Zuversicht statt Angst bei der Digitalisierung

  • Studie attestiert Human Resources positive Einstellung gegenüber Digitalisierung.
  • HR-Experten müssen verbindendes Glied sein und Vorreiterrolle übernehmen.
  • Weibliche Führungskräfte entschlossener als männliche Entscheider.

Eine entscheidende Voraussetzung für die Digitalisierung in Unternehmen ist die positive Einstellung der Mitarbeiter. Wenn sich Mitarbeiter jedoch mit Entscheidungen allein gelassen fühlen, akzeptieren sie kaum Veränderungen, sondern gehen in Wartestellung. Laut einer aktuellen Studie der Innovation Alliance verbindet ein Drittel der 500 dabei befragten deutschen Mittelständler mit der Digitalisierung Gefühle wie »Angst« oder »Einsamkeit« [1]. HR-Abteilungen haben dagegen geringere Vorbehalte und können daher positiv auf Mitarbeiter einwirken, Abteilungen zusammenbringen und dem CEO bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten den Rücken stärken.

 

Bei der Digitalisierung müssen Mitarbeiter des Unternehmens mitgenommen werden.

Dies muss laut der Studienergebnisse mit einer positiven Grundhaltung geschehen. Freude an Neuem haben in diesem Zusammenhang vor allem die Abteilungen IT (76,2 %), HR und Marketing (jeweils 75 %). Gleichzeitig sind sich die dortigen Mitarbeiter der Herausforderungen und der Überzeugungsarbeit bewusst, die notwendig ist, um dieses Gefühl im Unternehmen festigen zu können. Die Zuversicht zum Gelingen der Digitalisierung selbst liegt daher im Marketing (67,5 %), der HR (75 %) und der IT (68,6 %) bei höchstens 75 %. Neben den Vorteilen der Digitalisierung blicken diese Abteilungen also mit einer gewissen Skepsis auf diese Phase der Unternehmensentwicklung – und sind durch diese realistische Einschätzung wichtiger Sparringspartner für Entscheider im eigenen Unternehmen.

»HR-Kollegen sind sowohl Digitalisierungs-Treiber, als auch mahnende Realisten«, sagt Carsten Heidbrink, Managing Director Mittelstandsvertrieb bei Cisco Deutschland. »Die Personalabteilung hat durch ihren nachgewiesenen Innovationstrieb die Möglichkeit, die für den künftigen Geschäftserfolg so wichtige digitale Transformation anzupacken. Sie müssen allerdings dafür sorgen, Kollegen aus den verschiedenen Abteilungen mitzunehmen und die Vorteile der Digitalisierung für jeden Einzelnen darzustellen.«

Taten statt Worte – Frauen vor Männern

Da das Gefühl von Verlassenheit und Angst in den Bereichen HR (23,6 %), Fertigung (24,6 %) und dem F&E-Bereich (25,4 %) am wenigsten verbreitet ist, steht insbesondere die Personalabteilung in der Pflicht, eine Führungsrolle zu übernehmen, Kompetenzen im Team zu erkennen und Entscheidungsträger für die Digitalisierung zusammenzubringen.

Die Digitalisierung ist vor allem ein Kampf gegen das weit verbreitete Scheinargument: »Das haben wir schon immer so gemacht.« Digitalisierung heißt, vorhandene Systeme und Arbeitsweisen zu beleuchten, auf kommende Entwicklungen vorzubereiten und neue Wege zu gehen. Die Aufgabe von Management und HR ist es also nicht nur, die Abteilungen an einen Tisch zu bekommen und Vorbehalte zu entkräften, sondern auch Strukturen und Prozesse anzupassen, auch abseits bisheriger Pfade zu agieren und den Erfahrungsaustausch zu suchen. HR-Abteilungen sollten dabei Frauen in Führungspositionen besonders beachten, denn in Entscheidungspositionen haben Frauen deutlich weniger Angst vor der Digitalisierung (27,7 %) als Männer (35,0 %). Zusammen mit »Ladies first« heißt es also, Digitalisierung in Unternehmen zu treiben – egal ob Berufseinsteiger oder alter Hase, ob Produktionsmitarbeiter oder Marketing-Kollege. So profitieren alle vom Erfahrungsschatz anderer, entwickeln gemeinsam Lösungen und treiben das Thema Digitalisierung im Unternehmen voran.

 

[1] Die Innovation Alliance kann Unternehmen unterstützen, Worte in Taten umzusetzen. Dafür findet im März und April 2017 die Roadshow »Wege statt Visionen« statt, die quer durch Deutschland führt. Die Roadshow steht unter dem Motto »Erleben, was Digitalisierung wirklich bedeutet«. Die Partner der Innovation Alliance veranschaulichen anhand von praktischen Beispielen und Kurzvorträgen, welche Möglichkeiten Digitalisierung für jedes einzelne Unternehmen bietet: vom holzverarbeitenden Großunternehmen, das von 40 Prozent geringeren Stillstandszeiten seiner Maschinen profitiert, bis zur mittelständischen Großdruckerei, die deutlich weniger stressbedingte Kündigungen zu verzeichnen hat, seit die Auftragsaufnahme und -abwicklung digitalisiert wurde.

Interessierte können sich ab sofort auf der Website anmelden. Weitere Informationen zur Roadshow gibt es hier: https://www.innovationalliance.de/roadshow/

 


 

Executive Summary – Psychologie der Digitalisierung

Im Mittelstand ist es noch ein weiter Weg vom Kopf bis zum Herz.

