Wenn die Wertschöpfungskette zum Wertschöpfungsnetzwerk wird

Um ein langfristiges, nachhaltiges Wachstum zu gewährleisten ist die Umwandlung bestehender Wertschöpfungsketten in verbraucherorientierte Wertschöpfungsnetzwerke notwendig.

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Das Consumer Goods Forum (CGF) und Capgemini haben die Ergebnisse ihrer jüngsten Studie, »Rethinking the Value Chain: New Realities in Collaborative Business« (dt.: Überdenken der Wertschöpfungskette: Neue Realitäten in einer kooperierenden Unternehmenswelt) veröffentlicht. Der Bericht benennt kommende Trends im Konsumgüter- und Einzelhandelssektor (CPR = Consumer Products and Retail) und kommt zu dem Schluss, dass der traditionelle Wertschöpfungsketten-Begriff den aktuellen Entwicklungen nicht mehr gerecht wird.

Zur Gewährleistung langfristigen Wachstums wird stattdessen die Verfolgung eines »Wertschöpfungsnetzwerk«-Ansatzes empfohlen. Der Bericht wurde auf der Sitzung des Board of Directors von CGF in Amsterdam vorgestellt, unter besonderer Anerkennung der Beiträge von Muhtar Kent, Chairman & CEO der The Coca-Cola Company, und Motoya Okada, President und Group CEO der AEON Co., LTD, die das Projekt auf Board-Ebene eingebracht hatten und die langjährige Co-Sponsoren der End-to-End Value Chain & Standards Pillar von CGF (Grundlagen und Standards von End-to-End-Wertschöpfungsketten) sind.

Entscheidenden Impulse gehen vom Verbraucher aus

Es wird angenommen, dass dieses Neuverständnis der Wertschöpfungskette Auswirkungen auf Lieferanten, Einzelhändler sowie zusätzliche Stakeholder haben wird. Die Branche solle die Wertschöpfungskette nicht länger als eine lineare Kette sehen, entlang der Produkte und Informationen linear und unidirektional von Lieferant über Hersteller zu Einzelhändler zu Endkunde fließen. Vielmehr entwickelt sie zunehmend ein Eigenleben in Form eines sich um die Verbraucherbasis spinnenden Netzwerks mit einer Vielzahl von Kanälen und Schnittstellen verteilt über alle wertschöpfenden Prozesse und Geschäftsbereiche. Insgesamt gehen die entscheidenden Impulse immer mehr vom Verbraucher aus, und zwar in der Form von Entscheidungen, die sich direkt auf das gesamte Wertnetzwerk auswirken und auf welche die Branche eher reagiert als umgekehrt.

Muhtar Kent sagte: »Der Verbraucher von heute hat mehr Macht denn je zuvor. Verbraucher verfügen mehr denn je über die Möglichkeiten und Mittel, ihre Ansichten und Anliegen über soziale und digitale Kanäle mit einem breiten Publikum zu teilen. In dieser Ära wachsender Kundenerwartungen und einem sich rapide entwickelnden geschäftlichen Umfeld erwächst eine zentrale Frage, die wir uns stellen müssen: Wie stärken wir unsere Branche zum Nutzen der Kunden angesichts der beispiellosen Herausforderungen, die vor uns liegen? Dieser vom Consumer Goods Forum erstellte Bericht nennt einige der wichtigsten Möglichkeiten, solch grundlegende Wandlungsprozesse vorherzusehen und entsprechende Vorkehrungen zu treffen.«

Zusammenarbeit muss sich grundsätzlich ändern

Der Bericht ist das Ergebnis eingehender Studien und Experten-Interviews mit Vordenkern aus den führenden CPR-Unternehmen der Welt und Experten aus verschiedenen Fachgebieten. Er hebt hervor, wie die Branche die Art und Weise der Zusammenarbeit mit den einzelnen Stakeholdern grundsätzlich ändern muss.

Motoya Okada sagte: »Mitglieder des Consumer Goods Forum und unserer Branche stehen in der Pflicht, im Interesse einer besseren Zukunft für die Verbraucher dieser Welt zusammenzuarbeiten. Dieser Bericht zum Wertschöpfungsnetzwerk der Zukunft identifiziert vor dem Hintergrund der vielen Veränderungen in unserer Branche zusätzliche Möglichkeiten, wie wir alle noch effizienter darin werden können, das Leben der Verbraucher besser zu machen, indem wir unserer Verantwortung für Wertschöpfung und Vertrauen gerecht werden. Wir können diese Ziele erreichen, indem wir sehr viel effizienter als in der Vergangenheit zusammenarbeiten. Die Welt ist dabei, sich von Grund auf zu verändern, also müssen wir das auch.«

Der Bericht hebt drei übergreifende Prioritätsbereiche möglicher brancheninterner Zusammenarbeit hervor, die einen positiven Kapitalertrag versprechen:

Kundenbindung.

