14. Zukunftskongress eröffnet: Welche Rolle spielt der Mensch als Teil des Systems?

foto (c) 2bahead zukunftskongressUnter dem Motto »2025: Adaptive Economy – Vernetzte Kunden – Digitale Geschäfte: Welche Rolle spielt der Mensch als Teil des Systems?« sprechen in Wolfsburg zwei Tage lang 250 Führungskräfte der europäischen Wirtschaft und weltweit führende Forscher aus der Technik- und IT-Branche über die Herausforderungen und Veränderungen unseres Lebens in den kommenden zehn Jahren. Unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Niedersachsen, Stephan Weil werden bereits zum 14. Mal auf dem Zukunftskongress des 2b AHEAD ThinkTank die entscheidenden strategischen Fragen der nächsten Jahre debattiert. Dabei spielen nicht nur die technischen Möglichkeiten eine Rolle.

»Die Zukunftsprognosen des Lebens und Arbeitens im Jahr 2025, insbesondere alle Fragen rund um den Aufbau der IT-Systeme, die digitale Transformation der Lebens- und Arbeitswelten und der Wandel der Geschäftsmodelle, aber auch philosophische Fragen nach dem Verhältnis des Menschen zu Maschinen sind wichtige Themen, die ungezwungen in der stilvollen Umgebung von Schloss Wolfsburg besprochen werden«, betont Trendforscher und Gastgeber Sven Gábor Jánszky. Auch die Frage nach den gesellschaftlichen Auswirkungen steht auf dem Programm: »Wie verändern sich Entscheidungsprozesse in Politik und Gesellschaft? Beim Zukunftskongress werden wir zeigen, welche Ideen nur Science Fiction sind und welche unsere Geschäftswelt verändern«, so Sven Gábor Jánszky.

Unter der Überschrift »Der digitale Kunde: Wem vertrauen wir in der vernetzten Welt?« spricht Dr. Rudolf Schmidt, Leiter Unternehmensentwicklung und Produktmanagement bei ERGO Direkt auf dem Kongress über eine Frage, die für die Entwicklung digitaler Geschäfte von großer Bedeutung sein wird. »Die heute schon riesige Informationsmenge wird durch Smart-Devices und das Internet-der-Dinge exponentiell wachsen. Für viele Menschen werden in dieser komplexen Welt bekannte Marken als Vertrauensanker immer wichtiger«, so Schmidt. »Investitionen in die Marke sind daher unerlässlich.« Versicherer sollten dabei auch lernen, den Kunden im Netz gut zuzuhören. »Wir müssen Kundenbewertungen zulassen und einfordern, auch bei der Schadensbearbeitung. Hier bieten sich enorme Möglichkeiten, gute Erfahrungen bekannt zu machen und so neues Geschäft zu generieren.«

Dabei wird sich das Kundenverhalten weiter verändern, meint Schmidt: »Ein Großteil der Menschen wird sich im Trade-off zwischen Bequemlichkeit und Privatsphäre für die Bequemlichkeit entscheiden. Das private und geschäftliche Leben in der Cloud fördert die Bereitschaft, Privatsphäre bei persönlichem Nutzen aufzugeben.« Gleichzeitig werden bei der Datensicherheit ganz neue Herausforderungen auf die Branche zukommen. »Ob Datenverlust und Datendiebstahl in der Cloud, Hacking des Rechners, Diebstahl von Identitäten, Kumulrisiken bei großen Cloud-Anbietern, Versicherer werden noch Erfahrungen sammeln müssen, um diese Risiken besser einschätzen zu können«, so der Leiter der Unternehmensentwicklung bei ERGO Direkt.

Dass sich die Geschäftswelt stärker auf die Bedürfnisse der Verbraucher einstellen muss, betont auch Julius von Ingelheim, Sprecher des Vorstands der Wolfsburg AG: »Industrie 4.0, die vierte industrielle Revolution, heißt Digitalisierung. Während viele Endverbraucher schon längst selbstverständlich digital konsumieren, müssen Unternehmen zumeist noch entdecken, wie sie ihre Produkte, Produktionsformen und letztlich komplette Geschäftsmodelle an diese Entwicklung anpassen. In der Region Braunschweig-Wolfsburg, in der starke Forschungseinrichtungen mit der schon lange global agierenden Automobilindustrie eng vernetzt sind, findet der diesjährige Zukunftskongress den richtigen Nährboden für spannende Diskussionen und Visionen.« Die Wolfsburg AG gehört seit 2011 zu den Sponsoren des 2b AHEAD Zukunftskongresses.

