Benutzerfreundlichkeit durch NUI – Der neue, natürliche Weg, um mit Daten zu arbeiten

Abbildung 1: Visionärer Arbeitsplatz basierend auf einem Multitouch-Gerät mit der Software bePresenter. Mehrere Personen, die physisch oder virtuell anwesend sind, können gleichzeitig an einem Projekt arbeiten, an einer Sitzung teilnehmen oder eine Präsentation halten. (Quelle: IBV Solutions)

Abbildung 1: Visionärer Arbeitsplatz basierend auf einem Multitouch-Gerät mit der Software bePresenter. Mehrere Personen, die physisch oder virtuell anwesend sind, können gleichzeitig an einem Projekt arbeiten, an einer Sitzung teilnehmen oder eine Präsentation halten.

Die professionelle Business-IT steht vor ein paar tiefgreifenden Änderungen. Zwei dieser neuen Trends sind die steigenden Nutzeranforderungen an Benutzeroberflächen und das Arbeiten mit einer immer größer und undurchsichtiger werdenden Datenmenge, dem Datendschungel.

Dass die Datenberge immer höher werden und deshalb das effiziente Finden und Zuordnen von Daten ohne Automatisierung immer schwieriger wird, gehört zur täglichen Erfahrung von vielen Benutzern. Mit der Verbreitung von Smartphones und Tablets haben Benutzer neue, effiziente Bedienungskonzepte kennen und schätzen gelernt und möchten diese in den Applikationen, die sie täglich bei der Arbeit verwenden, wiederfinden. Ähnlich wie bei der Einführung der grafischen Oberfläche in der IT, wird hier der Druck von den Benutzern kommen, die bei Unternehmensapplikationen die gleiche Benutzerfreundlichkeit, wie bei den privat eingesetzten mobilen Geräten, fordern.

Datenvielfalt. Daten fallen heute als strukturierte, semi-strukturierte und unstrukturierte Daten an. Strukturierte Daten sind in Datenbanken oder Datenobjekten gespeicherte Daten. Semistrukturierte Daten sind beispielsweise E-Mails mit einer Struktur für Von/An/Betreff/Datum und mit dem oft unstrukturierten E-Mail-Texten und Anhängen. Unstrukturierte Daten sind beispielsweise Bild, Text, Video, Daten in Dateien, wobei die Dateien selber gewisse Strukturen enthalten wie Eigentümer, Erstellungsdatum, Dateityp.

Die Verwaltung der strukturierten Daten ist heute mehrheitlich gut gelöst, Prozesse und Automatismen sind implementiert. Geht es aber um semistrukturierte und unstrukturierte Daten sieht das meist anders aus. Oft ist nicht einfach zu eruieren, wer, wo, welche Berechtigungen besitzt und wo, wer, wann unternehmensrelevante Daten gespeichert, geändert, kopiert hat, ganz zu schweigen von dem aufwendigen Finden von Dokumenten und dem Vermeiden von Mehrfachspeicherungen der gleichen Daten.

Neue Ansätze für die Datenverwaltung. Für das effiziente und sichere Verwalten dieser stetig wachsenden Datenmenge braucht es neue Ansätze. Einerseits müssen Prozesse definiert werden, was mit den bisher gespeicherten Daten geschieht und andererseits braucht es neue Prozesse, welche das Anlegen und Verändern von Daten abbilden.

Bereits bestehende Daten müssen automatisiert analysiert und dynamisch klassifiziert werden können. Klassische Ansätze, wo Daten basierend auf technischen Regeln (beispielsweise Struktur einer Kontonummer, regulärer Ausdruck) bei der automatischen Klassifizierung helfen, decken aber oft nicht die Sicht und Anforderung des Daten-eigentümers und Nutzers ab.

Unser Ansatz ist hier zusätzlich zu den technischen Regeln, das dynamische Generieren von Businessobjekten durch den Datenverantwortlichen oder den Nutzer selber. Ein solches Objekt kann beispielsweise ein Vertrag, ein -Arbeitszeugnis, ein Angebot oder ein beliebiges anderes Businessobjekt sein, welches im Unternehmen explizit oder implizit verwendet wird. Die Software lernt durch Analyse der Daten und dem Wissen des Nutzers und generiert aus den Daten automatisch Businessobjekte, welche genau dem Arbeits- und Denkprozess des Nutzers entsprechen.

