Von PPS zu Industrie 4.0 – 30 Jahre erfolgreiche Partnerschaft

30 Jahre erfolgreiche  Partnerschaft

Seit 30 Jahren Partner. Seit 30 Jahren immer auf dem neuesten Stand. Eine so lange Partnerschaft ist in der Informationstechnologie äußerst selten. 1984 begann die überaus kreative Zusammenarbeit zweier Unternehmen, die bis heute in ihren jeweiligen Geschäftsbereichen Maßstäbe setzen. 

tandardsoftware soll mit möglichst wenigen Anpassungen einen maximalen Bereich abdecken. Sie sollte sich also mit ihren Anwendern entwickeln und dabei immer wieder deren Anforderungen und Wünsche berücksichtigen. 1985 präsentierte die PSI Gesellschaft für Prozesssteuerung- und Informationssysteme mbH, Berlin, die erste plattformunabhängige Standardsoftware im Bereich Produktionsplanung und -steuerung: »Piuss-O«, ein speziell für komplexe Planungs- und Steuerungsfunktionen in der Fertigung entwickeltes Produkt.

Das damals ausgesprochen innovative Projekt begann bereits 1984 im Rahmen eines vom Bundesministerium für Forschung und Technologie geförderten Forschungsvorhabens. Hier begann auch die Zusammenarbeit mit der Grenzebach Maschinenbau GmbH aus dem bayerisch-schwäbischen Hamlar, die von Beginn an eine aktive Rolle bei der Konzeption und Realisierung des ersten PPS-Standardsystems übernahm. Selbstverständlich gehörte der Maschinenbauer zu den ersten Anwendern von Piuss-O. Und ebenso übernahm er später eine aktive Rolle bei der Entwicklung von PSIpenta, dem ersten objektorientierten ERP-Standard, der 1996 eingeführt wurde.

Fit für die Internationalität. »Wir waren und sind nicht irgendeine Nummer bei einer Firma, sondern wir konnten stets etwas bewegen«, charakterisierte Grenzebach-CIO Jürgen Brunner schon zu Beginn des neuen Jahrtausends die Kooperation mit der Psipenta Software Systems GmbH, wie das inzwischen ausgegründete Softwarehaus jetzt hieß. So hat Grenzebach auch die Multisite-Funktionalitäten in PSIpenta maßgeblich mitgeprägt. Als Grenzebach 2002 die ehemalige Babcock-Tochter BSH in Bad Hersfeld übernahm, einen reinen SAP-Anwender, waren es nicht zuletzt diese Multisite-Fähigkeiten, die dazu führten, sich im gesamten Produktions- und materialwirtschaftlichen Bereich gegen SAP zu entscheiden.

Siegfried Schlegel – Divisionsleiter Maschinen- und Anlagenbau PSIPENTA, Bernd Minning – Geschäftsführer Grenzebach-Gruppe, Alfred M. Keseberg – Geschäftsführer PSIPENTA, Franz Gleißner – Geschäftsführer Grenzebach Maschinenbau GmbH, Mathias Kulbe – Leiter Forschung & Entwicklung PSIPENTA, Jürgen Brunner – CIO Grenzebach-Gruppe (von links nach rechts).

Siegfried Schlegel – Divisionsleiter Maschinen- und Anlagenbau PSIPENTA, Bernd Minning – Geschäftsführer Grenzebach-Gruppe, Alfred M. Keseberg – Geschäftsführer PSIPENTA, Franz Gleißner – Geschäftsführer Grenzebach Maschinenbau GmbH, Mathias Kulbe – Leiter Forschung & Entwicklung PSIPENTA, Jürgen Brunner – CIO Grenzebach-Gruppe (von links nach rechts).

Mit der Gründung der Niederlassungen in Georgia/USA und China gelang es Grenzebach, auf den jeweiligen Märkten besser Fuß zu fassen und die hohen Exportanteile nicht nur zu sichern, sondern auszubauen. Mehrheitsbeteiligungen, Übernahmen und Neugründungen in Europa, Brasilien, Indien, Indonesien und Taiwan machten den Maschinenbauer zu einem stark expandierenden Global Player mit Vertretungen und Produktionsstätten in drei Währungszonen. CIO Brunner erinnert sich: »Bei unserer massiven Expansion war es uns immer wichtig, konzernweit gleiche Prozesse zu schaffen, also Rollouts in unterschiedlichen Kulturen und Sprachen zu realisieren.«

Dabei fand man die richtige Unterstützung in der selbst mitentwickelten Multisite-Funktionalität. Eine weitere bedeutsame Rolle – etwa beim Eintritt Grenzebachs in den chinesischen Markt – spielte Unicode, die digitale Codierung von Schriftzeichen und parallele Darstellung unterschiedlicher Schriften. So arbeitet man jetzt in -China erfolgreich auf dem PSIpenta Major-Release 8 mit chinesischer Oberfläche.

Von Piuss-O zu Industrie 4.0. Damit pflegt das Berliner Softwarehaus seit 30 Jahren die konstruktive Partnerschaft mit Grenzebach. Die gemeinsamen Erfahrungen führten dazu, dass Psipenta Konzepte oder Lösungen häufig zusammen mit Mitgliedern der Usergroup entwickelt. Das gewährleistet auf der einen Seite die authentische Praxis- und Standardtauglichkeit neuer Funktionsbausteine. Andererseits erhalten die Anwender mit jedem neuen Release die von der Praxis geforderten Produktivitätsvorteile und Wertbeiträge und sind stets auf dem neuesten Stand der technischen Möglichkeiten.

Auch für die Zukunft fehlt es nicht an Herausforderungen. Die Verschmelzung von Produktionstechnik und Informationstechnologie etwa zur Smart Factory im Rahmen der sogenannten vierten industriellen Revolution, also das hochaktuelle Zukunftsprojekt »Industrie 4.0«, gehört zu den großen Zielsetzungen unserer Zeit. Erste eindrucksvolle Umsetzungen präsentierte Psipenta erst kürzlich auf der Hannover Messe. Eine Kooperation zwischen Fertigern und Entwicklern bietet sich hier geradezu an. »Es war schon immer eine Stärke von Psipenta, anhand der Kunden zu entwickeln«, bekräftigt Jürgen Brunner den 30-jährigen gemeinsamen Kurs von Piuss-O zu Industrie 4.0, der auch künftig beibehalten wird.


Volker Vorburg

Illustration: © jörg-röse-oberreich/shutterstock.com 

 

 

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