Kühler Kopf statt fiebriges Herz

Das Rechenzentrum ist das Herz eines jeden Unternehmens, so kolportiert man. Doch dieses Herz ist oft alt und leidet regelmäßig unter fiebrigen Anfällen, also unter zu hohen Temperaturen. Noch weit über die Hälfte der Rechenzentren (60 Prozent) wartet mit einem Power Usage Effectiveness (PUE) von 2,0 und schlechter auf. Das bedeutet, für jedes Kilowatt an Rechenleistung muss nochmals ein Kilowatt nur für die Kühlung, Klimatisierung und die Stromverteilung aufgewendet werden. Dabei sind technisch heute Rechenzentren mit einem PUE von 1,2 realisierbar.

Es kann doch nicht angehen, dass für jedes Kilowatt das an die CPUs und GPUs geht, nochmals ein Kilowatt nur für deren Kühlung erforderlich ist. Hier hat sich in der Vergangenheit eine Entwicklung manifestiert, die bei den Prozessoren ausschließlich auf Leistung fokussiert war. Das »bisschen« Wärmeerzeugung war systemimmanent und nicht das Problem der Prozessorhersteller, damit mussten die Anwender fertig werden. Langsam, zu langsam und eigentlich 2 Jahrzehnte zu spät, findet bei Intel und Co. ein Umdenken statt und die Konkurrenz der energie-effizienten Prozessoranbieter für Smartphones und Tablets tut ihr übriges.

Die meisten, älteren Rechenzentren werden zudem als Kühlhaus betrieben. Eingangstemperaturen für die Kühlungsluft von 15 Grad Celsius sind durchaus normal. Dabei gestatten Hersteller mittlerweile Eingangstemperaturen von 26 Grad – wenn die installierte Hardware einen gewissen Neuwert aufweist. Gerade bei Kühlung sowie unterbrechungsfreier Stromversorgung lohnt die Modernisierung, der Return on Investment (ROI) wird durch die steigenden Strompreise innerhalb kurzer Zeit erreicht.

Auch die öffentliche Hand unterstützt Modernisierungsmaßnahmen die zu Energieeinsparungen führen. So fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau mit ihrer Finanzierungsinitiative Energiewende Maßnahmen, die die Energieeffizienz im Unternehmen steigern. Zögern Sie also nicht, Ihr Rechenzentrum zu modernisieren. Ein kühler Kopf ist allemal besser als ein fiebriges Herz.

Herzlichst, Ihr Albert Absmeier
Chefredakteur

 

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