Zwei Drittel der Unternehmen haben noch keine Digitalisierungsstrategie

Digitale Transformation in Deutschland bedeutet für Unternehmen, sich dringend aus der Komfortzone zu verabschieden, den nötigen Mut zum Wandel aufzubringen und neue Wege mittels IT-Einbezug zu beschreiten, um neue Chancen wahrnehmen zu können und die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern.

In vier aufeinander folgenden Kurzberichten im ersten Halbjahr 2016 liefert das Studiendesign [1] Antworten auf wichtige Fragen im Kontext der digitalen Transformation aus Anwendersicht. Schwerpunkte sind: Herausforderungen, Voraussetzungen, Status Quo und Reifegrad sowie Geschäftschancen.

Der erste Bericht fördert bereits viele interessante Erkenntnisse zutage:

  • Knapp zwei Drittel der untersuchten Unternehmen haben noch keine Digitalisierungsstrategie
  • Weniger als jedes vierte Unternehmen sieht sich mit bestehender IT-Infrastruktur für die Herausforderungen der Digitalisierung gut gerüstet
  • Digitalisierung ist also Chefsache und muss strategisch im Kontext eines technischen Business Managements verstanden und neuerdings auch kulturell gelebt werden

Die Digitale Transformation wird in den kommenden Jahren massive Auswirkungen auf die Unternehmen in Deutschland haben. Um den Verantwortungsträgern in den Firmen den tiefgreifenden Wandel zu verdeutlichen, den aktuellen Stand aufzuzeigen und die entsprechenden Herausforderungen vorzustellen, führte Experton Group im Auftrag von Microsoft eine Studie zu diesem Thema durch, in dessen Rahmen Entscheider aus über 400 deutschen Unternehmen über alle Branchen und Größenklassen befragt wurden.

Deutsche Unternehmen sind bei der Metamorphose der Geschäftsmodelle meist noch nicht sehr weit vorangeschritten

»Digitalisierung« ist ein in jüngster Zeit viel verwendeter Begriff. Experton Group definiert diesen Begriff als die medienbruchfreie, robuste, sichere und anpassbare Bereitstellung von integrierten ICT-Services mit dem Ziel der Unterstützung möglichst autonom ablaufender, inhaltlich verbundener Geschäftsprozesse.

Im Rahmen der Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle durchlaufen Unternehmen verschiedene Phasen. Wie Experton Group feststellte, sind die meisten Unternehmen dabei noch nicht sehr weit fortgeschritten. »Knapp zwei Drittel der untersuchten Unternehmen haben noch keine Digitalisierungsstrategie«, erläutert Heiko Henkes, Director Advisor der Experton Group und Studienleiter. Er rät: »Auch wenn es aufwändig ist, ist es zwingend notwendig, das Geschäftsmodell anzupassen oder zumindest auf den Prüfstand zu stellen, denn die Digitalisierung schreitet voran, und dabei sollte man auf keinen Fall den Anschluss verpassen.«

Große Herausforderungen, aber nur die wenigsten Unternehmen sind für die Digitalisierung gut gerüstet

Die Digitalisierung ist sicherlich als überlagernder Trend die Nummer-eins-Priorität für jeden CIO. Information wird in diesem Rahmen zum Rohstoff des 21. Jahrhunderts. Besonders Cloud Computing ist ein wichtiges Element dieses überlagernden Trends, daneben auch Internet of Things, Big Data, Mobility, Social Business und zunehmend Security.

Inzwischen sind nicht mehr nur die großen Unternehmen wie Medienhäuser vom digitalen Wandel betroffen, sondern Unternehmen aller Größenklassen und Branchen – wie beispielsweise die Bedrohung von Einzelhändlern, Taxiunternehmen und Hotels durch hochdynamische Unternehmen wie Amazon, Uber beziehungsweise Airbnb zeigt.

Wie die Studie belegt, sieht sich aber weniger als jedes vierte Unternehmen mit der bestehenden IT-Infrastruktur für die Herausforderungen der Digitalisierung gut gerüstet – entsprechend sehen die Unternehmen seitens der IT neben weiteren Herausforderungen – einen großen Handlungsbedarf.

Die oben genannten Elemente der Digitalisierung können beim Bewältigen der Herausforderungen wirksam sein, zum Beispiel indem sie dabei unterstützen, die Wertschöpfungskette besser abzustimmen, damit diese besser auf dynamische externe Markteinflüsse reagieren kann.

Interne und externe Rahmenparameter verändern sich – unternehmensweites Handeln ist erforderlich

Die Digitalisierung ist an sich kein neues Phänomen, aber aus Sicht der Experton Group handelt es sich um ein unternehmensweites Thema und erfordert daher auch eine unternehmensweite Strategie beziehungsweise IT-unterstützte Prozess-Synchronisation. »Leider haben dies bisher nur die wenigsten Unternehmen erkannt«, konstatiert Studienleiter Heiko Henkes.

Die Digitalisierung löst Grenzen auf. Außerhalb des Unternehmens durch die immer geringere Abgrenzung der Branchen und die rasche Veränderung der Wettbewerbsstrukturen; innerhalb der Unternehmen durch die Verbreitung der Schatten-IT durch fehlende Reaktionsgeschwindigkeit der Corporate IT. Um diesen Veränderungen gerecht zu werden, muss die Unternehmensleitung den digitalen Wandel in Zusammenarbeit mit allen relevanten Verantwortungsträgern – wie CIO, CMO und, wenn vorhanden, den CDO (Chief Digital Officer) – vorantreiben. Hier entsteht nicht selten ein Machtkampf unter Einflussnahme des CEOs.

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grafik (c) experton group

Die Studienreihe hat das Ziel, Unternehmen auf dem unvermeidlichen Weg der Digitalen Transformation zu unterstützen.

»Der digitale Fortschritt ist mittel- und langfristig der Treiber für nachhaltiges Wachstum. Wer sich daher nicht bald mit dem Thema Digitalisierung intensiv beschäftigt, läuft Gefahr, Kunden zu verlieren und im schlimmsten Fall ganz vom Wettbewerb verdrängt zu werden«, betont Studienleiter Heiko Henkes.

[1] Um Unternehmen auf dem Weg dieses Wandels zu unterstützen, haben Microsoft und Experton Group eine Studie zur Digitalen Transformation initiiert, in dessen Rahmen eine Reihe von vier White Papers veröffentlicht wird, die sich mit den Voraussetzungen für die Digitale Transformation befassen, den aktuellen Stand beleuchten und zuletzt auf die Chancen für die Unternehmen eingehen. Das erste White Paper dieser Studienreihe steht hier zum Download zur Verfügung. http://www.experton-group.de/fileadmin/experton/consulting/digital/Experton_Group_WP_-_Digitale_Transformation_Herausforderungen.pdf

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