Aufräumen, optimieren, sichern: Frühjahrsputz für Windows 8.1

screenshot microsoft windows 8.1Ohne sichere Systeme, die performant arbeiten, erlauben wir Cyberkriminellen und Geheimdiensten, unsere Aktivitäten zu überwachen, zu manipulieren oder gar unsere Systeme zu übernehmen und Schadcodes auszuführen. Deshalb sollten PC-Besitzer ihren Rechner regelmäßig aufräumen und die Sicherheitsfeatures überprüfen. Denn im Laufe der Zeit sammelt sich einiges an überflüssigen Programmen auf dem Rechner an, die zu Lasten von Speicherplatz und Rechnerleistung gehen.

Die IT-Sicherheitsexperten der PSW GROUP (www.psw-group.de) haben einige Tipps zusammengestellt, wie Anwender von Windows 8.1 ihr Betriebssystem wieder flott bekommen. »Von der Datenträgerbereinigung über das Entfernen von Werbung bis hin zum Sortieren benötigter und nicht benötigter Programme: In Windows 8.1 finden sich diverse Möglichkeiten, das System zu bereinigen. Bevor es jedoch an das große Reinemachen geht, bitte nicht das Backup der Daten vergessen. Sicher ist sicher«, so Christian Heutger, Geschäftsführer der PSW GROUP. Hier die wichtigsten To Do´s:

→ Datenträgerbereinigung unter Windows 8.1

Ziel ist es, Speicherplatz durch Löschen nicht erforderlicher Daten freizugeben. Entfernt werden alte Setup-Dateien, die nicht benötigt werden und die nur Speicherplatz verschwenden. Besonders sinnvoll ist dies nach dem Update von Windows 8 auf das aktuelle Windows 8.1, da die Setup-Datei auf beeindruckende Größe kommt. Weiterhin bringt auch das Bereinigen des Update-Ordners wieder Speicherplatz.

→ Autostart aufräumen

Programme, die nicht benötigt werden, müssen auch nicht automatisch starten. Werden sie deaktiviert, arbeitet der Rechner flotter. So mischen beispielsweise Apples iTunes oder Microsofts Skype gerne mal in den Autostart-Programmen mit. Es genügt jedoch, wenn solche Programme bei Bedarf manuell gestartet werden. Dagegen sollten Antiviren-Programme sowie sämtliche andere Programme, die mit Grafikkarte und Sound zusammenhängen, aktiviert bleiben.

→ Werbung unter Windows 8.1 abschalten

Wer sich durch die Werbeeinblendungen gestört fühlt, schaltet diese einfach ab. Wird diese Funktion genutzt, werden allerdings auch keine Webinhalte der Microsoft-eigenen Suchmaschine Bing mehr angezeigt. Die Suche findet dann ausschließlich offline statt.

→ Apps & Programme unter Windows 8.1

Windows 8.1 arbeitet mit Apps, von denen einige bereits vorinstalliert sind. Welche davon getrost deinstalliert werden können, hängt immer vom persönlichen Anwendungsbereich ab: Wer beispielsweise mit Thunderbird oder Outlook arbeitet, benötigt sicher die E-Mail-/ Kalender-/ Kontakte-App nicht. Wer vorrangig mit dem Smartphone skypt, für den wird diese App eher unnötig sein. Immerhin beeinflussen die Windows-Apps die Performance, also die Rechnergeschwindigkeit, nicht.

Anders verhält es sich mit bereits vorinstallierten Programmen. Einige sind wahre Bremsklötze der Performance und kosten unnötig Speicherplatz. Es existieren sinnvolle Alternativen, die weit weniger ressourcenhungrig sind. Nebenbei dient Freie Software dem Datenschutz mehr als proprietäre Programme. Die Website prism-break.org zeigt Alternativen zu gängiger Windows-Software.