Abbildung 2: Touchfähige Oberflächen mit intelligenter Software als Zugangsberechtigungssystem. (Quelle: IBV Solutions)

Abbildung 2: Touchfähige Oberflächen mit intelligenter Software als Zugangsberechtigungssystem.

Wenn der Nutzer arbeitet, bewegt er sich nicht mehr in einer technischen Darstellung der Daten (Explorer, Finder, …) sondern arbeitet in seiner Geschäftssicht, sucht und findet gemäß der Nomenklatur und Struktur seiner Prozesse und führt mit den Daten abhängig von seiner Berechtigung Aktionen aus. Diese Aktionen können Kopieren, Verschieben, Löschen, Veränderung der Vertraulichkeitsstufe, Archivierung oder Neuklassifizierung bedingt durch neue Businessanforderungen, sein. Bei der Bearbeitung der Daten werden die Business-Objekteigenschaften automatisch mit verändert und stehen in den individuellen Benutzersichten zur Abfrage und Weiterbearbeitung zur Verfügung.

Neue Benutzeroberflächen. Für die Bearbeitung der Daten durch den Benutzer werden neue Benutzeroberflächen benötigt. Einer der heute langsam aber sicher sich verbreitenden Oberflächen ist das Natural User Interface (NUI). In einer NUI-Applikation arbeitet der Nutzer über direkte Interaktion mit der Bedieneroberfläche durch Wischen, Tippen, Berühren, Handschrift, Gesten oder Sprache. Hierzu werden single- oder multitouch-fähige Geräte benötigt. Diese sind momentan vor allem bei den mobilen Geräten verbreitet, werden aber in naher Zukunft vermehrt für Präsentation auf großen Monitoren wie auch bei den einzelnen Arbeitsplätzen eingesetzt. Solche Touchgeräte benötigen deutlich bessere Leistungen als dies heute bei Tablets und Smartphones gegeben ist. Arbeiten mehrere Personen gleichzeitig an einem Dokument, wo Sie mittels Stift, Geste oder Sprache Daten ändern und eingeben, muss ein solches Gerät mit praktisch 0 Sekunden Verzögerung auf die Interaktion von Benutzern reagieren. Die Massenproduktion von solchen Geräten ist jetzt am Anlaufen und es ist davon auszugehen, dass sich diese ab 2015 schnell verbreiten werden. Der heutige Büroarbeitsplatz wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit in den kommenden Jahren vollständig verändern. Wir werden nicht mehr einen Schreibtisch mit einem oder mehreren Monitoren haben, sondern mit einer großen vertikal oder horizontal angebrachten Glas- oder Folienoberfläche in der Dimension eines Schreibtisches arbeiten.

An einem solchen Arbeitsplatz werden die Nutzer deutlich weniger sitzen, werden sich mehr bewegen, besser mit anderen zusammenarbeiten. Durch Bewegungsmangel entstehende Beschwerden werden abnehmen und die Teamzusammenarbeit sich deutlich verbessern. Somit wird diese technologische Evolution einen signifikanten, positiven Einfluss auf die Lebensqualität der Nutzer haben.

Abbildung 1 zeigt einen solchen, möglichen Arbeitsplatz basierend auf einem Multitouch-Gerät mit unserer Software bePresenter. Mehrere Personen, die physisch oder virtuell anwesend sind, können gleichzeitig an einem Projekt arbeiten, an einer Sitzung teilnehmen oder eine Präsentation halten.

Wir als Softwarehersteller stellen aktuell unsere Applikationen (CRM, ERP, Security-Lösungen) auf NUI um. Dies bedeutet nicht einfach die Konversion in eine neue Oberfläche, sondern ein Redesign der gesamten Softwarearchitektur. In allen Applikationen wird auch die automatische, lernende, klassifizierende Businesssicht der Daten implementiert. Dadurch schaffen wir es in naher Zukunft, dass Benutzer auf natürliche Art und Weise ihre Arbeit erledigen können.


Andreas Görög, 
CEO, IBV Solutions
www.ibv-solutions.com/de/

Bilder: IBV Solutions