25 Jahre »Grüner Punkt«: Wichtiger Beitrag zum Umweltschutz

Er ist in die Jahre gekommen, aber dennoch kein altes Eisen: der Grüne Punkt kann sich zu seinem 25-jährigen Jubiläum am 28. September einer ausgesprochen hohen Bekanntheit und Nützlichkeit erfreuen. Fast 90 Prozent kennen und drei Viertel der Deutschen schätzen ihn als Beitrag zum Umweltschutz. Allerdings landet auch so einiges in den gelben Säcken und Tonnen, was eigentlich nicht hineingehört. Dies zeigt die aktuelle Studie des GfK Vereins »Der Grüne Punkt« zum 25. Jubiläum des Recyclingsystems [1].

Generell hat das deutsche System der Mülltrennung viele Befürworter: Drei von vier Deutschen halten die Abfalltrennung im Land für gut. Am häufigsten trennen sie Verpackungen aus Glas (91 Prozent), dicht gefolgt von Papierverpackungen und Zeitungen (90 Prozent) und Batterien (83 Prozent). Kunststoffverpackungen landen mit 81 Prozent auf Platz vier.

Wider der Sorglos-Mentalität

Drei Viertel der Befragten nehmen den Grünen Punkt als wichtigen Beitrag zum Umweltschutz wahr. »Das Duale System macht, trotz der modernen Sortiertechnik, auch heute noch Sinn. Denn es geht hier vor allem darum, dass es den Menschen das Gefühl gibt, aktiv etwas zum Thema Umweltschutz zu tun. Die Rückkehr zu einer einzigen Mülltonne, in der alles entsorgt wird, würde uns weit zurückwerfen in eine Art Sorglos-Mentalität. Das Thema Abfalltrennung und Umweltschutz würde in den Köpfen der Menschen wieder an Bedeutung verlieren.«, sagt Peter Zühlsdorff [2], Ehrenpräsident des GfK Vereins und ehemaliger Vorstandsvorsitzender des Dualen Systems Deutschland (DSD). Im eigenen Haushalt meinen immerhin 61 Prozent von der Kennzeichnung zu profitieren, weil das Umweltsymbol ihnen die Arbeit bei der Abfalltrennung erleichtere. Aber es gibt auch Skeptiker. Sehr lästig finden den Grünen Punkt zwar nur sieben Prozent der Befragten, aber 17 Prozent halten ihn für ein gutes Recycling für mehr oder minder überflüssig.

Auseinanderklaffen von Theorie und Praxis

Ihr Wissen zum Grünen Punkt schätzen die meisten Deutschen als gut ein: Über 90 Prozent geben an, zumindest in etwa zu wissen, welche Abfälle in den zugehörigen Gelben Sack oder die Gelbe Tonne gehören. Und immerhin 32 Prozent sagen, dass sie ganz genau wissen, was darüber entsorgt wird. Entsprechend stimmen auch rund vier von fünf Befragten der Aussage zu, dass es einfach zu verstehen ist, was man in den gelben Sack werfen darf. Nur fünf Prozent geben an, hier Probleme zu haben.

In der praktischen Handhabung stellt sich die Situation allerdings etwas anders dar, denn es gelangen doch viele Dinge in die gelben Behälter, die dort nichts zu suchen haben. So entsorgen 63 Prozent der Befragten neben Kunststoffverpackungen auch andere Kunststoffgegenstände mit dem gelben Sack oder der gelben Tonne. Immerhin 44 Prozent werfen auch Plastikspielzeug in den gelben Mülleimer. In der Recyclingbranche bezeichnet man die Entsorgung dieser Gegenstände als »intelligente Fehlwürfe«: vom Material her richtig entsorgt, nur dass es sich hierbei um keine Verpackungen handelt und sie deshalb nicht in den gelben Sack gehören.

Aber auch CDs und DVDs (17 Prozent) oder abgelaufene, verpackte Lebensmittel finden fälschlicherweise ihren Weg in das Duale System.

grafik gfk das landet in der gelben Tonne

So gut wie jeder kennt ihn

Der Grüne Punkt ist das bekannteste Umweltsymbol in Deutschland: Knapp 90 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen kennen ihn, Spitzenwerte erreicht er bei den 50- bis 64-Jährigen.

Nicht ganz so bekannt ist mit 66 Prozent das Recycling-Symbol. Auch der Blaue Engel leidet etwas unter Bekanntheitsmangel: Nur 41 Prozent geben an, dieses Umweltsymbol zu kennen, in Ostdeutschland sinkt dieser Wert sogar auf 31 Prozent.

Allerdings hat der Grüne Punkt beim Nachwuchs auch etwas Bekanntheitsprobleme: In der jüngsten Altersgruppe von 14 bis 24 Jahren kennt ihn jeder Fünfte nicht. Aber immerhin befürworten drei von vier in dieser Zielgruppe, dass es eine gesetzliche Verpflichtung zur generellen Abfalltrennung in Deutschlands Privathaushalten gibt. Auch über alle Altersgruppen hinweg liegt dieser Wert bei 73 Prozent. Damit bestärken die Deutschen zum Jubiläum des Grünen Punkts einmal mehr ihren Ruf als Nation der gewissenhaften Mülltrenner.

[1] Diese Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie »Der Grüne Punkt« des GfK Vereins und basieren auf einer repräsentativen »face to face«-Umfrage von 1.966 Personen ab 14 Jahren in Deutschland. Der Befragungszeitraum lag im September 2015.
[2] Sie finden das komplette Interview mit Peter Zühlsdorff hier: https://ap-verlag.de/der-gruene-punkt-und-das-duale-system-deutschland/13675/
Darin geht es um die Anfänge des DSD, kritische Punkte in der Vergangenheit und Wünsche für die Zukunft.