→ Dateien unter Windows 8.1 richtig löschen

Ein leerer Papierkorb bedeutet nicht, dass die darin liegenden Dateien wirklich gelöscht sind. Sie sind noch immer leicht wiederherstellbar. Anwender können sich nun entweder externe Tools zum Schreddern dieser Daten installieren. Alternativ stehen die Windows-eigenen Bordmittel zur Verfügung. Dazu erklärt Christian Heutger: »Mit der Tastenkombination Windows-Taste + R einfach die Kommandozeile aufrufen, anschließend cmd eingeben und bestätigen. Um beispielsweise die Systempartition C: zu bereinigen, muss jetzt nur noch der Befehl cipher /w:C: angegeben werden. Für andere Festplattenbereiche ersetzt man das C: im Befehl durch den jeweiligen Laufwerksbuchstaben. Während des Löschvorgangs müssen aber alle anderen Anwendungen geschlossen sein.«

Ist der Rechner nun blank geputzt, ist es an der Zeit, auch die Laufwerke zu optimieren, um eine bessere Performance zu erreichen. Die Funktion »Laufwerke optimieren« hieß früher »Defragmentierung«. Sie wird standardmäßig einmal pro Woche automatisch ausgeführt, wobei Laufwerke auch manuell optimiert werden können. Wer zudem das Gefühl hat, das System braucht viel zu lange, um zu arbeiten, sollte sich die laufenden Dienste anschauen und diejenigen abschalten, die nicht benötigt werden.

Sicherheit unter Windows 8.1: Zusätzliche Security Suite ist unabdingbar

Bezüglich der Sicherheit war noch kein anderes Betriebssystem aus dem Hause Microsoft so umfangreich wie Windows 8 beziehungsweise 8.1. So ist Windows 8.1 mit diversen Sicherheitsfeatures ausgerüstet, beispielsweise Windows Defender als Anti-Viren-Lösung, die Windows-Firewall und den SmartScreen-Filter des Internet Explorers, der vor Schadsoftware und Phishing schützen soll, sowie einer BitLocker-Laufwerkverschlüsselung, um Dateien auf gemeinsamen Laufwerken zu schützen. Anwender sollten unbedingt auch die Datei- und Ordnerverschlüsselung in ihrem Windows-System aktivieren, um sich vor Datendiebstahl und -manipulation zu schützen. Es ist längst nicht mehr so, dass davon nur noch Großkonzerne betroffen sind – jeder Rechner ist ein potenzielles Opfer.

Idealerweise sollten zusätzlich alle Update-Optionen auf »automatisch« geschaltet sein, um keine Sicherheitsupdates zu verpassen. Windows macht es seinen Anwendern hier sogar sehr leicht und setzt von Hause aus sämtliche Updates (System- und App-Updates) auf »automatisch aktualisieren«. »Wir raten dazu, das beizubehalten. Ohne regelmäßige Updates und Patches gelangen Hacker und Cyberkriminelle sehr leicht in ein System«, ergänzt Heutger. Der IT-Sicherheitsexperte rät Windows-Anwendern außerdem dazu, den integrierten Tracking-Schutz zu aktivieren: »Er verhindert, dass Informationen, die der Browser über den Anwender hat, an Websites oder Werbetreibende sowie Drittanbieter weitergereicht werden kann. Um den Tracking-Schutz zu aktivieren, ist es nötig, eine Liste dafür zu installieren. Sämtliche Drittanbieterinhalte, die von Webseiten auf dieser Liste stammen, werden blockiert und die Informationen, die diese Drittanbieterwebsites haben möchten, beschränkt.«

Nichtsdestotrotz bleibt eine Security-Suite unabdingbar: AV-Test, Institut für unabhängige Vergleichstests von Antiviren-Software, hat den Windows-Basisschutz getestet. Die Ergebnisse allerdings waren nicht beeindruckend. Lediglich 70 Prozent der Bedrohungen wurden von den Windows-Bordmitteln erkannt, während die kostenpflichtige Version von Avira, die Schutzsuiten von Bitdefender, Kaspersky Lab, F-Secure, Comodo und Symantec auf 100-prozentige Erkennung kommen. Die Suiten von Panda Security (»Cloud Antivirus Free«), G Data sowie Microworld erkennen 99 Prozent. Deshalb sollten Anwender ruhig etwas Geld in die Hand nehmen und ihren Windows-Rechner mit zusätzlichen Programmen richtig zu schützen.

Der ausführliche Bericht ist einsehbar unter: https://www.psw-group.de/blog/windows-aufraeumen-optimieren-und-sichern-bringen-sie-ihr-system-auf-hochglanz/1827