weiterhin reichlich Potenzial nach oben. Ihr Anteil an den Neuzulassungen belief sich im vergangenen Jahr laut Daten der Autoherstellervereinigung ACEA auf lediglich 1,6 Prozent. Die Nachfrage hält sich also insgesamt in Grenzen. Wie die Infografik von Statista auf Basis von Recherchen des Wirtschaftsmagazins Bilanz zeigt, dauert es bei vielen Herstellern recht lange, bis ein bestelltes E-Auto ausgeliefert wird. An der Spitze des Rankings liegen der Smart ED und der Hyundai Ioniq: Rund ein Jahr vergeht vom Zeitpunkt der Bestellung bis zu Lieferung. Die Gründe dafür sind laut Experten hauptsächlich bei den Lieferengpässen von Batteriezellen zu finden. Diese lassen sich die Autohersteller aus Asien von Firmen wie Panasonic oder Samsung liefern. Deren Werke sind wiederum voll ausgelastet, weil sie nicht nur Autohersteller beliefern, sondern auch Produzenten von Smartphones, mobilen Computern oder Akkuwerkzeugen. Matthias Jans

https://de.statista.com/infografik/13580/wartezeit-auf-bestellte-e-autos/

 


 

Elektroautos: Politik und Hersteller in der Pflicht

  • Ausbau von Elektrotankstellen und Ladesäulen soll vorangetrieben werden.
  • Nur 8 Prozent der Bundesbürger plädieren für eine Quote für Elektroautos.
  • Mehrheit erwartet bereits 2030 positive Auswirkung auf Umweltschutz und Lärm.

 

In den kommenden Jahren werden praktisch alle großen Automobilhersteller Elektroautos auf den Markt bringen. Doch um der E-Mobilität in Deutschland zum Durchbruch zu verhelfen, nehmen die Bundesbürger neben den Herstellern auch die Politik in die Pflicht. So sehen 40 Prozent der Deutschen die Automobilhersteller am stärksten in der Verantwortung, 42 Prozent dagegen die Politik. Mit großem Abstand folgen dahinter die Verbraucher selbst (11 Prozent), Umweltverbände (3 Prozent) und Automobilclubs (2 Prozent). Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom [1].

»Durch Elektromotoren erhält das Auto nicht nur einen neuen Antrieb, sondern wir werden eine völlig neue Form der Mobilität erleben. Zusammen mit Technologien zum autonomen Fahren und Internet-Plattformen werden Car-Sharing und On-Demand-Shuttles in den Ballungsräumen das eigene Auto immer häufiger ersetzen«, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. »Damit diese Veränderung möglich ist, muss auch die Infrastruktur für E-Mobilität in kurzer Zeit aufgebaut werden. Dazu müssen Politik, etablierte Automobilhersteller, Energieversorger und nicht zuletzt Digitalunternehmen und Start-ups eng zusammenarbeiten.«

Von der Politik wünscht sich die große Mehrheit der Bundesbürger Maßnahmen zum flächendeckenden Ausbau von Elektrotankstellen und Ladesäulen (74 Prozent). Mit deutlichem Abstand folgen dahinter finanzielle Kaufanreize wie höhere Kaufprämien für Elektroautos (48 Prozent), Steuerprivilegien für E-Fahrzeuge (45 Prozent) oder eine Abwrackprämie für Autos mit Verbrennungsmotor (19 Prozent). Jeder Dritte (36 Prozent) hält Privilegien im Straßenverkehr für E-Autos für ein geeignetes Mittel, etwa kostenloses Parken oder die Erlaubnis zur Nutzung von Busspuren. Nur eine Minderheit würde zu drastischen Mitteln wie einer Quote für E-Autos oder Fahrverboten für Autos mit Verbrennungsmotor (je 8 Prozent) greifen. »Die Bürger glauben offenbar daran, dass sich E-Autos durchsetzen, sobald die Ladeinfrastruktur steht«, sagt Rohleder. »Dieses Henne-Ei-Problem müssen wir jetzt lösen. Verbote und Quoten sollten dann überflüssig werden.«

 

Eine Mehrheit der Bevölkerung ist sich sicher, dass bereits in wenigen Jahren Elektroautos unser Leben verändert haben werden. Bereits 2030 werden nach Ansicht von drei Viertel (76 Prozent) der Befragten E-Autos den Verkehrslärm und die Umweltverschmutzung in Ballungsräumen merkbar reduziert haben. Zwei Drittel (65 Prozent) sind sich sicher, dass es dann ein flächendeckendes Netz an E-Tankstellen und Ladesäulen geben wird. Und mehr als jeder Zweite (56 Prozent) geht davon aus, dass Elektroautos 2030 deutlich günstiger sein werden als heute – und dass es in den meisten deutschen Innenstädten ein Fahrverbot für Autos mit Verbrennungsmotor geben wird (54 Prozent).

 

Auch die Automobilhersteller gehen davon aus, dass sich ihre Branche in den kommenden Jahren vor allem durch die Digitalisierung grundlegend verändern wird. Dazu hat Bitkom zum Start der IAA eine Studie vorgestellt, die hier zum Download bereitsteht: www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Automobilindustrie-braucht-mehr-digitalen-Schub.html

 

[1] Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.007 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellungen lauteten: »Wen sehen Sie am stärksten in der Verantwortung, die Nutzung von Elektroautos in Deutschland voranzutreiben?«, »Welche Maßnahmen sollte die Politik Ihrer Meinung nach ergreifen, um die Nutzung von Elektroautos in Deutschland zu fördern?« und »Nachfolgend lese ich Ihnen Aussagen zur aktuellen Debatte im Zusammenhang mit der Automobilindustrie beziehungsweise zu Zukunftsszenarien im Jahr 2030 in Deutschland vor. Bitte beurteilen Sie, inwieweit Sie diesen Aussagen zustimmen«.

 

Elektromobilität: Die Top 10 E-Auto-Hersteller

Fast 550.000 batterieelektrische Pkws und Plug-in-Hybride wurden laut EV Sales von Januar bis Juli 2017 verkauft. Die Nummer eins im Ranking der E-Auto-Hersteller ist Tesla mit rund 52.000 verkauften Fahrzeugen. Auf Platz zwei folgt BMW (48.797) vor der BYD Auto Company (46.019) aus dem chinesischen Shenzen. Beschlossen werden die Top 10 mit Volkswagen. Die Niedersachsen haben im laufenden Jahr bislang 18.506 E-Autos absetzen können. Mathias Brandt

https://de.statista.com/infografik/10924/weltweiter-absatz-von-elektro-autos-nach-herstellern/

 


 

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