Seit Nvidias Aufstieg zum wertvollsten Unternehmen der Welt sind die Quartalsergebnisse des Chipherstellers zum Lackmustest für die gesamte KI-Branche geworden. Solange die Zahlen bei Nvidia steigen, ist der KI-Boom ungebrochen – so die etwas vereinfachte Lesart. Am Mittwoch nach Börsenschluss war es wieder so weit, und wie zuletzt eigentlich immer hat Nvidia geliefert und die Erwartungen übertroffen.
In den vergangenen drei Monaten wuchs der Umsatz des Unternehmens um 85 Prozent auf über 80 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn verdreifachte sich auf fast 60 Milliarden Dollar. Auch der Ausblick auf das laufende Quartal deutet auf ungebrochene KI-Euphorie hin: Das Unternehmen rechnet mit etwa 91 Milliarden US-Dollar Umsatz, was einer erneuten Beschleunigung des Wachstums auf 95 Prozent entsprechen würde.
»Der Ausbau von KI-Fabriken – die größte Infrastrukturerweiterung in der Geschichte der Menschheit – schreitet mit außergewöhnlicher Geschwindigkeit voran,« so Jensen Huang, Gründer und CEO von Nvidia und Galionsfigur des KI-Booms. »Agentische KI ist angekommen, leistet produktive Arbeit, schafft echten Mehrwert und skaliert rasant über Unternehmen und Branchen hinweg,« so die Botschaft Jensens, der zugleich die einzigartige Position seines Unternehmens herausstellte. »Nvidia ist einzigartig im Zentrum dieser Transformation positioniert – als die einzige Plattform, die in jeder Cloud läuft, jedes führende und Open-Source-Modell antreibt und überall dort skaliert, wo KI entsteht,« so Jensens Botschaft an die Anleger und Analysten.
Trotz der starken Ergebnisse fiel Nvidias Aktie nachbörslich zunächst um rund zwei Prozent. Dieses Phänomen lässt sich vielleicht am ehesten als Fluch der guten Tat erklären: Wer die Erwartungen steht’s übertrifft, schürt damit Erwartungen, die kaum noch zu erfüllen sind. Ähnliches war in der Vergangenheit schon häufiger bei Apple zu beobachten, wenn der Aktienkurs trotz Rekordergebnissen nachgab, weil Anleger das sprichwörtliche Haar in der Suppe gefunden hatten. Felix Richter

https://de.statista.com/infografik/35488/umsatz-und-gewinn-von-nvidia/?lid=yt6fmbpl6yne
4,6 Billionen Euro: Nvidia stellt den DAX in den Schatten
21.05.2026
Die Größenordnungen, in denen Unternehmen wie Alphabet, Microsoft, Apple und allen voran Nvidia operieren, sind mittlerweile kaum noch greifbar. War es 2018 noch eine Sensation als Apple als erstes US-Unternehmen eine Marktkapitalisierung von über einer Billion US-Dollar erreichte, bewegen sich die oben genannten Tech-Riesen mittlerweile im Bereich von drei bis weit über fünf Billionen Dollar, und es geht scheinbar immer weiter nach oben.
Um die Dimensionen einmal zu verdeutlichen, haben wir Nvidias Börsenwert von aktuell rund 4,6 Billionen Euro der gesamten Marktkapitalisierung aller DAX-40-Unternehmen gegenübergestellt. Angeführt von Siemens (179 Mrd. €), SAP (167 Mrd. €) und der Allianz (133 Mrd. €) kommt der gesammelte DAX, also die 40 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands, auf eine Marktkapitalisierung von rund 1,85 Billionen Euro. Das sind rund 40 Prozent von Nvidias aktuellem Börsenwert und verdeutlicht einmal mehr die Kräfteverhältnisse in der aktuellen Weltwirtschaft.
Während deutsche Unternehmen um den Anschluss kämpfen, beherrschen US-Konzerne die wichtigsten Märkte und spielen auch an der Börse eine dominante Rolle. So kletterten die amerikanischen Aktienindizes in den vergangenen Wochen von Rekord zu Rekord, angetrieben von wenigen Unternehmen, die vom KI-Boom profitieren und diesen vorantreiben. Der Krieg im Iran, der weltweit die Energiepreise in die Höhe schießen ließ, war dabei nur ein kurzer Dämpfer, nach wenigen Wochen abgelöst von guten Quartalszahlen und ungebrochener Investitionslust der Tech-Giganten. Felix Richter

220 Artikel zu „Nvidia“
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