»Digitaler Wandel«, »Digitale Transformation«, »Industrie 4.0« – diese und viele weitere Schlagworte sind in Wirtschaft, Medien und Gesellschaft allgegenwärtig. Trotzdem scheint das Thema gerade im deutschen Mittelstand kein Selbstläufer zu sein. Die Innovation Alliance – ein Verbund von Cisco und 11 mittelständischen IT-Unternehmen – hat sich vorgenommen, das zu ändern.

Digitalisierung beginnt in den Köpfen der Entscheider. Wer die Digitalisierung vorantreiben will, muss verstehen, was und wie Entscheider über Digitalisierung denken. Im Rahmen einer Studie der Innovation Alliance zur »Psychologie der Digitalisierung« wurden 500 Entscheider in mittelständischen Unternehmen (> 250 Mitarbeiter) befragt, wie sich Digitalisierung im Unternehmensalltag anfühlt. Denn meist sind die Probleme in den Köpfen größer als die technischen Herausforderungen.

grafik innovation alliance yougov digitalisierung bereiche

Die wichtigsten Ergebnisse:

55 Prozent des Mittelstands stehen noch am Beginn des Weges

In den Unternehmen herrscht Realismus: Nur die wenigsten (12 %) sind der Meinung, sie hätten bereits die Hälfte des Weges zur Digitalisierung geschafft. 18 % stehen am Anfang, 37 % haben erste Schritte gewagt und 27 % setzen sich intensiv mit der Digitalisierung auseinander.

Digitalisierungsentscheidungen werden in allen Abteilungen getroffen

Bis vor ein paar Jahren galt noch die einfache Gleichung: Digitalisierung = IT. Die IT-Entscheider stellen mit 21 % noch die größte Gruppe, gefolgt vom Management (15 %) und der Produktion (11 %). Im Marketing werden dagegen nur 3 % aller Digitalisierungsentscheidungen getroffen.

Entscheider fühlen sich mit Digitalisierung nicht wohl – Frauen haben weniger Angst

Die Auseinandersetzung mit Digitalisierung löst beim Menschen unterschiedlichste Gefühle aus. Mehr als 75 % sehen Digitalisierung als rationale Pflichtveranstaltung. Für fast die Hälfte stellt sie ein Wagnis dar und fast jeder dritte Entscheider verbindet mit der Digitalisierung negative Gefühle, wie »Angst« und »Einsamkeit«. Überraschend: Frauen (28 %) in Entscheidungspositionen haben bei der Digitalisierung weniger Angst als Männer (35 %).

Jeder dritte Entscheider fühlt sich allein gelassen

Das Gefühl von Verlassenheit und Angst ist nicht überall gleich weit verbreitet. Die größten Bedenken gibt es in der Produktion (43 %) und im Vertrieb (40 %). Am gelassensten sieht man die Digitalisierung in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Fertigung und HR (je 25 %).

Digitalisierung ist ein Kampf gegen »Das haben wir schon immer so gemacht«

Digitalisierung heißt, vorhandene Systeme und Arbeitsweisen in Frage zu stellen und neue Wege zu gehen. Dafür müssen 29 % des Managements interne Widerstände überwinden. In den Fachabteilungen sind diese größer: In Sales/Marketing kämpfen 49 %, in Finance/Controlling und Produktion je 43 % gegen Hürden.

Digitalisierung ist eine Pflichtveranstaltung

Digitalisierung ist ein Prozess, der mit Verantwortung, Korrektheit, Leistung und Status verbunden wird. Damit diese Pflicht erfüllt werden kann, braucht es aber auch Zuversicht. Diese ist in der Produktion am größten (86 %). Marketing (67 %) und – interessanterweise – die IT (69 %) sind da nicht ganz so zuversichtlich.

Aber: Digitalisierung macht auch Freude

Nach vorne denken, Freude am Neuen haben, die Dinge verändern. Bei IT, HR und Marketing (jeweils mehr als 75 %) löst Digitalisierung besonders positive Emotionen aus. Das Management (68 %) und Controlling (65 %) sehen das Thema naturgemäß etwas nüchterner.

Fazit:

Mittelständische Entscheider empfinden die Digitalisierung als große Herausforderung, die außer- gewöhnliche Fähigkeiten erfordert. Das macht Angst und schürt Unwohlsein. Dabei können die Aufgaben, die die Digitalisierung mit sich bringt, von ganz normalen Menschen gemeistert werden. Die Innovation Alliance möchte diese Unsicherheiten abbauen und Wege aufzeigen, wie die Digitalisierung im Mittelstand gelingen kann.

Über die Innovation Alliance: Die Innovation Alliance ist ein Verbund von Partnern aus der IT-Branche: Cisco als Hersteller von Netzwerk-, Security- und Kommunikationslösungen kooperiert mit 11 ausgewählten Anbietern: Systemhäuser, Software-Entwickler, Managed Services Provider, Reseller, Berater, um das Thema Digitalisierung im Mittelstand zu treiben. So entsteht ein breites Kompetenzspektrum, das jeder Herausforderung gerecht wird. Mit über 40 Standorten deutschlandweit, mehr als 2.000 Mitarbeitern und über 1.000 erfolgreichen Digitalisierungsprojekten ist die Innovation Alliance der größte Ansprechpartner für die Digitalisierung im Mittelstand.


 

 


 

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