Ausgaben für IT-Dienstleistungen steigen in den kommenden Jahren deutlich an

Der Gesamtmarkt für IT-Dienstleistungen wird 2015 um 8,3 Prozent wachsen. Unternehmen sparen im IT-Betrieb und investieren stärker in Innovationsprojekte. Die Wahrnehmung der IT-Abteilung als wertschöpfender Geschäftsbereich nimmt weiter zu.

 

Für die IT-Dienstleistungsbranche verlief das Geschäftsjahr 2013 erwartungsgemäß positiv. Die Ausgaben der Unternehmen für den externen Betrieb der IT-Prozesse sowie zur Umsetzung von IT-Projekten sind im Durchschnitt um 5,9 Prozent gestiegen. Besonders profitiert haben dabei die auf das Projektgeschäft fokussierten IT-Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen. Sie sind deutlich stärker gewachsen als Anbieter, die sich auf den Betrieb und die Weiterentwicklung von Rechenzentren und Applikationen konzentrieren. In Summe erwirtschafteten die 90 von Lünendonk analysierten IT-Dienstleister im Jahr 2013 32,6 Milliarden Euro. Davon entfielen 26,7 Milliarden Euro auf den Binnenmarkt.

IT-Dienstleister optimistisch – es gibt aber Unterschiede

Der Optimismus der Branche wird durch die Investitionsplanungen der CIOs bestätigt. »Allerdings werden nicht alle Anbieter von der hohen Dynamik des IT-Marktes profitieren. Laut den Planungen der befragten CIOs und IT-Einkaufsverantwortlichen sind deutliche Verschiebungen der IT-Budgets zu erwarten«, erläutert Mario Zillmann, Leiter Professional Services bei Lünendonk und Studienautor, die Ergebnisse.

So planen die befragten IT-Entscheider eine deutlich stärkere Steigerung der Ausgaben für IT-Projekte als für IT-Betriebsleistungen. Die Hälfte der untersuchten Großunternehmen und Konzerne geht sogar von rückläufigen Ausgaben für den IT-Betrieb aus. Entsprechend unterschiedlich blicken die Dienstleister auf das Jahr 2015. Während die IT-Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen eine Steigerung ihrer Umsätze um 9,3 Prozent erwarten, sehen die befragten IT-Service-Unternehmen ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 5,3 Prozent.

»Die vor Jahren angestoßenen Maßnahmen, die Effizienz der IT-Landschaft durch Virtualisierung, Automatisierung und Standardisierung zu erhöhen und weniger Kapital in den IT-Prozessen zu binden, zeigen nun ihre Wirkung«, so Zillmann weiter. »Die IT hat durch enorme Kraftanstrengungen dazu beigetragen, Ressourcen für Innovations- und Transformationsprojekte auf dem Weg zum digitalen Unternehmen zu schaffen. Darauf müssen sich auch die IT-Dienstleister einstellen.«

Allerdings gilt für die CIOs immer noch, zwei Drittel ihres IT-Budgets für den Betrieb der IT zu reservieren. Darin sind auch die Kosten für die Weiterentwicklung der Applikationslandschaft (neue Releases, Konsolidierung, Standardisierung etc.) berücksichtigt. Dieser Anteil wird aber zukünftig zugunsten von Veränderungs- und Anpassungsprojekten sinken. Für IT-Dienstleister bedeuten diese Entwicklungen, sich stärker als Innovationspartner zu positionieren und Beratungs- und Implementierungskompetenzen in aktuellen Technologiethemen, wie Business Analytics, mobile Geschäftsprozesse oder digitale Produkt- und Service-Strategien, aufzubauen.

Anforderungen an externe Dienstleister verändern sich

IT-Dienstleister werden sich auch darauf einstellen, dass nicht nur die CIO-Budgets für IT-Projekte steigen, sondern vor allem auch die IT-nahen Budgets der Fachbereiche. Die Hälfte der Befragten schätzt, dass die Fachbereiche für 2014/2015 mit höheren IT-Budgets rechnen können. Ein weiteres Viertel geht von konstanten IT-Budgets aus.

In der Zusammenarbeit mit Fachbereichen, aber auch mit CIOs, kommt es neben dem Technologie-Know-how immer stärker auf detaillierte Kenntnisse des Geschäftsmodells des Kunden sowie seiner Geschäftsprozesse an. »Kundenunternehmen achten daher viel häufiger auf ein breites Leistungsspektrum ihrer Dienstleistungspartner und erwarten neben IT-Services immer stärker Kompetenzen in der Strategieberatung, Organisations- und Prozessberatung sowie Berater, die branchenspezifisches Fachwissen mitbringen«, kommentiert Zillmann die Marktveränderungen.

IT positioniert sich als Innovationsmotor

Die fortschreitende Digitalisierung der Geschäftsprozesse sowie der Produkte und Services führt zu einer steigenden Bedeutung der IT als Faktor für den Geschäftserfolg. Dies wirkt sich auch auf die Rolle des CIOs aus. Der CIO nimmt in der Hälfte der befragten Großunternehmen und Konzerne regelmäßig an Sitzungen des Management Boards teil. Die befragten IT-Entscheider sehen ihren Bereich bereits sehr häufig in einer wertschöpfenden Funktion innerhalb der eigenen Organisationen.

Die Projekte, in denen die befragten IT-Entscheider 2015 planen zu investieren, sind sehr nah an den Kernprozessen ihrer Organisationen. Die höchsten Investitionen sollen in die »Softwaremodernisierung« fließen, also in die Ablösung oder Sanierung von Altsystemen, die den neuen technologischen Anforderungen nicht mehr gerecht werden. »Business Analytics« und »IT-Security« sind zwei weitere Top-Themen, in die laut den Planungen am stärksten investiert wird.

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Für die Lünendonk-Studie »Führende IT-Beratungs- und IT-Service- Unternehmen in Deutschland – mit Sonderkapitel zu Business Innovation/ Transformation Partnern (BITP)« wurden in diesem Jahr erneut neben den 90 Anbieterunternehmen 44 IT-Verantwortliche aus dem gehobenen Mittelstand sowie aus Großunternehmen und Konzernen befragt. IT-Dienstleister und deren Kunden erhalten dadurch wichtige Kennzahlen und umfassende Informationen für ihre jeweilige Planung. Die wissenschaftliche Begleitung hat Prof. Dr. Peter Buxmann, Inhaber des Lehrstuhls Wirtschaftsinformatik der TU Darmstadt, übernommen.

Die Studie kann kostenfrei von allen Interessierten unter www.luenendonk.de heruntergeladen werden.

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