6 Millionen Deutsche arbeiten im Urlaub

Das Ziel im Urlaub sollte sein: Ausruhen, entspannen, abschalten vom Job. Aber immer mehr Deutsche schuften auch im Urlaub für ihre Firma: 6,38 Millionen arbeiten auch im Urlaub fleißig weiter [1].

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Fakt ist: Obwohl der gesetzlich vorgeschriebene und bezahlte Urlaub der Erholung der Arbeitnehmer dienen soll, ergab die Umfrage, dass, hochgerechnet auf die Gesamtanzahl der 31 Millionen Berufstätigen in Angestelltenverhältnissen, 6,38 Millionen Deutsche (20 % der Befragten) im Urlaub für »ihren Chef« tätig sind. Obwohl es dem Urlaubszweck widerspricht, »opfern« die Betroffenen durchschnittlich 1,4 Stunden pro Urlaubstag für die Firma. Hochgerechnet auf ein Jahr bedeutet dies eine Urlaubs-Arbeitszeit der Arbeitnehmer von 259 Millionen Stunden. Diese »verdeckte« Erwerbstätigkeit erbringt eine jährliche Arbeitsleitung von 5,26 Mrd. Euro.

 

Bearbeitung von Mails, geschäftlichen Telefonaten oder sogar Teilnahme an Meetings

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Auch ohne direkte Anweisung vom Vorgesetzten sind die Befragten im Urlaub fleißig bei der Sache: 55 % (3,5 Millionen Arbeitnehmer) gaben an, im Urlaub geschäftliche Mails zu bearbeiten, Telefonate mit dem Arbeitgeber oder Geschäftspartner zu führen (42 %, 2,68 Millionen) oder gar Geschäftstermine wahrzunehmen (14 %, 0,92 Millionen). Selbst die Teilnahme an beruflichen Weiterbildungen in der Urlaubszeit bestätigten 12 % (0,79 Millionen) der Befragten. Weitere 12 % (0,74 Millionen) haben ihren Urlaub auf Wunsch des Arbeitgebers sogar schon einmal abgebrochen.

 

Geringverdiener und mittlere Gehaltsklassen arbeiten im Urlaub

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Immer in Aktion und erreichbar – auch im Urlaub. Das kennt man eigentlich nur von gut verdienenden Managern. Doch weit gefehlt. Die Umfrage ergab, dass vor allem die unteren Gehaltsklassen in den Ferien für den Arbeitgeber aktiv sind. So ergab die Umfrage, dass 35 % derjenigen, die im Urlaub arbeiten nicht mehr als 2.500 Euro im Monat verdienen. Bei 37 % liegt das Einkommen zwischen 2.500 Euro und 4.000 Euro. In höheren Einkommensklassen nimmt die Bereitschaft enorm ab. In der Gehaltklasse bis zu 6.000 Euro gaben 20 % an, zu arbeiten. Bei über 6.000 Euro sind es nur noch 7 %.

 

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Etwa 70 % der Umfrageteilnehmer gehen davon aus, dass das »Arbeiten im Urlaub« immer stärker zunehmen wird. Somit verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Urlaub, sprich arbeitsfreier Zeit, immer mehr.

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[1] Das hat nun eine Umfrage im Auftrag des Reiseportals Travel24.com ergeben, welche von der Keyfacts Onlineforschung GmbH durchgeführt worden ist. Bevölkerungsrepräsentativ wurden 4.482 deutsche Arbeitnehmer befragt. Basis zur Berechnung der Arbeitszeit und dem monetären Wert der Arbeit: destatis, Arbeitszeiten und Bruttoverdienste der vollbeschäftigten Arbeitnehmer (2013). Anzahl der Arbeitnehmer: destatis: Mikrozensus zum Stand und Entwicklung der Erwerbstätigkeit für das Jahr 2012.