Augmented Reality in der Fertigung – Killerapplikation oder Hype?

Das produzierende Gewerbe in Deutschland ignoriert mehrheitlich die Innovationschancen, die Augmented-Reality-Technologien für die Fertigung bieten. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle »IT Innovation Readiness Index« des Münchner Marktforschungsinstituts Pierre Audoin Consultants (PAC).

»Die Möglichkeiten von Augmented Reality werden von der mittelständischen Fertigungsindustrie so gut wie gar nicht wahrgenommen. Lediglich 5 Prozent der Studienteilnehmer stimmten der Aussage uneingeschränkt zu, dass sich damit Effizienzvorteile in der Produktion erzielen lassen«, kommentiert Karsten Leclerque, Principal Consultant bei PAC und Co-Autor der Follow-up-Studie im Auftrag der Freudenberg IT.

Im Kontrast zu dieser Einschätzung steht die Tatsache, dass bereits praxistaugliche Augmented-Reality-Lösungen für die Industrie verfügbar sind – etwa eine Google-Glass-Anwendung für höhere Wartungseffizienz. Dabei erhält der zuständige Techniker bei einem Antriebs- oder Anlagendefekt per Datenbrille alle notwendigen Informationen. Somit hat er beide Hände für die Störungsbeseitigung frei. Assistieren könnte ihm ein externer Spezialist, der die betroffene Maschine genauer kennt. Denn über die integrierte Videokamera von Google Glass sind die Reparaturarbeiten problemlos aus der Ferne mitverfolgbar.

Google Glass als mobiles Endgerät

Auf den engen Zusammenhang zwischen Augmented Reality und Industrie-4.0-Treibertechnologien macht Horst Reichardt, CEO der Freudenberg IT, aufmerksam: »Beispiele wie Google Glass zeigen, dass sich der Begriff ‚mobiles Endgerät rasant erweitert. Er gewinnt spätestens dann eine völlig neue Dimension, wenn auch intelligente Werkstücke im Sinne einer selbstregulierenden Produktionssteuerung autark mit Anlagen und Maschinen kommunizieren. Immer mehr Komponenten werden in das Internet der Dinge integriert, das dadurch zum Internet of Everything mutiert und zu tief greifenden Veränderungen in der Fertigung führt.«

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Informationen zur Studie

Für die repräsentative Untersuchung befragte das Marktforschungsinstitut PAC in einer zweiten Welle rund 130 IT-Entscheider und Produktionsleiter mittelständischer Fertigungsunternehmen in Deutschland. Die befragte Unternehmensgruppe setzt sich aus folgenden Branchen zusammen: Maschinen- und Anlagenbau (36 Prozent), Automotive (29 Prozent) sowie sonstige Fertigung (36 Prozent) mit einer Mitarbeiterzahl von 250 bis 499 (40 Prozent) beziehungsweise 500 bis 4.499 (60 Prozent). Als Auftraggeber für den »IT Innovation Readiness Index« (IRI) ist die ist die Freudenberg IT. Der IT-Provider und SAP-Spezialist für den industriellen Mittelstand legt damit schon das zweite Jahr in Folge ein aktuelles Bild zum Status Quo der IT-Durchdringung in diesem Unternehmenssegment vor.

 

trend augmented reality FIT_IRI_Index_2014

 

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