Teilnahme an einem ehrlichen Dialog mit den Kunden, um das in unsere Branche gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen. Die Branche muss einen durchgehend verantwortlichen Umgang mit Kundendaten pflegen, so dass durch zielgerichtete Leistungen und Interaktion mit dem Kunden Mehrwerte geschaffen werden können. Hierzu müssen Unternehmen allgemein anerkannte und klare Prinzipien für die Pflege der Interaktion mit dem Kunden anwenden.

Transparenz.

Den Kunden über die Art und Rückverfolgbarkeit der Zutaten, Nährstoffe und Herkunft von Produkten informieren – Kunden über die Inhaltsstoffe, Sicherheit und Auswirkungen von Produkten auf Umwelt und Gesellschaft informieren und gleichzeitig die Effizienz innerhalb der Branche erhöhen. Dies wird eine schrittweise Veränderung in der Zusammenarbeit betreffend globale Produktdaten-Definitionen, Datenqualität und Datenverbund erfordern, welche über das simple Track-and-Trace und Audits hinausgehen.

Das Endstück der Vertriebskette.

Überdenken der Annahme, dass der Vertrieb an Einzelhandelsgeschäfte und Verbraucher ein Bereich ist, in dem Unternehmen unabhängig voneinander arbeiten und das Erforschen von Möglichkeiten der Zusammenarbeit unter bestimmten Umständen, um die Geschwindigkeit, Effizienz und Kundenzufriedenheit unter Minimierung negativer Auswirkungen auf die Umwelt zu verbessern. Das neue Modell würde eine neue Form von »Netzwerk«-Partnerschaften involvieren. Um diese Möglichkeiten in vollem Umfang zu nutzen, wird die Branche in flexible Technologien, die Interoperabilität neuer Prozesse und eine offenere Unternehmenskultur investieren müssen.

Peter Freedman, Managing Director von The Consumer Goods Forum, sagte: »Das CGF ist ständig auf der Suche nach Wegen zur Förderung höherer geschäftlicher Effizienz und des Aufbaus von Kundenvertrauen. Dieser Bereich macht deutlich, wie wichtig es ist, beide Bereiche in Angriff zu nehmen. Er untermauert einen guten Teil unserer aktuellen Agenda, fordert uns aber auf, diese mit einem völlig anderen Verständnis von Zusammenarbeit sowie mit noch höherer Dringlichkeit umzusetzen.«

Ted Levine, Global Sector Leader, Consumer Products & Retail bei Capgemini, erklärte: »Um Vorlaufzeiten zu verkürzen und eine Kultur der Innovation zu schaffen, müssen wir uns als Branche für die Übernahme modularer Technologien öffnen, die einen praxisfertigen Ansatz an Geschäfts-Applikationen und Big-Data-Dienste bieten. Bei Capgemini sehen wir die Möglichkeit für Konsumgüter- und Einzelhandelsunternehmen, sich in Richtung einer verbraucherorientierten Lieferkette zu bewegen, die durchgehende Wertschöpfungsnetzwerke mit stärkerer Lokalisierung über alle Kanäle, höherer Wahrnehmbarkeit und mehr Informationen zur Förderung von Geschwindigkeit und Innovation aufbaut, um den Ansprüchen des digital befähigten Kunden gerecht zu werden.«

Für weitere Informationen und zum Herunterladen des Berichts besuchen Sie bitte http://www.futurevaluenetwork.com.
Das Consumer Goods Forum (CGF) ist ein globales, paritätsbasiertes Netzwerk, das von seinen Mitgliedern betrieben wird, um die globale Übernahme von Praktiken und Standards zu fördern, von denen die Konsumgüterindustrie weltweit profitiert. Es bringt die CEOs und das Senior Management von über 400 Einzelhandelsunternehmen, Lieferanten, Dienstleistungsanbietern und anderen Stakeholdern aus insgesamt 70 Ländern an einen Tisch und reflektiert die Diversität der Branche in Bezug auf Geographie, Größe, Produktkategorie und Format. Seine Mitgliedsunternehmen erzielen zusammen einen Umsatz in Höhe von 2,5 Billionen Euro und beschäftigen rund 10 Millionen Menschen direkt, mit geschätzten weiteren 90 Millionen davon abhängigen Jobs entlang der Wertschöpfungskette. Geleitet wird es von seinem Board of Directors, bestehend aus 50 CEOs von Hersteller- und Einzelhandelsunternehmen. Für weitere Informationen besuchen Sie bitte: http://www.theconsumergoodsforum.com.

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