Über die Frage, wie kognitive Computer bis zum Jahr 2025 die Welt verändern werden sagt Dr. Eric W. Brown, Direktor der »Watson Algorithms« bei der IBM Watson Group auf dem 14. Zukunftskongress: »Auch heute vertrauen wir Computern für immer mehr Aufgaben – zum Beispiel bei Autopilot-Systemen – ohne dass es uns bewusst ist. Und die Industrie hilft uns aktiv dabei, diesen Systemen zu vertrauen ohne überhaupt darüber nachzudenken. Ein zweiter wichtiger Punkt: Wir entwerfen diese hochintelligenten Computersysteme als Systeme zwischen Mensch und Computer, nicht als hundertprozentig autonome Systeme. Der Computer kann zum Beispiel einen Vorschlag machen und rationale Gründe dafür liefern, oder Prognosen stellen, aber der menschliche Experte wertet diese Information aus und trifft die Entscheidung.«

Referenten

Neben Dr. Eric W. Brown, konnten unter anderem Prof. Dr. José Luis Cordeiro, Zukunftsforscher an der Singularity University im Silicon Valley («Nach der Singularität: Was geschieht, wenn Maschinen intelligenter werden als Menschen?«), Joseph Kowalsky, Direktor am Cryonics Institute in Michigan («Die Optimierung des Lebens (und des Todes«) sowie Prof. Dr. Holger Mey, Head of Advanced Concepts bei Airbus Defence and Space («Die Rolle des Menschen im Militär«) als Top-Referenten gewonnen werden.

Award-Abend: »2b AHEAD Innovations Award« an Greg Wyler, One Web

Alle digitalen Geschäftsmodelle sind für jene hinfällig, die keinen Internetzugang haben. Am Abend des 16. Juni wird im Rahmen des Award-Abends auf Schloss Wolfsburg der »2b AHEAD Innovations Award« an Greg Wyler vergeben, der mit »One Web« überall auf der Welt einen schnellen Internetzugang ermöglichen möchte. Der »2b AHEAD Future Award« wird an die Sieger des Elevator Pitches vergeben. Im Elevator Pitch des 2b AHEAD ThinkTank können ausgesuchte Gründer ihre Geschäftsmodelle vor zahlreichen Investoren und Innovationsexperten großer Unternehmen vorstellen. Die Präsentation dauert dabei nur zwei Minuten – etwa so lange wie eine Fahrstuhlfahrt.

Hintergrund
Der 2b AHEAD ThinkTank hat den Anspruch, die innovativste Denkfabrik der deutschen Wirtschaft zu sein. Seit 2002 lädt Sven Gábor Jánszky, Trendforscher und Leiter des ThinkTanks, einmal im Jahr 250 CEOs, Innovations-Chefs und Markenstrategen aus den verschiedensten Branchen der deutschen Wirtschaft zum Zukunftskongress des ThinkTanks ein.
Die Wolfsburg AG initiiert und realisiert seit 1999 Projekte zur Wirtschafts- und Regionalförderung in Wolfsburg und der Region. Dazu baut das Unternehmen ausgehend von der in der Region stark verankerten Automobilwirtschaft weitere Wirtschaftsnetzwerke in den Handlungsfeldern Freizeit, Gesundheit, Bildung sowie Energie auf. Kernstrategie ist das Aufgreifen und Umsetzen von Innovationen mit dem Ziel der nachhaltigen Nutzung.
Weiterhin unterstützen die ERGO Versicherungsgruppe, T-Systems International, die Neuland Wohnungsgesellschaft, die Wolfsburg Wirtschaft und Marketing GmbH sowie die Unternehmerverbände Niedersachsen e.V. (UVN) den 14. Zukunftskongress in Wolfsburg.